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Mittelfristige Umsetzung des Chronic Care Models in der Betreuung von Diabetikern in Schweizer Hausarztpraxen


Giewer, Irina. Mittelfristige Umsetzung des Chronic Care Models in der Betreuung von Diabetikern in Schweizer Hausarztpraxen. 2016, University of Zurich, Faculty of Medicine.

Abstract

1.1 Hintergrund In vielen Industrieländern zeigt sich eine zunehmende Diskrepanz zwischen einerseits steigenden Patientenzahlen mit chronischen Erkrankungen und andererseits einem Mangel an einer kontinuierlichen Betreuung, Kontrolle der Risikofaktoren und damit einer Verhinderung des Voranschreitens auf dem Kontinuum, das chronische Krankheiten darstellen. Um dieser zunehmenden Herausforderung der Grundversorgung zu begegnen, wurden teamorientierte Lösungsansätze wie das Chronic Care Model (CCM) entwickelt. Die clusterrandomisierte, kontrollierte Chronic CARe for diAbeTes study (CARAT-Studie) konnte, durch die Einbeziehung einer Medizinischen Praxisassistentin (MPA) in die Versorgung von Diabetes mellitus Typ 2-Patienten, in der Schweiz erstmalig einen positiven Effekt auf kardiovaskuläre Risikofaktoren ebenso wie auf die Zufriedenheit der Patienten mit der hausärztlichen Versorgung zeigen. Das Ziel unserer Studie ist es, zu untersuchen, ob auch eine mittelfristige Umsetzung des CCM in kleinen Hausarztpraxen möglich und praktikabel ist und zu explorieren, inwieweit die objektiven und subjektiven Endpunkte der CARAT-Studie anhalten. 1.2 Methoden B ei unserem Follow-Up handelt es sich um eine fragebogenbasierte Observationsstudie unter den teilnehmenden Praxen der abgeschlossenen CARATStudie und deren selektioniertem Patienten-Klientel. Die cluster-randomisierte, kontrollierte Interventionsstudie mit 30 teilnehmenden Praxen startete 2010 und endete 2011. In der Interventionsgruppe wurden Elemente des CCM in die Betreuungsstruktur von Diabetespatienten implementiert, insbesondere die federführende Rolle der MPA in der Betreuung der Diabetes-Patienten. Im Anschluss an die CARAT-Studie wurde auch den MPAs der Kontrollgruppe die Schulung gemäss dem CCM ermöglicht. Unser Follow-Up wurde 4 Jahre nach CARATStudienbeginn durchgeführt. Das Outcome bezog sich auf das Verhältnis der Praxen, welche ihre Patienten gemäss dem CCM oder ohne das CCM betreuten, sowie auf die Gründe für ein Beibehalten oder Wechsel zum konservativen Behandlungsschema. Zusätzlich wurde die Entwicklung der klinischen Parameter und des Patient Assessment of Care for Chronic Conditions (PACIC) sowie ihre mögliche Abhängigkeit von der ursprünglichen Randomisierung und der aktuellen Behandlungskultur (mit oder ohne CCM) über den verlängerten Zeitraum untersucht. 1.3 Resultate Von den initial 30 CARAT-Praxen mit insgesamt 303 Patienten, welche die CARATStudie 2011 vollständig abgeschlossen haben, nahmen 24 Praxen mit entsprechend 194 Patienten am Follow-Up teil. 2 Praxen mit kumulativ 12 Patienten wurden von der Daten-Analyse ausgeschlossen, da die zuständige MPA keine CCM-Schulung absolviert hatte. Somit wurden die Daten von 22 Praxen mit kumulativ 182 Patienten ausgewertet. 40.91% (9/22) der Praxen betreuten ihre Patienten (40.66%, 74/182) weiterhin gemäss dem CCM. Es bestand eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Praxen ihre Patienten gemäss dem CCM betreuten, wenn sie ursprünglich der CARAT-Interventionsgruppe zugeordnet waren (p=0.000). Als Hauptgrund für das Nicht-Fortführen des CCM wurden Personal- und Organisationsprobleme angegeben (n = 9, 40.91%). Auch finanzielle Aspekte (n = 4, 18.18%) sowie der Unwille seitens der Hausärzte, die Patientenbetreuung abzugeben (n = 4, 18.18%), waren ausschlaggebend. Die Entwicklung sowohl der klinischen Parameter (insbesondere des HbA1c, weniger des LDL-Cholesterins) als auch des PACIC zeigten diverse signifikante positive Effekte zugunsten der Praxen, die ursprünglich der Interventionsgruppe zugeteilt waren und zugunsten der Praxen, die ihre Patienten weiterhin gemäss dem CCM betreuen. 1.4 Schlussfolgerung Das CCM ist ein sinnvolles, praktisches und auch mittelfristig umsetzbares Tool zur Verbesserung der Betreuung von Diabetikern in der Grundversorgung. Es besteht jedoch Optimierungsbedarf bezüglich der organisatorischen, der personellen sowie der gesundheitspolitischen Umsetzung, um eine langfristige Implementierung zu ermöglichen.

Abstract

1.1 Hintergrund In vielen Industrieländern zeigt sich eine zunehmende Diskrepanz zwischen einerseits steigenden Patientenzahlen mit chronischen Erkrankungen und andererseits einem Mangel an einer kontinuierlichen Betreuung, Kontrolle der Risikofaktoren und damit einer Verhinderung des Voranschreitens auf dem Kontinuum, das chronische Krankheiten darstellen. Um dieser zunehmenden Herausforderung der Grundversorgung zu begegnen, wurden teamorientierte Lösungsansätze wie das Chronic Care Model (CCM) entwickelt. Die clusterrandomisierte, kontrollierte Chronic CARe for diAbeTes study (CARAT-Studie) konnte, durch die Einbeziehung einer Medizinischen Praxisassistentin (MPA) in die Versorgung von Diabetes mellitus Typ 2-Patienten, in der Schweiz erstmalig einen positiven Effekt auf kardiovaskuläre Risikofaktoren ebenso wie auf die Zufriedenheit der Patienten mit der hausärztlichen Versorgung zeigen. Das Ziel unserer Studie ist es, zu untersuchen, ob auch eine mittelfristige Umsetzung des CCM in kleinen Hausarztpraxen möglich und praktikabel ist und zu explorieren, inwieweit die objektiven und subjektiven Endpunkte der CARAT-Studie anhalten. 1.2 Methoden B ei unserem Follow-Up handelt es sich um eine fragebogenbasierte Observationsstudie unter den teilnehmenden Praxen der abgeschlossenen CARATStudie und deren selektioniertem Patienten-Klientel. Die cluster-randomisierte, kontrollierte Interventionsstudie mit 30 teilnehmenden Praxen startete 2010 und endete 2011. In der Interventionsgruppe wurden Elemente des CCM in die Betreuungsstruktur von Diabetespatienten implementiert, insbesondere die federführende Rolle der MPA in der Betreuung der Diabetes-Patienten. Im Anschluss an die CARAT-Studie wurde auch den MPAs der Kontrollgruppe die Schulung gemäss dem CCM ermöglicht. Unser Follow-Up wurde 4 Jahre nach CARATStudienbeginn durchgeführt. Das Outcome bezog sich auf das Verhältnis der Praxen, welche ihre Patienten gemäss dem CCM oder ohne das CCM betreuten, sowie auf die Gründe für ein Beibehalten oder Wechsel zum konservativen Behandlungsschema. Zusätzlich wurde die Entwicklung der klinischen Parameter und des Patient Assessment of Care for Chronic Conditions (PACIC) sowie ihre mögliche Abhängigkeit von der ursprünglichen Randomisierung und der aktuellen Behandlungskultur (mit oder ohne CCM) über den verlängerten Zeitraum untersucht. 1.3 Resultate Von den initial 30 CARAT-Praxen mit insgesamt 303 Patienten, welche die CARATStudie 2011 vollständig abgeschlossen haben, nahmen 24 Praxen mit entsprechend 194 Patienten am Follow-Up teil. 2 Praxen mit kumulativ 12 Patienten wurden von der Daten-Analyse ausgeschlossen, da die zuständige MPA keine CCM-Schulung absolviert hatte. Somit wurden die Daten von 22 Praxen mit kumulativ 182 Patienten ausgewertet. 40.91% (9/22) der Praxen betreuten ihre Patienten (40.66%, 74/182) weiterhin gemäss dem CCM. Es bestand eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Praxen ihre Patienten gemäss dem CCM betreuten, wenn sie ursprünglich der CARAT-Interventionsgruppe zugeordnet waren (p=0.000). Als Hauptgrund für das Nicht-Fortführen des CCM wurden Personal- und Organisationsprobleme angegeben (n = 9, 40.91%). Auch finanzielle Aspekte (n = 4, 18.18%) sowie der Unwille seitens der Hausärzte, die Patientenbetreuung abzugeben (n = 4, 18.18%), waren ausschlaggebend. Die Entwicklung sowohl der klinischen Parameter (insbesondere des HbA1c, weniger des LDL-Cholesterins) als auch des PACIC zeigten diverse signifikante positive Effekte zugunsten der Praxen, die ursprünglich der Interventionsgruppe zugeteilt waren und zugunsten der Praxen, die ihre Patienten weiterhin gemäss dem CCM betreuen. 1.4 Schlussfolgerung Das CCM ist ein sinnvolles, praktisches und auch mittelfristig umsetzbares Tool zur Verbesserung der Betreuung von Diabetikern in der Grundversorgung. Es besteht jedoch Optimierungsbedarf bezüglich der organisatorischen, der personellen sowie der gesundheitspolitischen Umsetzung, um eine langfristige Implementierung zu ermöglichen.

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Item Type:Dissertation
Referees:Rosemann Thomas, Chmiel Corinne
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Institute of General Practice
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2016
Deposited On:08 Feb 2017 16:25
Last Modified:28 Apr 2017 07:07

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