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"ein strenger Umriß" - Prägnanz als Leitidee von Goethes Formdenken im Kontext der Weimarer Kunsttheorie


Schneider, Sabine (2011). "ein strenger Umriß" - Prägnanz als Leitidee von Goethes Formdenken im Kontext der Weimarer Kunsttheorie. In: Golz, Jochen; Meier, Albert; Zehm, Edith. Goethe-Jahrbuch. Göttingen: Wallstein Verlag, 98-106.

Abstract

In seinen sinnesphysiologischen Überlegungen zur kreativen Potenz der im Innern aufgehenden endogenen Bilder verhandelt Goethe ein analoges Problem, wie in den Schemata über den Dilettantismus anhand der Diskussion um die »Skizzisten« und »Imaginisten «: Die Ideenfülle des Verworrenen bzw. der Vagheit soll in eine Balance mit einer klassizistischen Zeichenökonomie gebracht werden. Den »vorschwebenden Traum« in »scharfem Federumriß« fixieren zu können, unterscheide den geborenen Künstler von der »Velleität«, der gestalterischen Schwäche des Dilettanten. Dieses Gleichgewicht zwischen Ideenfülle und Zeichenökonomie prägt als Leitidee der Prägnanz Goethes Formdenken. Die darin implizierte Frage der Strukturierbarkeit unüberschaubarer Vielheit durch prägnante Verdichtung und eine spezifische Form von Abstraktion stellt sich Goethe in verschiedenen Bereichen – kunsttheoretischen und naturwissenschaftlichen wie auch philosophisch-ästhetischen und (zum Beispiel gattungs)poetologischen –, die sich wechselseitig als Begründungsmodelle plausibilisieren. Sie betrifft ebenso seine organologischen und morphologischen Argumentationen wie seine Überlegungen zur Form der Kunstautonomie, seine kunstprogrammatischen Beiträge zum klassizistischen Umriss, wie auch den kulturwissenschaftlichen Versuch einer Formalisierbarkeit des Tumults im Römischen Carneval. Dabei ist Goethes Prägnanzmodell einerseits von der klassizistischen Kunstprogrammatik her zu verstehen, es stellt andererseits eine ganz eigenwillige Variante innerhalb des von philosophischen Vorgaben dominierten klassizistischen Formdenkens dar.

Abstract

In seinen sinnesphysiologischen Überlegungen zur kreativen Potenz der im Innern aufgehenden endogenen Bilder verhandelt Goethe ein analoges Problem, wie in den Schemata über den Dilettantismus anhand der Diskussion um die »Skizzisten« und »Imaginisten «: Die Ideenfülle des Verworrenen bzw. der Vagheit soll in eine Balance mit einer klassizistischen Zeichenökonomie gebracht werden. Den »vorschwebenden Traum« in »scharfem Federumriß« fixieren zu können, unterscheide den geborenen Künstler von der »Velleität«, der gestalterischen Schwäche des Dilettanten. Dieses Gleichgewicht zwischen Ideenfülle und Zeichenökonomie prägt als Leitidee der Prägnanz Goethes Formdenken. Die darin implizierte Frage der Strukturierbarkeit unüberschaubarer Vielheit durch prägnante Verdichtung und eine spezifische Form von Abstraktion stellt sich Goethe in verschiedenen Bereichen – kunsttheoretischen und naturwissenschaftlichen wie auch philosophisch-ästhetischen und (zum Beispiel gattungs)poetologischen –, die sich wechselseitig als Begründungsmodelle plausibilisieren. Sie betrifft ebenso seine organologischen und morphologischen Argumentationen wie seine Überlegungen zur Form der Kunstautonomie, seine kunstprogrammatischen Beiträge zum klassizistischen Umriss, wie auch den kulturwissenschaftlichen Versuch einer Formalisierbarkeit des Tumults im Römischen Carneval. Dabei ist Goethes Prägnanzmodell einerseits von der klassizistischen Kunstprogrammatik her zu verstehen, es stellt andererseits eine ganz eigenwillige Variante innerhalb des von philosophischen Vorgaben dominierten klassizistischen Formdenkens dar.

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Item Type:Book Section, refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of German Studies
Dewey Decimal Classification:430 German & related languages
Language:German
Date:2011
Deposited On:18 Jul 2012 07:39
Last Modified:05 Apr 2016 15:53
Publisher:Wallstein Verlag
Number:128
ISBN:978-3-8353-1123-7
Related URLs:http://www.wallstein-verlag.de/9783835311237.html

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