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Transnationale Ehen als Bremsen sozialer Integration. Analysen zu Ehen von Migranten der ehemaligen Anwerbeländer in Westdeutschland


Schroedter, J H (2011). Transnationale Ehen als Bremsen sozialer Integration. Analysen zu Ehen von Migranten der ehemaligen Anwerbeländer in Westdeutschland. Informationsdienst Soziale Indikatoren (ISI), 46:7-11.

Abstract

Ehen zwischen Migranten und Personen der Aufnahmegesellschaft gelten als „harter“ Indikator sozialer Integration (u.a. Gordon 1964), da sie Auskunft über die soziale Distanz zwischen Mitgliedern verschiedener sozialer Gruppen in dem wohl wichtigsten Bereich sozialer Beziehungen geben. Zugleich stellen sie eine Art Beschleuniger der Integration in vielen anderen Lebensbereichen dar, da durch den Partner verstärkt herkunftsspezifische Kapitalien (z.B. Sprachkenntnisse) erworben werden, die sich beispielsweise auf dem Arbeitsmarkt verwerten lassen (z.B. Lieberson/Waters 1988: 162f). Bestehen zahlreiche binationale oder interethnische Ehen verliert zudem die Nationalität oder Ethnie als soziale Kategorie an Bedeutung. Von sogenannten transnationalen Ehen, also Ehen die – über die Grenze des Aufenthaltslandes – mit Partnern aus den jeweiligen Herkunftsländern der Migranten geschlossen werden, wird dagegen ein hemmender Einfluss auf den Integrationsprozess einer Migrantengruppe angenommen. Einerseits werden transnationale Ehen mit auf das Herkunftsland bezogenen Orientierungen und Einstellungen der ansässigen Migranten in Zusammenhang gebracht. Andererseits gründet die Annahme darauf, dass die auf diesem Weg zuziehenden Migranten in der Regel kaum über im Aufnahmeland verwertbare Kapitalien verfügen. Dieses kann infolge die individuelle Eingliederung erschweren, wirkt sich aber insbesondere auch hemmend auf den Integrationsprozess der nachfolgenden Generation aus. Anhand von Daten des Mikrozensus wird gezeigt, wie sich transnationale Ehen über die Jahre, die Heiratskohorten und die Generationen in Westdeutschland entwickelt haben. Dabei ist festzustellen, dass insgesamt immer weniger Migranten in einer transnationalen Ehe leben. Über die Gruppen zeigen sich aber beträchtliche Unterschiede. Dies gilt auch für die binationalen Ehen, wobei hier im Großen und Ganzen eine Zunahme über die Zeit und die Generationen zu beobachten ist.

Abstract

Ehen zwischen Migranten und Personen der Aufnahmegesellschaft gelten als „harter“ Indikator sozialer Integration (u.a. Gordon 1964), da sie Auskunft über die soziale Distanz zwischen Mitgliedern verschiedener sozialer Gruppen in dem wohl wichtigsten Bereich sozialer Beziehungen geben. Zugleich stellen sie eine Art Beschleuniger der Integration in vielen anderen Lebensbereichen dar, da durch den Partner verstärkt herkunftsspezifische Kapitalien (z.B. Sprachkenntnisse) erworben werden, die sich beispielsweise auf dem Arbeitsmarkt verwerten lassen (z.B. Lieberson/Waters 1988: 162f). Bestehen zahlreiche binationale oder interethnische Ehen verliert zudem die Nationalität oder Ethnie als soziale Kategorie an Bedeutung. Von sogenannten transnationalen Ehen, also Ehen die – über die Grenze des Aufenthaltslandes – mit Partnern aus den jeweiligen Herkunftsländern der Migranten geschlossen werden, wird dagegen ein hemmender Einfluss auf den Integrationsprozess einer Migrantengruppe angenommen. Einerseits werden transnationale Ehen mit auf das Herkunftsland bezogenen Orientierungen und Einstellungen der ansässigen Migranten in Zusammenhang gebracht. Andererseits gründet die Annahme darauf, dass die auf diesem Weg zuziehenden Migranten in der Regel kaum über im Aufnahmeland verwertbare Kapitalien verfügen. Dieses kann infolge die individuelle Eingliederung erschweren, wirkt sich aber insbesondere auch hemmend auf den Integrationsprozess der nachfolgenden Generation aus. Anhand von Daten des Mikrozensus wird gezeigt, wie sich transnationale Ehen über die Jahre, die Heiratskohorten und die Generationen in Westdeutschland entwickelt haben. Dabei ist festzustellen, dass insgesamt immer weniger Migranten in einer transnationalen Ehe leben. Über die Gruppen zeigen sich aber beträchtliche Unterschiede. Dies gilt auch für die binationalen Ehen, wobei hier im Großen und Ganzen eine Zunahme über die Zeit und die Generationen zu beobachten ist.

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Item Type:Journal Article, not refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Sociology
Dewey Decimal Classification:300 Social sciences, sociology & anthropology
Language:German
Date:July 2011
Deposited On:17 Nov 2011 14:30
Last Modified:05 Apr 2016 15:06
Publisher:GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Zentrum für Sozialindikatorenforschung
ISSN:0935-218X
Official URL:http://www.gesis.org/fileadmin/upload/forschung/publikationen/zeitschriften/isi/isi-46.pdf

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