Header

UZH-Logo

Maintenance Infos

Der konfessionelle Faktor in der Gemeindepolitik. Eine diachrone Analyse lokaler Parteien


Geser, H (2008). Der konfessionelle Faktor in der Gemeindepolitik. Eine diachrone Analyse lokaler Parteien. Sociology in Switzerland: Politik und Parteien im Wandel 16, University of Zurich.

Abstract

Angesichts der Rückläufigkeit religiöser Glaubensweisen und Lebenspraktiken, des schwindenden Einflusses der Kirchen und des völligen Fehlens manifester konfessioneller Konflikte erscheint es hoffnungslos unzeitgemäss, die Konfession ins Zentrum einer soziologischen oder politologischen Analyse zu setzen. Die vorliegenden Ergebnisse legen aber den Schluss nahe, dass es zumindest auf der kommunalpolitischen Ebene noch signifikante konfessionelle Divergenzen gibt, die mit der Basishypothese, dass im katholischen Milieu eine eher „kommunalistische“ und im protestantischen Bereich eine eher „individualistische“ politische Kultur vorherrsche, in Uebereinstimmung stehen.So lässt sich zeigen, dass Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung zahlreichere und mitgliederstärkere Lokalparteien besitzen, die in breiterem Umfang auch jüngere Alterskohorten und Angehörige niedrigerer Sozialschichten integrieren, auf der Führungsebene eine höhere Aktivität und eine komplexere Organisation ausbilden und in der Gemeindepolitik eine stärkeren Einfluss (vor allem auch auf die Besetzung kommunaler Exekutivämter) entfalten. Ebenso bestätigt sich die Vermutung, dass Protestanten eher direktdemokratischen Prozessen den Vorzug geben, die mit zahlreichen jährlichen Parteiversammlungen einhergehen, während Katholiken einer eher „oligarchischen“ Organisation zuneigen, indem sie den Aktivitätsschwerpunkt auf die Ebene der Führungsgremien verlagern.

Abstract

Angesichts der Rückläufigkeit religiöser Glaubensweisen und Lebenspraktiken, des schwindenden Einflusses der Kirchen und des völligen Fehlens manifester konfessioneller Konflikte erscheint es hoffnungslos unzeitgemäss, die Konfession ins Zentrum einer soziologischen oder politologischen Analyse zu setzen. Die vorliegenden Ergebnisse legen aber den Schluss nahe, dass es zumindest auf der kommunalpolitischen Ebene noch signifikante konfessionelle Divergenzen gibt, die mit der Basishypothese, dass im katholischen Milieu eine eher „kommunalistische“ und im protestantischen Bereich eine eher „individualistische“ politische Kultur vorherrsche, in Uebereinstimmung stehen.So lässt sich zeigen, dass Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung zahlreichere und mitgliederstärkere Lokalparteien besitzen, die in breiterem Umfang auch jüngere Alterskohorten und Angehörige niedrigerer Sozialschichten integrieren, auf der Führungsebene eine höhere Aktivität und eine komplexere Organisation ausbilden und in der Gemeindepolitik eine stärkeren Einfluss (vor allem auch auf die Besetzung kommunaler Exekutivämter) entfalten. Ebenso bestätigt sich die Vermutung, dass Protestanten eher direktdemokratischen Prozessen den Vorzug geben, die mit zahlreichen jährlichen Parteiversammlungen einhergehen, während Katholiken einer eher „oligarchischen“ Organisation zuneigen, indem sie den Aktivitätsschwerpunkt auf die Ebene der Führungsgremien verlagern.

Statistics

Downloads

85 downloads since deposited on 23 Jun 2011
6 downloads since 12 months
Detailed statistics

Additional indexing

Item Type:Working Paper
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Sociology
Dewey Decimal Classification:300 Social sciences, sociology & anthropology
Uncontrolled Keywords:political parties, religion, community politics, ideology
Language:German
Date:2008
Deposited On:23 Jun 2011 07:23
Last Modified:26 Jan 2017 08:49
Series Name:Sociology in Switzerland: Politik und Parteien im Wandel
Official URL:http://socio.ch/par/ges_16.html

Download

Preview Icon on Download
Preview
Content: Published Version
Filetype: PDF
Size: 1MB
Licence: Creative Commons: Public Domain Dedication: CC0 1.0 Universal (CC0 1.0)

Article Networks

TrendTerms

TrendTerms displays relevant terms of the abstract of this publication and related documents on a map. The terms and their relations were extracted from ZORA using word statistics. Their timelines are taken from ZORA as well. The bubble size of a term is proportional to the number of documents where the term occurs. Red, orange, yellow and green colors are used for terms that occur in the current document; red indicates high interlinkedness of a term with other terms, orange, yellow and green decreasing interlinkedness. Blue is used for terms that have a relation with the terms in this document, but occur in other documents.
You can navigate and zoom the map. Mouse-hovering a term displays its timeline, clicking it yields the associated documents.

Author Collaborations