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Hautpflege und Hautschutz beim unreifen Frühgeborenen. Eine systematische Literaturübersicht


Körner, A; Dinten-Schmid, B; Stoffel, L; Hirter, K; Käppeli, S (2009). Hautpflege und Hautschutz beim unreifen Frühgeborenen. Eine systematische Literaturübersicht. Pflege, 22(4):266-276.

Abstract

Aufgrund der Unreife von Organsystemen und Organfunktionen bestehen bei der Haut des Frühgeborenen physiologische
und anatomische Besonderheiten. Die unterentwickelte Haut des sehr kleinen Frühgeborenen sowie die Notwendigkeit der Intensivpflegeüberwachung und der Intensivpflegemaßnahmen
erhöhen das Verletzungsrisiko und den Verlust der Hautintegrität. Der unreifen Haut muss in den ersten
zwei bis drei Le benswochen eine hohe Beachtung geschenkt werden – insbesondere bei Kindern, die vor der 28.
Schwangerschaftswoche (SSW) geboren wurden. Ritualisierte Handlungen müssen hinterfragt werden. Die vorliegende
systematische Literaturübersicht geht der Frage nach der Effektivität pflegerischer Interventionen zur Hautschutzbehandlung des Frühgeborenen unterhalb der 32. Gestationswoche nach. Eine Literatursuche erfolgte in
verschiedenen Datenbanken zu folgenden Themen: Assessment der Hautbeschaffenheit, Auswahl und Anwendung von Pflasterprodukten, Hautpflege mit Emulsion und Körper reinigung (Waschintervall). Obwohl die analysierten Studien einige methodologische Mängel aufweisen, lassen sich
folgende Ergebnisse formulieren: Aufgrund des veränderten kindlichen Verhaltens und der gleichbleibenden Keim besiedlung der Haut soll das Waschintervall auf vier Tage erhöht werden. Als Emulsionstherapie wird in den
ersten 2 bis 4 Lebenswochen die Anwendung von Sonnenblumenöl empfohlen. Es wirkt desinfizierend und ist ein relatives kostengünstiges Produkt. Allfällige präventive und therapeutische Hautschutzverbände werden unter Berücksichtigung des Gestationsalters befürwortet. Die Einschätzung der Hautbeschaffenheit mittels
eines validen Assessment-Instrumentes und prophylaktischen Maßnahmen sind unerlässlich.
Schlussfolgerung: Fundiertes Wissen, Verständnis bezüglich der Prinzipien der Hautpflege bei den Frühgeborenen und eine einheitliche Vorgehensweise in der Hautpflege während der neonatalen Intensivpflege können die Risiken und die Kosten der Behandlung dieser speziellen Population senken.
Die Implementierung einer standardisierten, forschungsgestützten Hautpflegerichtlinie kann das Bewusstsein des Neonatologie-Pflegefachpersonals
bezüglich der Hautpflegebedürfnisse dieser vulnerablen Patientengruppe erhöhen.

Abstract

Aufgrund der Unreife von Organsystemen und Organfunktionen bestehen bei der Haut des Frühgeborenen physiologische
und anatomische Besonderheiten. Die unterentwickelte Haut des sehr kleinen Frühgeborenen sowie die Notwendigkeit der Intensivpflegeüberwachung und der Intensivpflegemaßnahmen
erhöhen das Verletzungsrisiko und den Verlust der Hautintegrität. Der unreifen Haut muss in den ersten
zwei bis drei Le benswochen eine hohe Beachtung geschenkt werden – insbesondere bei Kindern, die vor der 28.
Schwangerschaftswoche (SSW) geboren wurden. Ritualisierte Handlungen müssen hinterfragt werden. Die vorliegende
systematische Literaturübersicht geht der Frage nach der Effektivität pflegerischer Interventionen zur Hautschutzbehandlung des Frühgeborenen unterhalb der 32. Gestationswoche nach. Eine Literatursuche erfolgte in
verschiedenen Datenbanken zu folgenden Themen: Assessment der Hautbeschaffenheit, Auswahl und Anwendung von Pflasterprodukten, Hautpflege mit Emulsion und Körper reinigung (Waschintervall). Obwohl die analysierten Studien einige methodologische Mängel aufweisen, lassen sich
folgende Ergebnisse formulieren: Aufgrund des veränderten kindlichen Verhaltens und der gleichbleibenden Keim besiedlung der Haut soll das Waschintervall auf vier Tage erhöht werden. Als Emulsionstherapie wird in den
ersten 2 bis 4 Lebenswochen die Anwendung von Sonnenblumenöl empfohlen. Es wirkt desinfizierend und ist ein relatives kostengünstiges Produkt. Allfällige präventive und therapeutische Hautschutzverbände werden unter Berücksichtigung des Gestationsalters befürwortet. Die Einschätzung der Hautbeschaffenheit mittels
eines validen Assessment-Instrumentes und prophylaktischen Maßnahmen sind unerlässlich.
Schlussfolgerung: Fundiertes Wissen, Verständnis bezüglich der Prinzipien der Hautpflege bei den Frühgeborenen und eine einheitliche Vorgehensweise in der Hautpflege während der neonatalen Intensivpflege können die Risiken und die Kosten der Behandlung dieser speziellen Population senken.
Die Implementierung einer standardisierten, forschungsgestützten Hautpflegerichtlinie kann das Bewusstsein des Neonatologie-Pflegefachpersonals
bezüglich der Hautpflegebedürfnisse dieser vulnerablen Patientengruppe erhöhen.

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Other titles:Skin care and skin protection in preterm babies
Item Type:Journal Article, not refereed, original work
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Clinic for Neonatology
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2009
Deposited On:05 Apr 2011 13:33
Last Modified:07 Dec 2017 08:11
Publisher:Hans Huber
ISSN:1012-5302
Publisher DOI:https://doi.org/10.1024/1012-5302.22.4.266
Official URL:http://verlag.hanshuber.com/zeitschriften/servepdf.php?abbrev=PFL&show=fulltext&year=2009&issue=4&file=PFL022040266.pdf

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