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Epidemiologische Untersuchungen über die Ansteckung von Rindern durch mit Border-Disease-Virus infizierte Schafe auf Alpweiden - Zurich Open Repository and Archive


Büchi, R. Epidemiologische Untersuchungen über die Ansteckung von Rindern durch mit Border-Disease-Virus infizierte Schafe auf Alpweiden. 2009, University of Zurich, Vetsuisse Faculty.

Abstract

Das Ziel dieser Arbeit war es, abzuklären, ob das Border-Disease-Virus (BDVirus, BDV) während der gemeinsamen Alpung von Schafen und Rindern auf das Rind übertragen werden kann und ob derart seronegative Rinder serokonvertieren. Dazu wurden die auf den 4 Alpen A, B, C und D zur Sömmerung angemeldeten 1170 Schafe mittels RT-PCR auf BD-Virus und die 923 Rinder serologisch auf Pestivirus-Antikörper untersucht. Die Schafe und Rinder wurden während durchschnittlich 88.1 Tagen gemeinsam geweidet. Bei 8 Schafen, die alle auf der Alp C gesömmert wurden, konnte in den Blutproben BD-Virus nachgewiesen werden; bei 5 davon handelte es sich aufgrund des hohen Virustiters vermutlich um persistent infizierte Schafe. Von den 923 untersuchten Rindern waren vor der Alpung 396 Rinder seronegativ getestet worden. Diese Tiere wurden nach der Alpung mittels
ELISA erneut untersucht und bei 52 Rindern wurden dabei Pestivirus-Antikörper im Blut nachgewiesen, bei 47 Rindern lieferte der ELISA ein verdächtiges Resultat. Rinder, welche zusammen mit den pi-Schafen auf der Alp C gesömmert
wurden, serokonvertierten signifikant häufiger. Die Serokonversionsrate (ELISA) betrug auf der Alp A 1.5 %, auf der Alp B 8.7 %, auf der Alp C 16.7 % und auf der Alp D 14.3 %. Insgesamt lag sie bei 13.1 %. Von den 99 im ELISA positiven oder verdächtigen Rindern konnte in 25 Fällen die Spezifität der Antikörper mittels SNT bestimmt werden. Aufgrund der SNT-Untersuchung galt eine Infektion mit dem BDV bei 10 Rindern als erwiesen und bei 8 Rindern wurde sie
vermutet. Im Bezug auf BVDV wurde eine Infektion bei 4 Rindern nachgewiesen und bei 3 Rindern vermutet.
Bei 10 von 83 trächtigen, initial seronegativen Rindern kam es im Verlauf der Sömmerung zu einer Serokonversion. 7 Rinder brachten in der Folge gesunde, virusnegative Kälber zur Welt. Ein Rind, welches zu Beginn der Sömmerung weniger
als 4 Monate trächtig war und im Verlauf der Sömmerung Antikörper gegenüber BVDV bildete, brachte ein viruspositives Kalb zur Welt und ein weiteres Rind, welches zu Beginn der Sömmerung ebenfalls weniger als 4 Monate trächtig war, serokonvertierte gegenüber BDV und abortierte während der Sömmerungszeit. Es konnten keine persistent mit dem BDV infizierten Kälber gefunden werden. Trotz der geringen Kontaktintensität und -dauer wiesen 18 vor der Alpung seronegative Rinder nach der gemeinsamen Sömmerung mit Schafen höhere Titer gegen BDV als gegen BVDV auf, was für eine Infektion mit dem BD Virus sprach. Dies zeigt, dass die gemeinsame Haltung und Sömmerung von Schafen und Rindern zumindest einen Einfluss auf die geplante serologische Überwachung der BVDFreiheit im Rahmen des nationalen Eradikationsprogrammes haben könnte. Für einen langfristigen Erfolg der BVD-Eradikation ist es äusserst wichtig, abzuklären, ob sich das BD Virus wirklich in der Rinderpopulation etablieren (pi-Kälber) und Infektionsketten bilden kann.

Abstract

Das Ziel dieser Arbeit war es, abzuklären, ob das Border-Disease-Virus (BDVirus, BDV) während der gemeinsamen Alpung von Schafen und Rindern auf das Rind übertragen werden kann und ob derart seronegative Rinder serokonvertieren. Dazu wurden die auf den 4 Alpen A, B, C und D zur Sömmerung angemeldeten 1170 Schafe mittels RT-PCR auf BD-Virus und die 923 Rinder serologisch auf Pestivirus-Antikörper untersucht. Die Schafe und Rinder wurden während durchschnittlich 88.1 Tagen gemeinsam geweidet. Bei 8 Schafen, die alle auf der Alp C gesömmert wurden, konnte in den Blutproben BD-Virus nachgewiesen werden; bei 5 davon handelte es sich aufgrund des hohen Virustiters vermutlich um persistent infizierte Schafe. Von den 923 untersuchten Rindern waren vor der Alpung 396 Rinder seronegativ getestet worden. Diese Tiere wurden nach der Alpung mittels
ELISA erneut untersucht und bei 52 Rindern wurden dabei Pestivirus-Antikörper im Blut nachgewiesen, bei 47 Rindern lieferte der ELISA ein verdächtiges Resultat. Rinder, welche zusammen mit den pi-Schafen auf der Alp C gesömmert
wurden, serokonvertierten signifikant häufiger. Die Serokonversionsrate (ELISA) betrug auf der Alp A 1.5 %, auf der Alp B 8.7 %, auf der Alp C 16.7 % und auf der Alp D 14.3 %. Insgesamt lag sie bei 13.1 %. Von den 99 im ELISA positiven oder verdächtigen Rindern konnte in 25 Fällen die Spezifität der Antikörper mittels SNT bestimmt werden. Aufgrund der SNT-Untersuchung galt eine Infektion mit dem BDV bei 10 Rindern als erwiesen und bei 8 Rindern wurde sie
vermutet. Im Bezug auf BVDV wurde eine Infektion bei 4 Rindern nachgewiesen und bei 3 Rindern vermutet.
Bei 10 von 83 trächtigen, initial seronegativen Rindern kam es im Verlauf der Sömmerung zu einer Serokonversion. 7 Rinder brachten in der Folge gesunde, virusnegative Kälber zur Welt. Ein Rind, welches zu Beginn der Sömmerung weniger
als 4 Monate trächtig war und im Verlauf der Sömmerung Antikörper gegenüber BVDV bildete, brachte ein viruspositives Kalb zur Welt und ein weiteres Rind, welches zu Beginn der Sömmerung ebenfalls weniger als 4 Monate trächtig war, serokonvertierte gegenüber BDV und abortierte während der Sömmerungszeit. Es konnten keine persistent mit dem BDV infizierten Kälber gefunden werden. Trotz der geringen Kontaktintensität und -dauer wiesen 18 vor der Alpung seronegative Rinder nach der gemeinsamen Sömmerung mit Schafen höhere Titer gegen BDV als gegen BVDV auf, was für eine Infektion mit dem BD Virus sprach. Dies zeigt, dass die gemeinsame Haltung und Sömmerung von Schafen und Rindern zumindest einen Einfluss auf die geplante serologische Überwachung der BVDFreiheit im Rahmen des nationalen Eradikationsprogrammes haben könnte. Für einen langfristigen Erfolg der BVD-Eradikation ist es äusserst wichtig, abzuklären, ob sich das BD Virus wirklich in der Rinderpopulation etablieren (pi-Kälber) und Infektionsketten bilden kann.

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Item Type:Dissertation
Referees:Braun U, Peterhans E
Communities & Collections:05 Vetsuisse Faculty > Veterinary Clinic > Department of Farm Animals
Dewey Decimal Classification:570 Life sciences; biology
630 Agriculture
Language:German
Date:2009
Deposited On:05 Mar 2012 16:22
Last Modified:05 Apr 2016 15:32
Number of Pages:69
Related URLs:http://opac.nebis.ch/F/?local_base=NEBIS&CON_LNG=GER&func=find-b&find_code=SYS&request=006423092

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