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Subtypen von Rechenschwäche: Ergebnisse einer Meta-Analyse und Implikationen für die Interventionsplanung


Kaufmann, Liane; von Aster, Michael (2017). Subtypen von Rechenschwäche: Ergebnisse einer Meta-Analyse und Implikationen für die Interventionsplanung. Lernen und Lernstörungen, 6(1):44.

Abstract

Wenn Kinder bedeutsame und lang anhaltende Schwierigkeiten beim Zählen- und Rechnenlernen haben, ist die Diagnose einer Rechenschwäche bzw. Rechenstörung gerechtfertigt (auch Dyskalkulie genannt). Obwohl es inzwischen eine Fülle an wissenschaftlichen Studien gibt, die sich der Diagnostik und der Förderung von Rechenschwächen widmen, bleibt eine empirisch fundierte (und die zahlreichen Einzelbefunde zu einem Gesamtbild integrierende) Charakterisierung der Rechenschwäche nach wie vor ein erstrebenswertes Ziel für Praxis und Forschung. Der vorliegende Beitrag (Szúcs, 2016) bringt uns diesem Ziel vielleicht ein Stück näher. In einer Meta-Analyse fasst der Autor 36 bereits publizierte Studien (mit insgesamt 665 Kindern mit sowie 1049 Kindern ohne Diagnose einer Rechenschwäche) zusammen und untersucht deren Ergebnisse post-hoc in Bezug auf mögliche Subtypen der Rechenschwäche. Die Ergebnisse zeigen (wenig überraschend), dass es verschiedene Subtypen gibt (siehe auch Kaufmann & von Aster, 2012). Neu an diesen Befunden ist, dass Kinder mit Rechenschwäche nicht nur domänen-spezifische (d.h. numerische) und domänen-unspezifische Schwierigkeiten (das sind nicht-numerische wie z.B. Schwächen im Lesen oder Arbeitsgedächtnis) haben können, sondern dass diese Kinder auch in Bezug auf die kognitive Verarbeitungsmodalität besonders ausgeprägte Schwierigkeiten haben können. Mit Verarbeitungsmodalität ist die Art der Informationsverarbeitung gemeint, nämlich verbal (sprachlich) oder non-verbal bzw. visuell-räumlich. Diese Ergebnisse haben weitreichende Implikationen für die Interventionsplanung und unterstreichen einmal mehr die Relevanz einer individuellen Diagnostik (zur Erstellung von Leistungsprofilen) und einer maßgeschneiderten Förder- bzw. Interventionsplanung, bei der auch die individuell bevorzugten Informationsverarbeitungskanäle (verbal versus non-verbal) berücksichtigt werden sollten (siehe auch Kaufmann et al., 2013).

Abstract

Wenn Kinder bedeutsame und lang anhaltende Schwierigkeiten beim Zählen- und Rechnenlernen haben, ist die Diagnose einer Rechenschwäche bzw. Rechenstörung gerechtfertigt (auch Dyskalkulie genannt). Obwohl es inzwischen eine Fülle an wissenschaftlichen Studien gibt, die sich der Diagnostik und der Förderung von Rechenschwächen widmen, bleibt eine empirisch fundierte (und die zahlreichen Einzelbefunde zu einem Gesamtbild integrierende) Charakterisierung der Rechenschwäche nach wie vor ein erstrebenswertes Ziel für Praxis und Forschung. Der vorliegende Beitrag (Szúcs, 2016) bringt uns diesem Ziel vielleicht ein Stück näher. In einer Meta-Analyse fasst der Autor 36 bereits publizierte Studien (mit insgesamt 665 Kindern mit sowie 1049 Kindern ohne Diagnose einer Rechenschwäche) zusammen und untersucht deren Ergebnisse post-hoc in Bezug auf mögliche Subtypen der Rechenschwäche. Die Ergebnisse zeigen (wenig überraschend), dass es verschiedene Subtypen gibt (siehe auch Kaufmann & von Aster, 2012). Neu an diesen Befunden ist, dass Kinder mit Rechenschwäche nicht nur domänen-spezifische (d.h. numerische) und domänen-unspezifische Schwierigkeiten (das sind nicht-numerische wie z.B. Schwächen im Lesen oder Arbeitsgedächtnis) haben können, sondern dass diese Kinder auch in Bezug auf die kognitive Verarbeitungsmodalität besonders ausgeprägte Schwierigkeiten haben können. Mit Verarbeitungsmodalität ist die Art der Informationsverarbeitung gemeint, nämlich verbal (sprachlich) oder non-verbal bzw. visuell-räumlich. Diese Ergebnisse haben weitreichende Implikationen für die Interventionsplanung und unterstreichen einmal mehr die Relevanz einer individuellen Diagnostik (zur Erstellung von Leistungsprofilen) und einer maßgeschneiderten Förder- bzw. Interventionsplanung, bei der auch die individuell bevorzugten Informationsverarbeitungskanäle (verbal versus non-verbal) berücksichtigt werden sollten (siehe auch Kaufmann et al., 2013).

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Item Type:Journal Article, refereed, further contribution
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Children's Hospital Zurich > Medical Clinic
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:3 January 2017
Deposited On:16 Feb 2017 09:30
Last Modified:08 Dec 2017 22:24
Publisher:Hogrefe Verlag
ISSN:2235-0977
Publisher DOI:https://doi.org/10.1024/2235-0977/a000164

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