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«Boah, ist die Story geil!!!!» Fan-Fiction als Identitäts- und Gestaltungsraum für Jugendliche


Lötscher, C (2011). «Boah, ist die Story geil!!!!» Fan-Fiction als Identitäts- und Gestaltungsraum für Jugendliche. leseforum.ch, (2):online.

Abstract

Fan Fictions sind Texte von LeserInnen, in denen Geschichten rund um bestehende Romane, Filme oder Computerspiele erzählt werden. Es sind nicht nur, doch zu einem grossen Teil Jugendliche, die ihre Lieblingsbücher, -filme und -fernsehserien weiter schreiben oder neue Konstellationen von Figuren durchspielen. Sie setzen dort an, wo die Texte lose Fäden und Leerstellen für die Fantasie offen lassen, spielen mit Figuren und mit dem Wechsel von Perspektiven. Die Menge an Fan Fictions, die man im Internet findet, ist unüberschaubar und kaum zu bewältigen; allein zu "Harry Potter" gibt es über eine halbe Million Texte. Deshalb und weil das Phänomen Fan Fiction erst durch die Literalitäts-Debatte in der Folge von PISA in den Aufmerksamkeitsfokus von Forschenden rückte, gibt es noch keine umfassenden Untersuchungen dazu. Ein theoretische Instrumentarium allerdings, mit dem sich Fan Fiction als Phänomen der Fan- und der Online-Community-Kultur sowie als Praxis innerhalb des Kontinuums von Lesen und Schreiben verstehen lässt, wurde in verschiedenen Studien bereits erarbeitet; neuere Arbeiten berufen sich auf den amerikanischen Medienwissenschaftler Henry Jenkins, der seinen Ansatz wiederum aus Michel de Certeaus Klassiker der Kulturphilosophie, "Kunst des Handelns", bezieht. Mit de Certeaus Konzept vom Lesen als einer freien, produktiven Tätigkeit kommt man dem Spiel zwischen Originaltext und Fan Fiction tatsächlich auf die Spur. Dieser Beitrag soll anhand von aktuellen Fan Fiction-Beispielen aufzeigen, wie diese Spielmöglichkeiten funktionieren und wie sie genutzt werden. Herausgearbeitet werden sollen auch, aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive, dass Fan Fiction zur Fan-Kultur gehört und dass in den Texten auch die eigene Identität verhandelt wird - in einem sozialen Rahmen, der Anonymität garantiert und gerade dadurch Nähe ermöglicht.

Abstract

Fan Fictions sind Texte von LeserInnen, in denen Geschichten rund um bestehende Romane, Filme oder Computerspiele erzählt werden. Es sind nicht nur, doch zu einem grossen Teil Jugendliche, die ihre Lieblingsbücher, -filme und -fernsehserien weiter schreiben oder neue Konstellationen von Figuren durchspielen. Sie setzen dort an, wo die Texte lose Fäden und Leerstellen für die Fantasie offen lassen, spielen mit Figuren und mit dem Wechsel von Perspektiven. Die Menge an Fan Fictions, die man im Internet findet, ist unüberschaubar und kaum zu bewältigen; allein zu "Harry Potter" gibt es über eine halbe Million Texte. Deshalb und weil das Phänomen Fan Fiction erst durch die Literalitäts-Debatte in der Folge von PISA in den Aufmerksamkeitsfokus von Forschenden rückte, gibt es noch keine umfassenden Untersuchungen dazu. Ein theoretische Instrumentarium allerdings, mit dem sich Fan Fiction als Phänomen der Fan- und der Online-Community-Kultur sowie als Praxis innerhalb des Kontinuums von Lesen und Schreiben verstehen lässt, wurde in verschiedenen Studien bereits erarbeitet; neuere Arbeiten berufen sich auf den amerikanischen Medienwissenschaftler Henry Jenkins, der seinen Ansatz wiederum aus Michel de Certeaus Klassiker der Kulturphilosophie, "Kunst des Handelns", bezieht. Mit de Certeaus Konzept vom Lesen als einer freien, produktiven Tätigkeit kommt man dem Spiel zwischen Originaltext und Fan Fiction tatsächlich auf die Spur. Dieser Beitrag soll anhand von aktuellen Fan Fiction-Beispielen aufzeigen, wie diese Spielmöglichkeiten funktionieren und wie sie genutzt werden. Herausgearbeitet werden sollen auch, aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive, dass Fan Fiction zur Fan-Kultur gehört und dass in den Texten auch die eigene Identität verhandelt wird - in einem sozialen Rahmen, der Anonymität garantiert und gerade dadurch Nähe ermöglicht.

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Item Type:Journal Article, not refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Swiss Institute of Children's and Youth Media
Dewey Decimal Classification:370 Education
Language:German
Date:2011
Deposited On:20 Mar 2012 15:34
Last Modified:05 Apr 2016 15:40
Publisher:Verein Leseforum Schweiz
ISSN:1420-0643
Official URL:http://www.leseforum.ch/sysModules/obxLeseforum/Artikel/452/2011_2_Loetscher.pdf
Related URLs:http://www.leseforum.ch/archivsuche.cfm?pid=452

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