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Hirnforschung: sinnvolle Ergänzung oder überflüssiges Anhängsel der Psychologie?


Jäncke, Lutz (2010). Hirnforschung: sinnvolle Ergänzung oder überflüssiges Anhängsel der Psychologie? Psychologische Rundschau, 61(4):191-198.

Abstract

Die Hirnforschung ist eine für die akademische Psychologie wichtige aber auch herausfordernde Wis- senschaftsdisziplin. Ihr Nutzen zur Beantwortung psychologischer Fragestellungen wird zunehmend kritisch diskutiert. Im Rahmen dieser Ausführungen wird versucht, das Verhältnis zwischen Hirnforschung und akademischer Psychologie kritisch aber auch konstruktiv zu beleuchten. Zusammenfassend wird vorgeschlagen, dass sich die akademische Psychologie den Neurowissenschaften öffnet, ohne dass sie dabei ihre wesentliche Aufgabe, nämlich die Erforschung des Erlebens und Verhal- tens aus dem Blickwinkel verliert. Der Einbau neurowissenschaftlicher Methoden und Untersuchungsansätze kann zu einer konzeptuellen Weiterentwicklung der akademischen Psychologie oder zumindest zur Weiterentwicklung der biologisch orien- tierten Psychologiefächer werden. Darüber hinaus würde eine Öffnung der akademischen Psychologie für die Neurowissen- schaften verhindern, dass die neurowissenschaftlich orientierte Psychologie in andere Disziplinen (z.B. Medizin und Neuro- biologie) abwandert. Ein erster Schritt wäre die Einbindung der Psychologie gemeinsam mit der Biologie unter dem Zelt der Strukturwissenschaften. Damit müsste sich die Psychologie allerdings auch den Methoden und Theorien, welche die Struktur- wissenschaft anbietet öffnen und sich von dem Vorbild der Physik lösen. Damit würden auch die verschiedenen Psychologie- disziplinen ohne erkennbare Disziplingrenzen am gleichen Thema arbeiten und sich mehr als gemeinsame Disziplin zur Erforschung des menschlichen Erlebens und Verhaltens begreifen.

Abstract

Die Hirnforschung ist eine für die akademische Psychologie wichtige aber auch herausfordernde Wis- senschaftsdisziplin. Ihr Nutzen zur Beantwortung psychologischer Fragestellungen wird zunehmend kritisch diskutiert. Im Rahmen dieser Ausführungen wird versucht, das Verhältnis zwischen Hirnforschung und akademischer Psychologie kritisch aber auch konstruktiv zu beleuchten. Zusammenfassend wird vorgeschlagen, dass sich die akademische Psychologie den Neurowissenschaften öffnet, ohne dass sie dabei ihre wesentliche Aufgabe, nämlich die Erforschung des Erlebens und Verhal- tens aus dem Blickwinkel verliert. Der Einbau neurowissenschaftlicher Methoden und Untersuchungsansätze kann zu einer konzeptuellen Weiterentwicklung der akademischen Psychologie oder zumindest zur Weiterentwicklung der biologisch orien- tierten Psychologiefächer werden. Darüber hinaus würde eine Öffnung der akademischen Psychologie für die Neurowissen- schaften verhindern, dass die neurowissenschaftlich orientierte Psychologie in andere Disziplinen (z.B. Medizin und Neuro- biologie) abwandert. Ein erster Schritt wäre die Einbindung der Psychologie gemeinsam mit der Biologie unter dem Zelt der Strukturwissenschaften. Damit müsste sich die Psychologie allerdings auch den Methoden und Theorien, welche die Struktur- wissenschaft anbietet öffnen und sich von dem Vorbild der Physik lösen. Damit würden auch die verschiedenen Psychologie- disziplinen ohne erkennbare Disziplingrenzen am gleichen Thema arbeiten und sich mehr als gemeinsame Disziplin zur Erforschung des menschlichen Erlebens und Verhaltens begreifen.

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Psychology
Dewey Decimal Classification:150 Psychology
Language:German
Date:2010
Deposited On:21 Dec 2010 16:07
Last Modified:05 Apr 2016 14:28
Publisher:Hogrefe Verlag
ISSN:0033-3042

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