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Fremde Dinge. Die Rezeption Afrikanischer Kunst als kulturelle Aneignung


Malefakis, Alexis (2009). Fremde Dinge. Die Rezeption Afrikanischer Kunst als kulturelle Aneignung. Münchner Beiträge zur Völkerkunde, 13:111-134.

Abstract

Seit den frühen Begegnungen zwischen Europa und Afrika im 15. Jahrhundert haben Europäer afrikanische Artefakte gesammelt und nach Europa gebracht. Die Bedeutungen und Bewertungen, die diese Objekte in Europa erfahren haben, unterlagen im Laufe der Zeit zum Teil einem starken Wandel. Seien es frühe Stigmatisierungen afrikanischer Objekte als „primitive Fetische“ oder die ausgiebige Diskussion der ästhetischen Eigenschaften traditioneller afrikanischer Artefakte – solche Bedeutungszuschreibungen müssen als Produkte eines fortlaufenden Prozesses der kulturellen Aneignung afrikanischer materieller Kultur durch Europa verstanden werden. Der Begriff der kulturellen Aneignung beschreibt den Prozess, durch den ein Objekt aus einer anderen Kultur zu einem bedeutungsvollen Artefakt der eigenen Kultur wird, entweder, indem es physisch verändert wird, oder aber indem es mit neuen Bedeutungen versehen wird. Dieser Ansatz wurde in ethnologischer Diskussionen der Globalisierung und Verbreitung massenproduzierter Konsumwaren formuliert. Die Idee der kulturellen Aneignung auf das Genre der afrikanischen Kunst anzuwenden wirft weitreichende Fragen auf – nicht über die kulturellen Bedeutungen dieser Objekte in ihren Herkunftsgesellschaften, sondern über die Diskurse und Praktiken durch die sie zu bedeutungsvollen Artefakten des Westens wurden. Dieser Perspektivwechsel entlarvt die Idee der afrikanischen Kunst als ein vornehmlich westlich-europäisches Konzept.

Abstract

Seit den frühen Begegnungen zwischen Europa und Afrika im 15. Jahrhundert haben Europäer afrikanische Artefakte gesammelt und nach Europa gebracht. Die Bedeutungen und Bewertungen, die diese Objekte in Europa erfahren haben, unterlagen im Laufe der Zeit zum Teil einem starken Wandel. Seien es frühe Stigmatisierungen afrikanischer Objekte als „primitive Fetische“ oder die ausgiebige Diskussion der ästhetischen Eigenschaften traditioneller afrikanischer Artefakte – solche Bedeutungszuschreibungen müssen als Produkte eines fortlaufenden Prozesses der kulturellen Aneignung afrikanischer materieller Kultur durch Europa verstanden werden. Der Begriff der kulturellen Aneignung beschreibt den Prozess, durch den ein Objekt aus einer anderen Kultur zu einem bedeutungsvollen Artefakt der eigenen Kultur wird, entweder, indem es physisch verändert wird, oder aber indem es mit neuen Bedeutungen versehen wird. Dieser Ansatz wurde in ethnologischer Diskussionen der Globalisierung und Verbreitung massenproduzierter Konsumwaren formuliert. Die Idee der kulturellen Aneignung auf das Genre der afrikanischen Kunst anzuwenden wirft weitreichende Fragen auf – nicht über die kulturellen Bedeutungen dieser Objekte in ihren Herkunftsgesellschaften, sondern über die Diskurse und Praktiken durch die sie zu bedeutungsvollen Artefakten des Westens wurden. Dieser Perspektivwechsel entlarvt die Idee der afrikanischen Kunst als ein vornehmlich westlich-europäisches Konzept.

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Additional indexing

Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Department of Social Anthropology and Cultural Studies
Dewey Decimal Classification:060 Associations, organizations & museums
300 Social sciences, sociology & anthropology
390 Customs, etiquette & folklore
700 Arts
960 History of Africa
Uncontrolled Keywords:Sammlung, Museum, Afrika, Kolonialismus, Ausstellung
Language:German
Date:2009
Deposited On:02 Feb 2017 12:46
Last Modified:02 Feb 2017 12:49
Publisher:Staatliches Museum für Völkerkunde München
ISSN:0936-837X
Related URLs:http://www.museum-fuenf-kontinente.de/forschung/journal-fuenf-kontinente/m%C3%BCnchner-beitr%C3%A4ge-zur-v%C3%B6lkerkunde-band-13.html (Organisation)

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