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Behandlung der Gebärparese mit hochdosiertem Kalzium


Braun, U; Jehle, W; Siegwart, N; Bleul, U; Hässig, M (2006). Behandlung der Gebärparese mit hochdosiertem Kalzium. Schweizer Archiv für Tierheilkunde, 148(3):121-129.

Abstract

Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, den Behandlungserfolg bei Kühen mit Gebärparese zu untersuchen, die mit hochdosiertem Kalzium behandelt wurden. Die Untersuchungen wurden an 30 Kühen mit Gebärparese durchgeführt. Alle Kühe wurden mit insgesamt 1000 ml einer 40%igen Kalzium-Boroglukonat-Lösung mit einem Zusatz von 6% Magnesium-Hypophosphit behandelt. Bei den Kühen der Gruppe A wurden die ersten 200 ml der Kalziumlösung innerhalb von 10 Minuten als Sturzinfusion und die restlichen 800 ml über 6 Stunden als Dauertropfinfusion verabreicht. Bei den Kühen der Gruppe B wurden die ersten 500 ml innerhalb von 20 Minuten als Sturzinfusion und die restlichen 500 ml über 6 Stunden als Dauertropfinfusion infundiert. Danach wurden die Tiere während 8 Stunden permanent überwacht und stündlich klinisch untersucht. Bei jeder Kuh wurden vor der Behandlung Blutproben für die Bestimmung von Gesamtkalzium, ionisiertem Kalzium, anorganischem Phosphat und Magnesium entnommen. Weitere Blutproben wurden bis 72 Stunden nach Therapiebeginn entnommen. Kühe, welche nicht aufstanden, wurden frühestens 12 Stunden später mit einer kalziumhaltigen Lösung nachbehandelt. In Bezug auf den Therapieerfolg, d. h. ob die Kühe wieder aufstanden oder nicht, bestand zwischen den beiden Behandlungsgruppen kein signifikanter Unterschied. Insgesamt konnten 14 Kühe mit einer einmaligen Behandlung geheilt werden, und 16 Kühe mussten mehr als einmal behandelt werden. Eine Kuh musste 4 Tage nach Erkrankungsbeginn geschlachtet werden, da sie auch nach mehrmaliger Behandlung nicht aufstand. Die initialen Elektrolytbefunde der beiden Behandlungsgruppen unterschieden sich nicht signifikant. Bei 27 Kühen (90%) waren das Kalzium und das anorganische Phosphat erniedrigt, und bei 3 Kühen (10%) war nur das anorganische Phosphat erniedrigt. Das Gesamtkalzium stieg bei beiden Gruppen innerhalb von 10 Minuten nach Infusionsbeginn stark an. Zum Zeitpunkt 8 Stunden war die durchschnittliche Kalziumkonzentration im Normalbereich. Nach 24 und 48 Stunden lag sie erneut im hypokalzämischen Bereich, und nach 72 Stunden war sie wieder normal. Die anorganische Phosphatkonzentration stieg bei beiden Gruppen nur langsam an, wobei sie den Normalbereich innerhalb von 8 Stunden nicht erreichte. Nach 24, 48 und 72 Stunden lag der durchschnittliche anorganische Phosphatwert bei beiden Gruppen im Normalbereich. Die Elektrolytkonzentrationen der Kühe, die innerhalb von 8 Stunden aufgestanden bzw. nicht aufgestanden waren, unterschieden sich zu keinem Zeitpunkt signifikant. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die Behandlung mit hochdosiertem Kalzium im Vergleich zu früheren Untersuchungen mit geringeren Kalziummengen die Heilungsrate nicht verbesserte.

Abstract

Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, den Behandlungserfolg bei Kühen mit Gebärparese zu untersuchen, die mit hochdosiertem Kalzium behandelt wurden. Die Untersuchungen wurden an 30 Kühen mit Gebärparese durchgeführt. Alle Kühe wurden mit insgesamt 1000 ml einer 40%igen Kalzium-Boroglukonat-Lösung mit einem Zusatz von 6% Magnesium-Hypophosphit behandelt. Bei den Kühen der Gruppe A wurden die ersten 200 ml der Kalziumlösung innerhalb von 10 Minuten als Sturzinfusion und die restlichen 800 ml über 6 Stunden als Dauertropfinfusion verabreicht. Bei den Kühen der Gruppe B wurden die ersten 500 ml innerhalb von 20 Minuten als Sturzinfusion und die restlichen 500 ml über 6 Stunden als Dauertropfinfusion infundiert. Danach wurden die Tiere während 8 Stunden permanent überwacht und stündlich klinisch untersucht. Bei jeder Kuh wurden vor der Behandlung Blutproben für die Bestimmung von Gesamtkalzium, ionisiertem Kalzium, anorganischem Phosphat und Magnesium entnommen. Weitere Blutproben wurden bis 72 Stunden nach Therapiebeginn entnommen. Kühe, welche nicht aufstanden, wurden frühestens 12 Stunden später mit einer kalziumhaltigen Lösung nachbehandelt. In Bezug auf den Therapieerfolg, d. h. ob die Kühe wieder aufstanden oder nicht, bestand zwischen den beiden Behandlungsgruppen kein signifikanter Unterschied. Insgesamt konnten 14 Kühe mit einer einmaligen Behandlung geheilt werden, und 16 Kühe mussten mehr als einmal behandelt werden. Eine Kuh musste 4 Tage nach Erkrankungsbeginn geschlachtet werden, da sie auch nach mehrmaliger Behandlung nicht aufstand. Die initialen Elektrolytbefunde der beiden Behandlungsgruppen unterschieden sich nicht signifikant. Bei 27 Kühen (90%) waren das Kalzium und das anorganische Phosphat erniedrigt, und bei 3 Kühen (10%) war nur das anorganische Phosphat erniedrigt. Das Gesamtkalzium stieg bei beiden Gruppen innerhalb von 10 Minuten nach Infusionsbeginn stark an. Zum Zeitpunkt 8 Stunden war die durchschnittliche Kalziumkonzentration im Normalbereich. Nach 24 und 48 Stunden lag sie erneut im hypokalzämischen Bereich, und nach 72 Stunden war sie wieder normal. Die anorganische Phosphatkonzentration stieg bei beiden Gruppen nur langsam an, wobei sie den Normalbereich innerhalb von 8 Stunden nicht erreichte. Nach 24, 48 und 72 Stunden lag der durchschnittliche anorganische Phosphatwert bei beiden Gruppen im Normalbereich. Die Elektrolytkonzentrationen der Kühe, die innerhalb von 8 Stunden aufgestanden bzw. nicht aufgestanden waren, unterschieden sich zu keinem Zeitpunkt signifikant. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die Behandlung mit hochdosiertem Kalzium im Vergleich zu früheren Untersuchungen mit geringeren Kalziummengen die Heilungsrate nicht verbesserte.

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:05 Vetsuisse Faculty > Veterinary Clinic > Department of Farm Animals
Dewey Decimal Classification:570 Life sciences; biology
630 Agriculture
Language:German
Date:2006
Deposited On:09 Aug 2012 13:26
Last Modified:05 Apr 2016 15:55
Publisher:Hans Huber
ISSN:0036-7281
Publisher DOI:https://doi.org/10.1024/0036-7281.148.3.121

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