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Evaluation der Verbreitung und Implementierung betrieblicher Gesundheitsförderung im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, betrieblicher Praxis und Gesellschaft


Hoffmann, S. Evaluation der Verbreitung und Implementierung betrieblicher Gesundheitsförderung im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, betrieblicher Praxis und Gesellschaft. 2011, ETH Zürich.

Abstract

Die vorliegende Dissertation zielt darauf ab, einen Beitrag zur evidenzbasierten Verbreitung von betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) zu leisten. BGF umfasst „alle gemeinsamen Maßnahmen von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Gesellschaft zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz“ (ENWHP, 1997b) und wird im Rahmen dieser Arbeit als organisationaler Veränderungsprozess verstanden. Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) findet im Zusammenspiel der drei Referenzsysteme Wissenschaft, betriebliche Praxis und Gesellschaft statt. Im Rahmen dieser Dissertation wird die Konfiguration der Referenzsysteme als Spannungsdreieck beschrieben, wobei die Spannung durch gegenseitig konkurrierende Erwartungen erzeugt wird. Die drei Referenzsysteme beeinflussen sowohl die Umsetzung als auch die Verbreitung von BGF. Während seitens der Wissenschaft empirische Evidenzen für BGF geliefert werden, legen die betriebliche Praxis und die Gesellschaft zahlreiche sozial- und gesundheitspolitische, wirtschaftliche und demografische Begründungen und Argumente für deren Verbreitung und Umsetzung vor. Dennoch wird die Umsetzung von BGF im deutschsprachigen Raum als ungenügend erachtet. Die vorliegende kumulative Dissertation besteht aus 6 Einzelbeiträgen. Alle Einzelbeiträge verdeutlichen, wie von wissenschaftlicher Seite die Verbreitung von BGF in zweifacher Weise voran getrieben wird, indem zum einen die Ausweitung des Themas BGF - sowohl inhaltlich als auch konzeptionell - erfolgt und zum anderen Erkenntnisse aus der
Disseminationsforschung angewendet und übertragen werden. Darüber hinaus wird in den Einzelbeiträgen das Zusammenspiel jeweils zweier Referenzsysteme betrachtet, um neue Verbreitungspotenziale für BGF abzuleiten. Alle sechs Einzelbeiträge entstanden im Rahmen von Forschungsprojekten, die als Evaluationsstudien angelegt waren. Fünf Einzelbeiträge sind empirische Arbeiten zur Dissemination und Implementierung von BGF. In diesen Beiträgen werden sowohl quantitative als auch qualitative Datenerhebungsmethoden angewandt. In einem weiteren konzeptionellen Beitrag wird „Capacity Building“ als interventionsleitendes Prinzip für eine gezielte, salutogene Organisationsentwicklung sowohl theoretisch als auch konzeptionell verankert. Beitragsübergreifend können die folgenden Implikationen für die Verbreitung und erfolgreiche Implementierung von BGF abgeleitet werden: 1) Die Dissemination von BGF profitiert von einer überbetrieblichen Befragung als impulsgebende Intervention, welche ein ziel- und bedarfsorientiertes Vorgehen bei der innerbetrieblichen Implementierung von BGF ermöglicht.
2) Zur Verbreitung von BGF wird der folgende Ablauf einer aktiven Dissemination empfohlen: Identifikation relevanter Zielgruppen (Targeting), Assessment der Erwartungen und des Bedarfs, bedarfsgerechte Anpassung (Adaptation) an die jeweilige(n) Zielgruppe(n) sowie an den spezifischen Anwendungskontext. Schließlich erfolgt die eigentliche Dissemination als gezielte Kommunikation in Richtung der Zielgruppe (Tailoring), die letztlich zur Übernahme bzw. Annahme (Adoption) betrieblicher Maßnahmen zur Gesundheitsförderung (GF) führt. 3) Grundsätzlich erweist sich das betriebliche Setting als geeigneter Interventionszugang für Maßnahmen der GF, da hier auch nicht gesundheitssensitive Gruppen erreicht werden können. Dabei muss der jeweilige Kontext sowohl von wissenschaftlicher Seite als auch von gesellschaftlicher, insbesondere von gesundheitspolitischer Seite, berücksichtigt werden. 4) Im Kontext der betrieblichen Gesundheitsförderung bieten Evaluationen nicht nur einen methodischen Beitrag zur Evidenzsicherung, sondern auch einen konzeptuellen Anknüpfungspunkt an organisationale Lern- und Veränderungsprozesse. Abschließend wird in allen sechs Beiträgen dieser Dissertation das gesamte Spannungdreieck, in dem BGF stattfindet, betrachtet. In den Reaktionen auf das Umsetzungsdefizit von BGF deutet sich an, dass die einzelnen Referenzsysteme untereinander zunehmend interagieren. Demzufolge kann BGF auch als Teil eines Spannungsfeldes zwischen Wissenschaft, betrieblicher Praxis und Gesellschaft beschrieben werden.

Abstract

Die vorliegende Dissertation zielt darauf ab, einen Beitrag zur evidenzbasierten Verbreitung von betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) zu leisten. BGF umfasst „alle gemeinsamen Maßnahmen von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Gesellschaft zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz“ (ENWHP, 1997b) und wird im Rahmen dieser Arbeit als organisationaler Veränderungsprozess verstanden. Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) findet im Zusammenspiel der drei Referenzsysteme Wissenschaft, betriebliche Praxis und Gesellschaft statt. Im Rahmen dieser Dissertation wird die Konfiguration der Referenzsysteme als Spannungsdreieck beschrieben, wobei die Spannung durch gegenseitig konkurrierende Erwartungen erzeugt wird. Die drei Referenzsysteme beeinflussen sowohl die Umsetzung als auch die Verbreitung von BGF. Während seitens der Wissenschaft empirische Evidenzen für BGF geliefert werden, legen die betriebliche Praxis und die Gesellschaft zahlreiche sozial- und gesundheitspolitische, wirtschaftliche und demografische Begründungen und Argumente für deren Verbreitung und Umsetzung vor. Dennoch wird die Umsetzung von BGF im deutschsprachigen Raum als ungenügend erachtet. Die vorliegende kumulative Dissertation besteht aus 6 Einzelbeiträgen. Alle Einzelbeiträge verdeutlichen, wie von wissenschaftlicher Seite die Verbreitung von BGF in zweifacher Weise voran getrieben wird, indem zum einen die Ausweitung des Themas BGF - sowohl inhaltlich als auch konzeptionell - erfolgt und zum anderen Erkenntnisse aus der
Disseminationsforschung angewendet und übertragen werden. Darüber hinaus wird in den Einzelbeiträgen das Zusammenspiel jeweils zweier Referenzsysteme betrachtet, um neue Verbreitungspotenziale für BGF abzuleiten. Alle sechs Einzelbeiträge entstanden im Rahmen von Forschungsprojekten, die als Evaluationsstudien angelegt waren. Fünf Einzelbeiträge sind empirische Arbeiten zur Dissemination und Implementierung von BGF. In diesen Beiträgen werden sowohl quantitative als auch qualitative Datenerhebungsmethoden angewandt. In einem weiteren konzeptionellen Beitrag wird „Capacity Building“ als interventionsleitendes Prinzip für eine gezielte, salutogene Organisationsentwicklung sowohl theoretisch als auch konzeptionell verankert. Beitragsübergreifend können die folgenden Implikationen für die Verbreitung und erfolgreiche Implementierung von BGF abgeleitet werden: 1) Die Dissemination von BGF profitiert von einer überbetrieblichen Befragung als impulsgebende Intervention, welche ein ziel- und bedarfsorientiertes Vorgehen bei der innerbetrieblichen Implementierung von BGF ermöglicht.
2) Zur Verbreitung von BGF wird der folgende Ablauf einer aktiven Dissemination empfohlen: Identifikation relevanter Zielgruppen (Targeting), Assessment der Erwartungen und des Bedarfs, bedarfsgerechte Anpassung (Adaptation) an die jeweilige(n) Zielgruppe(n) sowie an den spezifischen Anwendungskontext. Schließlich erfolgt die eigentliche Dissemination als gezielte Kommunikation in Richtung der Zielgruppe (Tailoring), die letztlich zur Übernahme bzw. Annahme (Adoption) betrieblicher Maßnahmen zur Gesundheitsförderung (GF) führt. 3) Grundsätzlich erweist sich das betriebliche Setting als geeigneter Interventionszugang für Maßnahmen der GF, da hier auch nicht gesundheitssensitive Gruppen erreicht werden können. Dabei muss der jeweilige Kontext sowohl von wissenschaftlicher Seite als auch von gesellschaftlicher, insbesondere von gesundheitspolitischer Seite, berücksichtigt werden. 4) Im Kontext der betrieblichen Gesundheitsförderung bieten Evaluationen nicht nur einen methodischen Beitrag zur Evidenzsicherung, sondern auch einen konzeptuellen Anknüpfungspunkt an organisationale Lern- und Veränderungsprozesse. Abschließend wird in allen sechs Beiträgen dieser Dissertation das gesamte Spannungdreieck, in dem BGF stattfindet, betrachtet. In den Reaktionen auf das Umsetzungsdefizit von BGF deutet sich an, dass die einzelnen Referenzsysteme untereinander zunehmend interagieren. Demzufolge kann BGF auch als Teil eines Spannungsfeldes zwischen Wissenschaft, betrieblicher Praxis und Gesellschaft beschrieben werden.

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Item Type:Dissertation
Referees:Bauer G F, Wehner T, Schroeter K R
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > Epidemiology, Biostatistics and Prevention Institute (EBPI)
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2011
Deposited On:16 Apr 2012 11:08
Last Modified:05 Apr 2016 15:45
Publisher DOI:https://doi.org/10.3929/ethz-a-006957528
Related URLs:http://opac.nebis.ch/F/?local_base=NEBIS&CON_LNG=GER&func=find-b&find_code=SYS&request=006957528

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