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Vom rationalen Akteur zum "systemic dope". Eine Auseinandersetzung mit der Sozialtheorie von Hartmut Esser


Rössel, J (2008). Vom rationalen Akteur zum "systemic dope". Eine Auseinandersetzung mit der Sozialtheorie von Hartmut Esser. Berliner Journal für Soziologie, 18(1):156-178.

Abstract

In den vergangenen fünfzehn Jahren hat Hartmut Esser in einer Reihe von Beiträgen eine integrative Sozialtheorie entwickelt, die auch die Gegensätze zwischen einer soziologischen Theorie des Handelns auf der einen Seite und einem eher ökonomischen Verhaltensmodell auf der anderen Seite zu überwinden versucht. In diesem Aufsatz soll die These entwickelt werden, dass Esser bei der Durchführung seiner Sozialtheorie die beiden zentralen Bezugspunkte seiner theoretischen Konzeption aus den Augen verliert: einerseits die Vorstellung einer erklärenden Soziologie und andererseits das RREEMM-Modell eines unter Restriktionen handelnden, aber kreativen und findigen Akteurs. Dies kann vor allem an zwei Aspekten seiner Theorie gezeigt werden: Erstens verleitet die von Esser vorgenommene Verknüpfung von Handlungs- und Systemtheorie zu einer – für handlungstheoretische Zwecke – unterkomplexen und damit nicht zutreffenden Beschreibung der Randbedingungen des Handelns in spezifischen Situationen; zweitens führt sie zu einer theoretischen Erklärung von Handlungsentscheidungen, die für die Soziologie entscheidende Typen des Handelns nicht angemessen berücksichtigt. Damit sind die Bedingungen für eine richtige Erklärung sozialer Phänomene nicht mehr gegeben.

Abstract

In den vergangenen fünfzehn Jahren hat Hartmut Esser in einer Reihe von Beiträgen eine integrative Sozialtheorie entwickelt, die auch die Gegensätze zwischen einer soziologischen Theorie des Handelns auf der einen Seite und einem eher ökonomischen Verhaltensmodell auf der anderen Seite zu überwinden versucht. In diesem Aufsatz soll die These entwickelt werden, dass Esser bei der Durchführung seiner Sozialtheorie die beiden zentralen Bezugspunkte seiner theoretischen Konzeption aus den Augen verliert: einerseits die Vorstellung einer erklärenden Soziologie und andererseits das RREEMM-Modell eines unter Restriktionen handelnden, aber kreativen und findigen Akteurs. Dies kann vor allem an zwei Aspekten seiner Theorie gezeigt werden: Erstens verleitet die von Esser vorgenommene Verknüpfung von Handlungs- und Systemtheorie zu einer – für handlungstheoretische Zwecke – unterkomplexen und damit nicht zutreffenden Beschreibung der Randbedingungen des Handelns in spezifischen Situationen; zweitens führt sie zu einer theoretischen Erklärung von Handlungsentscheidungen, die für die Soziologie entscheidende Typen des Handelns nicht angemessen berücksichtigt. Damit sind die Bedingungen für eine richtige Erklärung sozialer Phänomene nicht mehr gegeben.

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Sociology
Dewey Decimal Classification:300 Social sciences, sociology & anthropology
Language:German
Date:March 2008
Deposited On:28 Nov 2008 11:37
Last Modified:26 Jan 2017 08:41
Publisher:Springer
ISSN:0863-1808
Publisher DOI:https://doi.org/10.1007/s11609-008-0008-5
Official URL:http://www.springerlink.com/content/148533324760u587/fulltext.html
Related URLs:http://www.springerlink.com/content/1862-2593/ (Publisher)

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