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Unterschenkelfrakturen beim alpinen Skisport - Einfluss von Skischuhen und Unfallmechanismus


Buerkner, A; Simmen, H P (2008). Unterschenkelfrakturen beim alpinen Skisport - Einfluss von Skischuhen und Unfallmechanismus. Sportverletzung - Sportschaden, 22(4):207-212.

Abstract

Hintergrund: Obwohl sich die Verletzungsmuster der unteren Extremität beim Skifahren seit 1970 deutlich verändert haben, stellen Unterschenkelfrakturen weiterhin ein tägliches Bild von skigebietnahen Kliniken dar. Aufgrund der häufigen Kapselbandverletzungen des Kniegelenks haben sich bisher viele wissenschaftliche Studien mit der Relevanz der Bindung auseinandergesetzt. Der Einfluss des Skischuhs und des Unfallmechanismus auf das Verletzungsmuster, insbesonders auf Frakturen der unteren Extremität, wurde jedoch vernachlässigt. Material und Methode: Zu diesem Zweck wurden in einem Spital in unmittelbarer Nähe zu einem großen Skigebiet in den Zentralalpen insgesamt 49 Unterschenkelfrakturen, welche beim Skifahren entstanden sind, untersucht. Dokumentiert wurde der Frakturtyp nach AO-Klassifikation, der Unfallmechanismus, die Skierfahrung sowie Spezifikationen zu den Skischuhen. Hier wurde der Typ und, soweit vorhanden, der Flexibilitätsindex der Skischuhe festgehalten. Außerdem wurde dokumentiert, ob sich die Bindung bei dem Ereignis geöffnet hat. Ergebnisse: Im Gegensatz zu anderen Studien zeigt unser Patientengut eine breite Altersverteilung mit einem hohen Anteil an älteren und erfahrenen Skifahrern. Bei jungen oder unerfahrenen Sportlern dominieren die tibialen Schaftfrakturen. Bei zunehmender Skierfahrung verbreitert sich das Frakturspektrum auf den gesamten Unterschenkel. 62 % aller Frakturen entstanden durch Rotationstraumen. Stauchungen, dorsale Kräfte und direkte Kollisionen spielen eine Nebenrolle. Bei 59 % aller Unfälle hat sich die Skibindung beim Sturz nicht geöffnet. In diesen Fällen zeigt sich bei den gelenksnahen Frakturen eine erhöhtes Risiko für komplexe Frakturmuster nach AO. 23 % aller Verletzungen entstanden beim Gebrauch von Leihschuhen. Lediglich 16 % aller Skischuhe geben einen Wert für die Flexibilität an. Unter den Herstellern gibt es keine einheitliche Normierung. Es lässt sich der Trend ableiten, dass bei starren Schuhen mit hohem Flexibilitätsindex die Frakturmuster im Schaftbereich dominieren. Einen eigenen Aspekt bieten Snowblades mit 10 % aller Frakturen. Bei nicht vorhandenen Sicherheitsbindungen verursachen die Kurzskier trotz niedriger Hebelkräfte einen hohen Anteil der Verletzungen. Schlussfolgerung: Unterschenkelfrakturen bleiben als eine häufige Verletzung beim alpinen Skisport weiterhin präsent. Zunehmende Dynamik durch verbesserte Materialtechnik führt zu verstärkten Kräften auf die untere Extremität. Da Rotationsbelastung den Hauptunfallmechnismus für Unterschenkelfrakturen darstellt, ist neben der exakten Justierung der Bindung auf Größe, Gewicht und skifahrerisches Können auch die Anpassung der Flexibilität der Skischuhe an das Können des Skifahrers notwendig. Empfehlenswert ist eine einheitlich normierte Kennzeichnung der Flexibilität der Skischuhe durch den Hersteller, um dem Kunden den Vergleich zu ermöglichen.

Abstract

Hintergrund: Obwohl sich die Verletzungsmuster der unteren Extremität beim Skifahren seit 1970 deutlich verändert haben, stellen Unterschenkelfrakturen weiterhin ein tägliches Bild von skigebietnahen Kliniken dar. Aufgrund der häufigen Kapselbandverletzungen des Kniegelenks haben sich bisher viele wissenschaftliche Studien mit der Relevanz der Bindung auseinandergesetzt. Der Einfluss des Skischuhs und des Unfallmechanismus auf das Verletzungsmuster, insbesonders auf Frakturen der unteren Extremität, wurde jedoch vernachlässigt. Material und Methode: Zu diesem Zweck wurden in einem Spital in unmittelbarer Nähe zu einem großen Skigebiet in den Zentralalpen insgesamt 49 Unterschenkelfrakturen, welche beim Skifahren entstanden sind, untersucht. Dokumentiert wurde der Frakturtyp nach AO-Klassifikation, der Unfallmechanismus, die Skierfahrung sowie Spezifikationen zu den Skischuhen. Hier wurde der Typ und, soweit vorhanden, der Flexibilitätsindex der Skischuhe festgehalten. Außerdem wurde dokumentiert, ob sich die Bindung bei dem Ereignis geöffnet hat. Ergebnisse: Im Gegensatz zu anderen Studien zeigt unser Patientengut eine breite Altersverteilung mit einem hohen Anteil an älteren und erfahrenen Skifahrern. Bei jungen oder unerfahrenen Sportlern dominieren die tibialen Schaftfrakturen. Bei zunehmender Skierfahrung verbreitert sich das Frakturspektrum auf den gesamten Unterschenkel. 62 % aller Frakturen entstanden durch Rotationstraumen. Stauchungen, dorsale Kräfte und direkte Kollisionen spielen eine Nebenrolle. Bei 59 % aller Unfälle hat sich die Skibindung beim Sturz nicht geöffnet. In diesen Fällen zeigt sich bei den gelenksnahen Frakturen eine erhöhtes Risiko für komplexe Frakturmuster nach AO. 23 % aller Verletzungen entstanden beim Gebrauch von Leihschuhen. Lediglich 16 % aller Skischuhe geben einen Wert für die Flexibilität an. Unter den Herstellern gibt es keine einheitliche Normierung. Es lässt sich der Trend ableiten, dass bei starren Schuhen mit hohem Flexibilitätsindex die Frakturmuster im Schaftbereich dominieren. Einen eigenen Aspekt bieten Snowblades mit 10 % aller Frakturen. Bei nicht vorhandenen Sicherheitsbindungen verursachen die Kurzskier trotz niedriger Hebelkräfte einen hohen Anteil der Verletzungen. Schlussfolgerung: Unterschenkelfrakturen bleiben als eine häufige Verletzung beim alpinen Skisport weiterhin präsent. Zunehmende Dynamik durch verbesserte Materialtechnik führt zu verstärkten Kräften auf die untere Extremität. Da Rotationsbelastung den Hauptunfallmechnismus für Unterschenkelfrakturen darstellt, ist neben der exakten Justierung der Bindung auf Größe, Gewicht und skifahrerisches Können auch die Anpassung der Flexibilität der Skischuhe an das Können des Skifahrers notwendig. Empfehlenswert ist eine einheitlich normierte Kennzeichnung der Flexibilität der Skischuhe durch den Hersteller, um dem Kunden den Vergleich zu ermöglichen.

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Other titles:Fractures of the Lower Extremity in Skiing - the Influence of Ski Boots and Injury Pattern
Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Clinic for Trauma Surgery
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:English
Date:25 April 2008
Deposited On:09 Feb 2010 13:47
Last Modified:05 Jan 2017 14:50
Publisher:Thieme
ISSN:0932-0555
Publisher DOI:https://doi.org/10.1055/s-2008-1027947

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