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Kastration der Hündin – neue und alte Erkenntnisse zu Vor- und Nachteilen


Arlt, S; Wehrend, A; Reichler, Iris M (2017). Kastration der Hündin – neue und alte Erkenntnisse zu Vor- und Nachteilen. Tierärztliche Praxis, 45(4):253-263.

Abstract

Die Beratung von Hundehaltern bezüglich der Vorteile und Nachteile sowie des optimalen Zeitpunktes der Kastration einer Hündin ist komplex und sollte sich auf verlässliche Daten aus der Wissenschaft stützen sowie individuelle Belange berücksichtigen. Bei genauerer Betrachtung der aktuellen Publikationen zu diesem Thema fällt auf, dass einige lange für robust gehaltene Informationen etwas angepasst oder aktualisiert werden müssen. Ein offensichtlicher Vorteil der elektiven Kastration ist, dass Erkrankungen der Ovarien und sexualsteroidabhängige Erkrankungen wie Metropathien nicht auftreten. Weiterhin ist ein gewisser protektiver Effekt einer frühzeitigen Kastration auf die Entstehung von Mammatumoren anzunehmen, wenngleich dafür derzeit eine schwache wissenschaftliche Evidenz besteht und der Effekt vermutlich geringer ausfällt, als in einigen älteren Publikationen angegeben wurde. Die Kastration hat jedoch auch Nachteile. Als häufigste negative Folge wird seit Jahrzehnten die Harninkontinenz beschrieben. Aussagen zur Inzidenz sowie zu weiteren Einflussfaktoren, wie Kastrationszeitpunkt in Bezug zur Pubertät, sind jedoch uneinheitlich.Aktuell werden vor allem das gehäufte Auftreten verschiedener Tumorerkrankungen, die nicht direkt mit dem Reproduktionstrakt in Verbindung stehen, sowie ein höheres Risiko für Erkrankungen des Bewegungsapparats bei kastrierten Tieren diskutiert. Weitere Einflussfaktoren wie der Ernährungszustand des Hundes, Alter und/oder Haltung wurden jedoch häufig nicht erfasst. Die Datenlage zur Auswirkung der Kastration auf den Stoffwechsel und das Immunsystem der Hündin ist derzeit ungenügend. Wünscht der Tierbesitzer eine Kastration, bedarf es in jedem Fall einer eingehenden Beratung, die individuelle, rasse- und haltungsbezogene Aspekte einschließt. Derzeit ist eine Kastration am ehesten zwischen der ersten und zweiten Läufigkeit zu empfehlen, da ein gewisser protektiver Effekt auf die Entstehung von Mammatumoren anzunehmen ist und das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen nach heutigem Wissensstand moderat ausfällt.

Abstract

Die Beratung von Hundehaltern bezüglich der Vorteile und Nachteile sowie des optimalen Zeitpunktes der Kastration einer Hündin ist komplex und sollte sich auf verlässliche Daten aus der Wissenschaft stützen sowie individuelle Belange berücksichtigen. Bei genauerer Betrachtung der aktuellen Publikationen zu diesem Thema fällt auf, dass einige lange für robust gehaltene Informationen etwas angepasst oder aktualisiert werden müssen. Ein offensichtlicher Vorteil der elektiven Kastration ist, dass Erkrankungen der Ovarien und sexualsteroidabhängige Erkrankungen wie Metropathien nicht auftreten. Weiterhin ist ein gewisser protektiver Effekt einer frühzeitigen Kastration auf die Entstehung von Mammatumoren anzunehmen, wenngleich dafür derzeit eine schwache wissenschaftliche Evidenz besteht und der Effekt vermutlich geringer ausfällt, als in einigen älteren Publikationen angegeben wurde. Die Kastration hat jedoch auch Nachteile. Als häufigste negative Folge wird seit Jahrzehnten die Harninkontinenz beschrieben. Aussagen zur Inzidenz sowie zu weiteren Einflussfaktoren, wie Kastrationszeitpunkt in Bezug zur Pubertät, sind jedoch uneinheitlich.Aktuell werden vor allem das gehäufte Auftreten verschiedener Tumorerkrankungen, die nicht direkt mit dem Reproduktionstrakt in Verbindung stehen, sowie ein höheres Risiko für Erkrankungen des Bewegungsapparats bei kastrierten Tieren diskutiert. Weitere Einflussfaktoren wie der Ernährungszustand des Hundes, Alter und/oder Haltung wurden jedoch häufig nicht erfasst. Die Datenlage zur Auswirkung der Kastration auf den Stoffwechsel und das Immunsystem der Hündin ist derzeit ungenügend. Wünscht der Tierbesitzer eine Kastration, bedarf es in jedem Fall einer eingehenden Beratung, die individuelle, rasse- und haltungsbezogene Aspekte einschließt. Derzeit ist eine Kastration am ehesten zwischen der ersten und zweiten Läufigkeit zu empfehlen, da ein gewisser protektiver Effekt auf die Entstehung von Mammatumoren anzunehmen ist und das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen nach heutigem Wissensstand moderat ausfällt.

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Other titles:Neutering of female dogs – old and new insights into Pros and Cons
Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:05 Vetsuisse Faculty > Veterinary Clinic > Department of Farm Animals
Dewey Decimal Classification:570 Life sciences; biology
630 Agriculture
Uncontrolled Keywords:Neutering of female dogs; guidance in decision making; ovariohysterectomy; side effects
Language:German
Date:23 October 2017
Deposited On:26 Jan 2018 16:23
Last Modified:19 Feb 2018 10:02
Publisher:Schattauer
ISSN:0303-6286
OA Status:Closed
Publisher DOI:https://doi.org/10.15654/TPK-170322
PubMed ID:28787064

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