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Mediensystemwandel als Medienorganisationswandel. Anwendung der Populations-Ecology auf den Wandel des schweizerischen Mediensystems


Studer, Samuel; Künzler, Matthias (2012). Mediensystemwandel als Medienorganisationswandel. Anwendung der Populations-Ecology auf den Wandel des schweizerischen Mediensystems. In: Langfristiger Wandel von Medienstrukturen: Theorie, Methoden, Befunde, Jena, Germany, 19 October 2012 - 20 October 2012.

Abstract

Die Analyse des langfristigen Wandels von Medienstrukturen stellt eine grosse Herausforderung dar. Die bisherige medienhistorische Forschung hat zwar eine Vielzahl von Studien hervorgebracht, in denen die Genese und Entwicklung von Medien im Fokus der Untersuchung stehen. Allerdings stehen in diesen Werken in der Regel bestimmte (konkrete und einzelne) Medienorganisationen im Zentrum und es unterbleibt meist eine Analyse des Wandels von ganzen Systemen (u.a. wegen des Aufwands und Schwierigkeiten des methodischen und theoretischen Zugangs). Die (komparative) Mediensystemforschung auf der anderen Seite hat Mediensysteme oft entlang ihres Verhältnisses zu gesellschaftlichen (meist politischen, z.T. auch ökonomischen) Teilsystemen und damit zu exogenen Faktoren beschrieben und geordnet (z. B. Hallin/Mancini 2004). Solche Medientypologien können zwar verschiedene Zustände von Mediensystemen beschreiben, sie sind jedoch statistisch und machen kaum Aussagen über den Zeitpunkt des Wandels. Um den strukturellen Wandel ganzer Mediensysteme zu analysieren, bedarf es entsprechender theoretischer und methodischer Zugänge.
Das vorliegende Paper möchte einen Beitrag zur Lösung dieses Problems leisten, indem es danach fragt, wie der Wandel von Mediensystemen analytisch erfasst werden kann und welche Implikationen sich für die empirische Beschäftigung mit diesem Wandel ergeben. Die präsentierten Überlegungen sind im Rahmen eines Forschungsverbunds entstanden (bestehend aus sieben Teilprojekten), der sich derzeit mit Gründen, Formen und Folgen von «Krise und Wandel der Medien in der Schweiz» beschäftigt. Ausgehend von der Feststellung, dass Medien a) entscheidend sind für eine funktionierende Demokratie und b) gegenwärtig unter grossem ökonomischem Druck stehen und von gesellschaftlichen Veränderungen betroffen sind, will der Projektverbund Herausforderungen und Wandel der traditionellen Leitmedien und die Rolle der Neuen Medien im Hinblick auf Demokratie und Gesellschaft aus sieben verschiedenen Perspektiven beleuchten. Das Teilprojekt, an dem die Autoren dieses Papers arbeiten, befasst sich mit der Analyse des Strukturwandels des schweizerischen Mediensystems auf nationaler und regionaler Ebene für die Zeit zwischen 1970 und 2010. Dieser Medienwandel soll anhand von Organisationswandel dargestellt werden. Mit einer Analyse des Wandels von Medienorganisationstypen, so unsere Überzeugung, kann Mediensystemwandel analysiert werden (vgl. Kap. 2). Es wird vorgeschlagen, den Mediensystemwandel mit der Organisationstheorie der Populations-Ecology zu untersuchen. Kapitel 3 geht auf wichtige Aspekte dieser im deutschsprachigen Raum bislang kaum auf Medien angewandte Makro-Theorie ein und erläutert einige Implikationen für die Medienforschung. In Kapitel 4 schliesslich, werden Überlegungen zur empirischen Umsetzung des Ansatzes dargelegt.

Abstract

Die Analyse des langfristigen Wandels von Medienstrukturen stellt eine grosse Herausforderung dar. Die bisherige medienhistorische Forschung hat zwar eine Vielzahl von Studien hervorgebracht, in denen die Genese und Entwicklung von Medien im Fokus der Untersuchung stehen. Allerdings stehen in diesen Werken in der Regel bestimmte (konkrete und einzelne) Medienorganisationen im Zentrum und es unterbleibt meist eine Analyse des Wandels von ganzen Systemen (u.a. wegen des Aufwands und Schwierigkeiten des methodischen und theoretischen Zugangs). Die (komparative) Mediensystemforschung auf der anderen Seite hat Mediensysteme oft entlang ihres Verhältnisses zu gesellschaftlichen (meist politischen, z.T. auch ökonomischen) Teilsystemen und damit zu exogenen Faktoren beschrieben und geordnet (z. B. Hallin/Mancini 2004). Solche Medientypologien können zwar verschiedene Zustände von Mediensystemen beschreiben, sie sind jedoch statistisch und machen kaum Aussagen über den Zeitpunkt des Wandels. Um den strukturellen Wandel ganzer Mediensysteme zu analysieren, bedarf es entsprechender theoretischer und methodischer Zugänge.
Das vorliegende Paper möchte einen Beitrag zur Lösung dieses Problems leisten, indem es danach fragt, wie der Wandel von Mediensystemen analytisch erfasst werden kann und welche Implikationen sich für die empirische Beschäftigung mit diesem Wandel ergeben. Die präsentierten Überlegungen sind im Rahmen eines Forschungsverbunds entstanden (bestehend aus sieben Teilprojekten), der sich derzeit mit Gründen, Formen und Folgen von «Krise und Wandel der Medien in der Schweiz» beschäftigt. Ausgehend von der Feststellung, dass Medien a) entscheidend sind für eine funktionierende Demokratie und b) gegenwärtig unter grossem ökonomischem Druck stehen und von gesellschaftlichen Veränderungen betroffen sind, will der Projektverbund Herausforderungen und Wandel der traditionellen Leitmedien und die Rolle der Neuen Medien im Hinblick auf Demokratie und Gesellschaft aus sieben verschiedenen Perspektiven beleuchten. Das Teilprojekt, an dem die Autoren dieses Papers arbeiten, befasst sich mit der Analyse des Strukturwandels des schweizerischen Mediensystems auf nationaler und regionaler Ebene für die Zeit zwischen 1970 und 2010. Dieser Medienwandel soll anhand von Organisationswandel dargestellt werden. Mit einer Analyse des Wandels von Medienorganisationstypen, so unsere Überzeugung, kann Mediensystemwandel analysiert werden (vgl. Kap. 2). Es wird vorgeschlagen, den Mediensystemwandel mit der Organisationstheorie der Populations-Ecology zu untersuchen. Kapitel 3 geht auf wichtige Aspekte dieser im deutschsprachigen Raum bislang kaum auf Medien angewandte Makro-Theorie ein und erläutert einige Implikationen für die Medienforschung. In Kapitel 4 schliesslich, werden Überlegungen zur empirischen Umsetzung des Ansatzes dargelegt.

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Item Type:Conference or Workshop Item (Speech), refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Mass Communication and Media Research
Dewey Decimal Classification:700 Arts
Language:German
Event End Date:20 October 2012
Deposited On:13 Dec 2012 11:59
Last Modified:06 Apr 2017 07:30
Funders:SNF - Schweizerischer Nationalfonds
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