Header

UZH-Logo

Maintenance Infos

Räuberkinder – ein fragmentarisches Mosaik aus dem späten 18. Jahrhundert


Ritzmann, Iris (2017). Räuberkinder – ein fragmentarisches Mosaik aus dem späten 18. Jahrhundert. Schriften zur Kulturgeschichte, 46:217-230.

Abstract

Auf der Suche nach der medizinischen Behandlung kranker Waisenkinder stieß ich auf das Schicksal eines einzelnen Jugendlichen. Ich suchte in den Akten nach Hinweisen, die mir eine Auseinandersetzung mit seinen Lebensumständen und seiner Familie ermöglichten. Die einzelnen Hinweise verdichteten sich zu einem lückenhaften Mosaik, das mich die Institution des Waisenhauses in einer anderen, neuen Perspektive erkennen ließ: Es handelte sich nicht einfach um eine soziale Einrichtung, die elternlose Kinder betreute, sondern um eine disziplinarische Institution, die mit der Wegnahme und Disziplinierung von Kindern die unliebsame gesellschaftliche Randgruppe der „Jauner“ auslöschen sollte. Mit diesem Ausflug zu den „Jaunern“ und Räuberbanden wich ich zwar zwischenzeitlich von meiner ursprünglichen Fragestellung ab. Erst diese Abweichung ermöglichte mir aber die Sicht auf wesentliche Hintergründe, die ich mit dem Fokus auf medizinische Behandlungen vermutlich weniger oder gar nicht hätte erkennen können. Ein tieferes Verständnis für den Umgang mit Waisenkindern, ob krank oder gesund, wäre mir verborgen geblieben. Im Nachhinein erweist sich der quellenkritische Umweg zur einzelnen historischen Figur durchaus als sinnvoll, um jenseits eigener Vorstellungen neue Erkenntnisse gewinnen zu können.

Abstract

Auf der Suche nach der medizinischen Behandlung kranker Waisenkinder stieß ich auf das Schicksal eines einzelnen Jugendlichen. Ich suchte in den Akten nach Hinweisen, die mir eine Auseinandersetzung mit seinen Lebensumständen und seiner Familie ermöglichten. Die einzelnen Hinweise verdichteten sich zu einem lückenhaften Mosaik, das mich die Institution des Waisenhauses in einer anderen, neuen Perspektive erkennen ließ: Es handelte sich nicht einfach um eine soziale Einrichtung, die elternlose Kinder betreute, sondern um eine disziplinarische Institution, die mit der Wegnahme und Disziplinierung von Kindern die unliebsame gesellschaftliche Randgruppe der „Jauner“ auslöschen sollte. Mit diesem Ausflug zu den „Jaunern“ und Räuberbanden wich ich zwar zwischenzeitlich von meiner ursprünglichen Fragestellung ab. Erst diese Abweichung ermöglichte mir aber die Sicht auf wesentliche Hintergründe, die ich mit dem Fokus auf medizinische Behandlungen vermutlich weniger oder gar nicht hätte erkennen können. Ein tieferes Verständnis für den Umgang mit Waisenkindern, ob krank oder gesund, wäre mir verborgen geblieben. Im Nachhinein erweist sich der quellenkritische Umweg zur einzelnen historischen Figur durchaus als sinnvoll, um jenseits eigener Vorstellungen neue Erkenntnisse gewinnen zu können.

Statistics

Additional indexing

Item Type:Journal Article, not refereed, original work
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > Institute of Biomedical Ethics and History of Medicine
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2017
Deposited On:27 Dec 2017 12:02
Last Modified:19 Feb 2018 09:51
Publisher:Verlag Dr. Kovac
ISSN:1862-7277
OA Status:Closed

Download

Full text not available from this repository.