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Soziale Beziehungen anstatt altruistisches Strafen! Bemerkungen zu Ernst Fehrs Altruismusforschung


Leist, Anton (2005). Soziale Beziehungen anstatt altruistisches Strafen! Bemerkungen zu Ernst Fehrs Altruismusforschung. Schweizerische Zeitschrift für Soziologie = Revue Suisse de Sociologie = Swiss Journal of Sociology, 31(3):567-582.

Abstract

Seit einiger Zeit versuchen experimentelle Ökonomen Verhaltensgesetze in mikrosozialen Situationen ausfindig zu machen. Ernst Fehrs experimentelle Forschung zu altruistischem Verhalten ist ein solcher Versuch, mit dem die egoistische Version des Homo oeconomicus durch Nachweis altruistischer Verhaltensdispositionen korrigiert werden soll. Dieser Artikel diskutiert Fehrs Ergebnisse unter zwei Gesichtspunkten, der mit dem Begriff Altruismus assoziierten Verständnisweise von sozialem Handeln und der mit der Labormethode assoziierten anthropologischen Forschungsstrategie. Gegen die Orientierung am Altruismus wird eingewandt, dass sie zu einer verzerrenden Darstellung des sozialen Handelns verführt und dass Fehrs empirische Ergebnisse aufgrund mangelnder Klarheit über die Handlungsmotive keinen Altruismus, sondern eher Phänomene sozialer Anerkennung belegen. Gegen die anthropologische Strategie wird eingewandt, dass sie nur lokale Phänomene innerhalb gesellschaftlicher Rahmenbedingungen sichtbar werden lässt und deshalb mehr voraussetzt als erklärt.

Abstract

Seit einiger Zeit versuchen experimentelle Ökonomen Verhaltensgesetze in mikrosozialen Situationen ausfindig zu machen. Ernst Fehrs experimentelle Forschung zu altruistischem Verhalten ist ein solcher Versuch, mit dem die egoistische Version des Homo oeconomicus durch Nachweis altruistischer Verhaltensdispositionen korrigiert werden soll. Dieser Artikel diskutiert Fehrs Ergebnisse unter zwei Gesichtspunkten, der mit dem Begriff Altruismus assoziierten Verständnisweise von sozialem Handeln und der mit der Labormethode assoziierten anthropologischen Forschungsstrategie. Gegen die Orientierung am Altruismus wird eingewandt, dass sie zu einer verzerrenden Darstellung des sozialen Handelns verführt und dass Fehrs empirische Ergebnisse aufgrund mangelnder Klarheit über die Handlungsmotive keinen Altruismus, sondern eher Phänomene sozialer Anerkennung belegen. Gegen die anthropologische Strategie wird eingewandt, dass sie nur lokale Phänomene innerhalb gesellschaftlicher Rahmenbedingungen sichtbar werden lässt und deshalb mehr voraussetzt als erklärt.

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Philosophy
Dewey Decimal Classification:100 Philosophy
Language:German
Date:2005
Deposited On:14 May 2012 07:36
Last Modified:05 Apr 2016 15:24
Publisher:Seismo
ISSN:0379-3664
Official URL:http://www.sociojournal.ch/index.php?page=2005_3/abstract6&lang=de

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