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Charakteristika sadistischer Sexualstraftäter


Chaudhry, Homayon. Charakteristika sadistischer Sexualstraftäter. 2016, University of Zurich, Faculty of Medicine.

Abstract

Hintergrund: Die von pornographischer, krimineller Gewalt und Gesellschaftskritik geprägten Werke des 1814 gestorbenen französischen Schriftstellers de Sade inspirierten die Namensgebung eines Sexualverhaltens, das sich fremdgefährlich manifestieren kann – dem Sadismus. Ein mittels Literaturrecherche erstellter Themeneinstieg streift stichpunktartig die Entwicklung der Sadismusforschung seit de Sade bis zur Gegenwart und benennt einige typische Charakteristika sexualsadistischer Täter anhand konkreter Fallbeispiele. Die 2009 von Nitschke, Osterheider und Mokros publizierte Severe Sexual Sadism Scale (SESAS) zielt auf eine objektivierbare Diagnostik sexualsadistischer Delinquenz, zumal es kriminalprognostisch hilfreich wäre, unauffällig agierende Sadisten innerhalb der Menge aller Sexualstraftäter gezielter zu identifizieren.
Methoden: Eine Stichprobe von 204 Sexualstraftätern wird in hochscorende Sadisten (SESAS-Cutoffwert ≥ 4) und niedrigscorende Nichtsadisten unterteilt und die Gesamt-stichprobe sowie beide Subgruppen werden auf soziodemographische, diagnostische und deliktspezifische Charakteristika hin untersucht. Die durch fachlich qualifizierte Mitarbeiterinnen des Zürcher Psychiatrisch Psychologischen Dienstes (PPD) analysierten Klienten- und Strafakten sowie Strafregisterauszüge dienen als Informationsgrundlage der Datenerhebung. Als Erhebungsinstrumente kommen SESAS und Psychopathy Check List Revised (PCL-R) zur Anwendung. Die statistische Auswertung erfolgt deskriptiv und verwendet Chi-Quadrat-Tests, Korrelationsanalysen, sowie Cramer’s V. Die Wahrscheinlichkeitsmessung erfolgt auf dem 0.05-Signifikanzniveau.
Resultate: SESAS-Hoch- und Niedrigscorer unterscheiden sich signifikant bei den Charakteristika früher Elterntod, Kindsmissbrauch, Vergewaltigung, sexuell motivierte Tötung, Täter-Opfer-Bekanntschaft, Waffeneinsatz, Störungen im Kindesalter und Komorbidität mit Persönlichkeitsstörungen. Eine weitere Korrelation zeigt sich zwischen den Variablen SESAS-Ergebnis und erreichtem Punktewert bei Faktor 1 und Gesamtsumme der Psychopathy Checklist-Revised (PCL-R).

Abstract

Hintergrund: Die von pornographischer, krimineller Gewalt und Gesellschaftskritik geprägten Werke des 1814 gestorbenen französischen Schriftstellers de Sade inspirierten die Namensgebung eines Sexualverhaltens, das sich fremdgefährlich manifestieren kann – dem Sadismus. Ein mittels Literaturrecherche erstellter Themeneinstieg streift stichpunktartig die Entwicklung der Sadismusforschung seit de Sade bis zur Gegenwart und benennt einige typische Charakteristika sexualsadistischer Täter anhand konkreter Fallbeispiele. Die 2009 von Nitschke, Osterheider und Mokros publizierte Severe Sexual Sadism Scale (SESAS) zielt auf eine objektivierbare Diagnostik sexualsadistischer Delinquenz, zumal es kriminalprognostisch hilfreich wäre, unauffällig agierende Sadisten innerhalb der Menge aller Sexualstraftäter gezielter zu identifizieren.
Methoden: Eine Stichprobe von 204 Sexualstraftätern wird in hochscorende Sadisten (SESAS-Cutoffwert ≥ 4) und niedrigscorende Nichtsadisten unterteilt und die Gesamt-stichprobe sowie beide Subgruppen werden auf soziodemographische, diagnostische und deliktspezifische Charakteristika hin untersucht. Die durch fachlich qualifizierte Mitarbeiterinnen des Zürcher Psychiatrisch Psychologischen Dienstes (PPD) analysierten Klienten- und Strafakten sowie Strafregisterauszüge dienen als Informationsgrundlage der Datenerhebung. Als Erhebungsinstrumente kommen SESAS und Psychopathy Check List Revised (PCL-R) zur Anwendung. Die statistische Auswertung erfolgt deskriptiv und verwendet Chi-Quadrat-Tests, Korrelationsanalysen, sowie Cramer’s V. Die Wahrscheinlichkeitsmessung erfolgt auf dem 0.05-Signifikanzniveau.
Resultate: SESAS-Hoch- und Niedrigscorer unterscheiden sich signifikant bei den Charakteristika früher Elterntod, Kindsmissbrauch, Vergewaltigung, sexuell motivierte Tötung, Täter-Opfer-Bekanntschaft, Waffeneinsatz, Störungen im Kindesalter und Komorbidität mit Persönlichkeitsstörungen. Eine weitere Korrelation zeigt sich zwischen den Variablen SESAS-Ergebnis und erreichtem Punktewert bei Faktor 1 und Gesamtsumme der Psychopathy Checklist-Revised (PCL-R).

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Item Type:Dissertation
Referees:Endrass Jérôme, Seifritz Erich
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > Psychiatric University Hospital Zurich > Clinic for Psychiatry, Psychotherapy, and Psychosomatics
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2016
Deposited On:07 Mar 2017 14:09
Last Modified:17 Oct 2017 08:28
Number of Pages:94
Related URLs:http://www.recherche-portal.ch/ZAD:default_scope:ebi01_prod010795022 (Library Catalogue)

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