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Subjektive Krankheitskonzepte bei depressiven Störungen: Längsschnittstudie einer rehabilitativen Maßnahme


Horn, A B; Kneisler, L; Schuster, H; Traue, H C (2010). Subjektive Krankheitskonzepte bei depressiven Störungen: Längsschnittstudie einer rehabilitativen Maßnahme. Zeitschrift für Gesundheitspsychologie, 18(1):40-51.

Abstract

Depressive Störungen sind ein weit verbreitetes und oft chronisches Gesundheitsproblem mit erheblichem
Leiden des Individuums und hohen Gesundheitskosten. Die subjektiven Wahrnehmungen einer solchen Erkrankung
korrelieren mit deren Bewältigung. Dies kann insbesondere für depressive Störungen angenommen werden, da bei Depressionen
die dysfunktionalen kognitiven Bewertungsprozesse sowohl ätiologisch relevant sind als auch die Krankheitsbewältigung
ungünstig beeinflussen. Diese Studie hat zum Ziel, Zusammenhänge zwischen Dimensionen der Krankheitskonzepte von
Patientinnen und Patienten, der depressiven Symptomatik und positivem Affekt zu untersuchen. Dazu wurden 60 Patientinnen
und Patienten einer stationären psychosomatischen Rehabilitationsmaßnahme sowohl im Quer- als auch im Längsschnitt
bis zur dreimonatigen Katamnese nach Entlassung befragt. Die Studienteilnehmer wurden weiterhin randomisiert einer
Expressiven Schreib- oder einer Kontrollbedingung zugeteilt, um die Effekte dieser Minimalintervention als adjunkte Maßnahme
zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Wahrnehmung des zeitlichen Verlaufs und des Schwergrads der Depression
sowie die emotionalen Repräsentationen der eigenen Erkrankung mit vermehrten depressiven Symptomen assoziiert sind. Im
Längsschnitt zeigt sich, dass die Ausprägung kontrollbezogener subjektiver Krankheitskonzepte mit unterschiedlichen Verläufen
der depressiven Symptomatik und des Wohlbefindens über einen Zeitraum von 3 Monaten nach Beendigung des stationären
Aufenthalts im Zusammenhang stehen. Die subjektiv erlebte Kohärenz des Krankheitskonzepts war nur mit dem Wohlbefinden,
aber nicht mit Depression verbunden. Expressives Schreiben konnte in dieser kleinen Gruppe zusätzlich zum
stationären Aufenthalt zwar keine signifikanten Verbesserungen erzielen, jedoch zeigt sich, dass Personen mit einer stark
ausgeprägten Neigung zu emotionalen Repräsentationen tendenziell mehr vom Schreiben profitieren und dass sich dieser
Effekt über die Zeit zu verstärken scheint.
Schlüsselwörter: Krankheitskonzept, Depression, Expressives Schreiben

Abstract

Depressive Störungen sind ein weit verbreitetes und oft chronisches Gesundheitsproblem mit erheblichem
Leiden des Individuums und hohen Gesundheitskosten. Die subjektiven Wahrnehmungen einer solchen Erkrankung
korrelieren mit deren Bewältigung. Dies kann insbesondere für depressive Störungen angenommen werden, da bei Depressionen
die dysfunktionalen kognitiven Bewertungsprozesse sowohl ätiologisch relevant sind als auch die Krankheitsbewältigung
ungünstig beeinflussen. Diese Studie hat zum Ziel, Zusammenhänge zwischen Dimensionen der Krankheitskonzepte von
Patientinnen und Patienten, der depressiven Symptomatik und positivem Affekt zu untersuchen. Dazu wurden 60 Patientinnen
und Patienten einer stationären psychosomatischen Rehabilitationsmaßnahme sowohl im Quer- als auch im Längsschnitt
bis zur dreimonatigen Katamnese nach Entlassung befragt. Die Studienteilnehmer wurden weiterhin randomisiert einer
Expressiven Schreib- oder einer Kontrollbedingung zugeteilt, um die Effekte dieser Minimalintervention als adjunkte Maßnahme
zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Wahrnehmung des zeitlichen Verlaufs und des Schwergrads der Depression
sowie die emotionalen Repräsentationen der eigenen Erkrankung mit vermehrten depressiven Symptomen assoziiert sind. Im
Längsschnitt zeigt sich, dass die Ausprägung kontrollbezogener subjektiver Krankheitskonzepte mit unterschiedlichen Verläufen
der depressiven Symptomatik und des Wohlbefindens über einen Zeitraum von 3 Monaten nach Beendigung des stationären
Aufenthalts im Zusammenhang stehen. Die subjektiv erlebte Kohärenz des Krankheitskonzepts war nur mit dem Wohlbefinden,
aber nicht mit Depression verbunden. Expressives Schreiben konnte in dieser kleinen Gruppe zusätzlich zum
stationären Aufenthalt zwar keine signifikanten Verbesserungen erzielen, jedoch zeigt sich, dass Personen mit einer stark
ausgeprägten Neigung zu emotionalen Repräsentationen tendenziell mehr vom Schreiben profitieren und dass sich dieser
Effekt über die Zeit zu verstärken scheint.
Schlüsselwörter: Krankheitskonzept, Depression, Expressives Schreiben

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Psychology
Dewey Decimal Classification:150 Psychology
Date:2010
Deposited On:24 Nov 2010 12:49
Last Modified:05 Apr 2016 14:26
Publisher:Hogrefe
ISSN:0943-8149
Publisher DOI:https://doi.org/10.1026/0943-8149/a000006

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