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Nahrungsmittelanaphylaxie und Kofaktoren - Daten aus dem Anaphylaxie-Register


Worm, M; Scherer, K; Köhli-Wiesner, A; Rueff, F; Mahler, V; Lange, L; Treudler, R; Rietschel, E; Szepfalusi, Z; Lang, R; Rabe, U; Reese, T; Schwerk, N; Beyer, K; Hompes, S (2011). Nahrungsmittelanaphylaxie und Kofaktoren - Daten aus dem Anaphylaxie-Register. Allergologie, 34(7):329-337.

Abstract

Nahrungsmittel sind häufige Ursachen einer Anaphylaxie. Bei Kindern und Jugendlichen sind sie die häufigsten Auslöser schwerer allergischer Reaktionen, bei Erwachsenen stehen sie nach Insektengiften und Medikamenten an dritter Stelle. Im Anaphylaxie-Register werden seit Juli 2006 anaphylaktische Reaktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gemeldet. Aktuell sind 78 Kliniken und Schwerpunktpraxen angebunden. Von Juli 2006 bis Februar 2009 wurden 1.165 anaphylaktische Reaktionen registriert. In der Gruppe der Kinder und Jugendlichen (n = 197, 3 Monate – 17 Jahre alt) stellten die Nahrungsmittel mit 58% den häufigsten Auslöser dar. Bei Erwachsenen (n = 968, 18 – 85 Jahre alt) lagen Nahrungsmittel an dritter Stelle (16,3%) nach Insektengiften und Medikamenten. Bei Kindern und Jugendlichen waren am häufigsten Hülsenfrüchte (31%), vor allem Erdnüsse ursächlich, gefolgt von Nüssen (25%) mit Haselnüssen als häufigstem Auslöser. Bei den Erwachsenen führte Obst (13,4%) am häufigsten zur Anaphylaxie. Tierprodukte (12,2%) wurden am zweithäufigsten als Ursache angegeben, besonders häufig wurden Krustazeen und Mollusken genannt. Bei den nahrungsmittelabhängigen Anaphylaxien wurde mindestens ein Kofaktor bei 39% der Erwachsenen und 14% der Kinder und Jugendlichen angegeben. Bei den Erwachsenen waren die häufigsten Kofaktoren mit 22% Medikamente und bei 10% körperliche Anstrengung, während bei Kindern und Jugendlichen bei 8,7% körperliche Anstrengung und bei 2,6% Medikamente angegeben wurden. Begleitende Erkrankungen aus dem atopischen Formenkreis lagen bei Kindern und Jugendlichen bei 78% und bei Erwachsenen bei 67% vor. Die Nahrungsmittelanaphylaxie unterscheidet sich bei Kindern und Jugendlichen und Erwachsenen im Auslöserprofil und zeigt in Bezug auf Kofaktoren und Begleiterkrankungen Unterschiede. Eine differenzierte Analyse ermöglicht es, perspektivisch Risikofaktoren der Anaphylaxie zu identifizieren.

Abstract

Nahrungsmittel sind häufige Ursachen einer Anaphylaxie. Bei Kindern und Jugendlichen sind sie die häufigsten Auslöser schwerer allergischer Reaktionen, bei Erwachsenen stehen sie nach Insektengiften und Medikamenten an dritter Stelle. Im Anaphylaxie-Register werden seit Juli 2006 anaphylaktische Reaktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gemeldet. Aktuell sind 78 Kliniken und Schwerpunktpraxen angebunden. Von Juli 2006 bis Februar 2009 wurden 1.165 anaphylaktische Reaktionen registriert. In der Gruppe der Kinder und Jugendlichen (n = 197, 3 Monate – 17 Jahre alt) stellten die Nahrungsmittel mit 58% den häufigsten Auslöser dar. Bei Erwachsenen (n = 968, 18 – 85 Jahre alt) lagen Nahrungsmittel an dritter Stelle (16,3%) nach Insektengiften und Medikamenten. Bei Kindern und Jugendlichen waren am häufigsten Hülsenfrüchte (31%), vor allem Erdnüsse ursächlich, gefolgt von Nüssen (25%) mit Haselnüssen als häufigstem Auslöser. Bei den Erwachsenen führte Obst (13,4%) am häufigsten zur Anaphylaxie. Tierprodukte (12,2%) wurden am zweithäufigsten als Ursache angegeben, besonders häufig wurden Krustazeen und Mollusken genannt. Bei den nahrungsmittelabhängigen Anaphylaxien wurde mindestens ein Kofaktor bei 39% der Erwachsenen und 14% der Kinder und Jugendlichen angegeben. Bei den Erwachsenen waren die häufigsten Kofaktoren mit 22% Medikamente und bei 10% körperliche Anstrengung, während bei Kindern und Jugendlichen bei 8,7% körperliche Anstrengung und bei 2,6% Medikamente angegeben wurden. Begleitende Erkrankungen aus dem atopischen Formenkreis lagen bei Kindern und Jugendlichen bei 78% und bei Erwachsenen bei 67% vor. Die Nahrungsmittelanaphylaxie unterscheidet sich bei Kindern und Jugendlichen und Erwachsenen im Auslöserprofil und zeigt in Bezug auf Kofaktoren und Begleiterkrankungen Unterschiede. Eine differenzierte Analyse ermöglicht es, perspektivisch Risikofaktoren der Anaphylaxie zu identifizieren.

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Citations

Additional indexing

Item Type:Journal Article, not refereed, further contribution
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Children's Hospital Zurich > Medical Clinic
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2011
Deposited On:06 Feb 2012 15:30
Last Modified:05 Apr 2016 15:24
Publisher:Dustri-Verlag
ISSN:0344-5062
Official URL:http://www.dustri.com/nc/de/deutschsprachige-zeitschriften/mag/allergologie.html

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