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Hypertonie bei Herztransplantierten und bei Patienten mit verstärkter Oxidation von LDL-Cholesterin sowie die Bedeutung der Telemedizin im Management des Bluthochdrucks


Brockes, Maria Christiane. Hypertonie bei Herztransplantierten und bei Patienten mit verstärkter Oxidation von LDL-Cholesterin sowie die Bedeutung der Telemedizin im Management des Bluthochdrucks. 2009, University of Zurich, Faculty of Medicine.

Abstract

Blutdruck und Herzfrequenz unterliegen einem zirkadianen Rhythmus; die Werte sinken in der Nacht. Während einer Herztransplantation kommt es zur Durchtrennung aller neuralen Strukturen, die das Herz mit dem Körper verbinden. Diese kardiale Denervation führt zu einem Verlust des physiologischen nächtlichen Abfalles von Blutdruck und Herzfrequenz. Mit Zunahme des postoperativen Zeitraumes ist wieder eine grössere Differenz zwischen den Tages- und Nachtwerten festzustellen. Das Wiedereinsetzen der nächtlichen Senkung mit Rückkehr des zirkadianen Blutdruck- und Herzfrequenzverhaltens könnte auf eine Reinnervation zurückzuführen sein, aber auch andere nervale und humorale Faktoren und die Medikation beeinflussen wahrscheinlich die Situation.
Herztransplantierte mit einem längeren postoperativen Zeitraum entwickeln eine arterielle Hypertonie. Die üblichen Risikofaktoren spielen nur eine untergeordnete Rolle, es handelt sich vielmehr um eine durch Cyclosporin A induzierte Hypertonie. Das Immunsuppressivum steigert den peripheren Widerstand über eine Reihe von Faktoren. Es fördert die Aktivität sowohl neurohumoraler Systeme als auch direkt glatter Gefässmuskelzellen Weiterhin ist die endothelabhängige Vasodilatation nach intraarterieller Applikation von Acetylcholin sowie Endothelin-1 in niedriger Dosierung bei Herztransplantierten reduziert. Diese Abnahme der NO-abhängigen Gefässerweiterung ist ebenfalls bei nicht-transplantierten Hypertonikern nachzuweisen. Daher handelt es sich bei der auftretenden Endotheldysfunktion nach Herztransplantion eher um eine Folge der Hypertonie und nicht um eine direkte Cyclosporin A – Wirkung.
Hypertonie ist ein Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen. Das erhöhte Risiko korreliert nicht nur mit den Blutdruckwerten per se, sondern steht auch mit anderen Faktoren in Zusammenhang. LDL-Cholesterin bei Hyper- sowie Normotonikern mit genetischer Prädisposition hat eine kürzere antioxidative Phase und damit eine erhöhte Oxidationssensibilität. Bei diesem Kollektiv überwiegt die langsame LDL-Subfraktion, die aus kleinen, dichten und schweren Substanzen besteht, die schnell oxidieren. Die Zunahme der partiell genetisch determinierten kleinen dichten LDL-Cholesterin-Subfraktion bei genetischer Prädisposition und manifester Hypertonie ist vermutlich mit einer gesteigerten Oxidationsbereitschaft und einem erhöhten Risiko für vaskuläre Erkrankungen verbunden. Somit ist das LDL-Cholesterin -Subfraktionsprofil ein wichtiger metabolischer Indikator einer multifaktoriellen kardiovaskulären Risikokonstellation und kann ohne viel Aufwand mit der Iso-Kapillarelektrophorese bestimmt werden.
Vitamin E kann bei Hypertonikern die reduzierte LDL-Cholesterin-Oxidationsresistenz kompensieren und somit möglicherweise das atherogene Risiko senken. Allerdings zeigen neuere Ergebnisse, dass bei Patienten mit Gefässerkrankungen und erhöhtem Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse eine langfristige hochdosierte Substitution mit Vitamin E die Herzinsuffizienz- und Mortalitätsrate erhöht. Es wird zum gegenwärtigen Zeitpunkt von einer hochdosierten Vitamin E-Einnahme abgeraten.
Die Telemedizin eröffnet neue Möglichkeiten in der Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen sowie in der Betreuung hypertonischer Patienten. Sie ist ein sich rasch entwickelnder Sektor der Medizin und hat das Potential die Gesundheitsversorgung zu revolutionieren. Sie kann diagnostische und therapeutische Optionen ergänzen und kommt der neuen Patientenrolle des informierten Patienten entgegen. Die Telemedizin findet in allen klinischen Fachdisziplinen Eingang und ihre Implementierung schreitet rasch voran.

Abstract

Blutdruck und Herzfrequenz unterliegen einem zirkadianen Rhythmus; die Werte sinken in der Nacht. Während einer Herztransplantation kommt es zur Durchtrennung aller neuralen Strukturen, die das Herz mit dem Körper verbinden. Diese kardiale Denervation führt zu einem Verlust des physiologischen nächtlichen Abfalles von Blutdruck und Herzfrequenz. Mit Zunahme des postoperativen Zeitraumes ist wieder eine grössere Differenz zwischen den Tages- und Nachtwerten festzustellen. Das Wiedereinsetzen der nächtlichen Senkung mit Rückkehr des zirkadianen Blutdruck- und Herzfrequenzverhaltens könnte auf eine Reinnervation zurückzuführen sein, aber auch andere nervale und humorale Faktoren und die Medikation beeinflussen wahrscheinlich die Situation.
Herztransplantierte mit einem längeren postoperativen Zeitraum entwickeln eine arterielle Hypertonie. Die üblichen Risikofaktoren spielen nur eine untergeordnete Rolle, es handelt sich vielmehr um eine durch Cyclosporin A induzierte Hypertonie. Das Immunsuppressivum steigert den peripheren Widerstand über eine Reihe von Faktoren. Es fördert die Aktivität sowohl neurohumoraler Systeme als auch direkt glatter Gefässmuskelzellen Weiterhin ist die endothelabhängige Vasodilatation nach intraarterieller Applikation von Acetylcholin sowie Endothelin-1 in niedriger Dosierung bei Herztransplantierten reduziert. Diese Abnahme der NO-abhängigen Gefässerweiterung ist ebenfalls bei nicht-transplantierten Hypertonikern nachzuweisen. Daher handelt es sich bei der auftretenden Endotheldysfunktion nach Herztransplantion eher um eine Folge der Hypertonie und nicht um eine direkte Cyclosporin A – Wirkung.
Hypertonie ist ein Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen. Das erhöhte Risiko korreliert nicht nur mit den Blutdruckwerten per se, sondern steht auch mit anderen Faktoren in Zusammenhang. LDL-Cholesterin bei Hyper- sowie Normotonikern mit genetischer Prädisposition hat eine kürzere antioxidative Phase und damit eine erhöhte Oxidationssensibilität. Bei diesem Kollektiv überwiegt die langsame LDL-Subfraktion, die aus kleinen, dichten und schweren Substanzen besteht, die schnell oxidieren. Die Zunahme der partiell genetisch determinierten kleinen dichten LDL-Cholesterin-Subfraktion bei genetischer Prädisposition und manifester Hypertonie ist vermutlich mit einer gesteigerten Oxidationsbereitschaft und einem erhöhten Risiko für vaskuläre Erkrankungen verbunden. Somit ist das LDL-Cholesterin -Subfraktionsprofil ein wichtiger metabolischer Indikator einer multifaktoriellen kardiovaskulären Risikokonstellation und kann ohne viel Aufwand mit der Iso-Kapillarelektrophorese bestimmt werden.
Vitamin E kann bei Hypertonikern die reduzierte LDL-Cholesterin-Oxidationsresistenz kompensieren und somit möglicherweise das atherogene Risiko senken. Allerdings zeigen neuere Ergebnisse, dass bei Patienten mit Gefässerkrankungen und erhöhtem Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse eine langfristige hochdosierte Substitution mit Vitamin E die Herzinsuffizienz- und Mortalitätsrate erhöht. Es wird zum gegenwärtigen Zeitpunkt von einer hochdosierten Vitamin E-Einnahme abgeraten.
Die Telemedizin eröffnet neue Möglichkeiten in der Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen sowie in der Betreuung hypertonischer Patienten. Sie ist ein sich rasch entwickelnder Sektor der Medizin und hat das Potential die Gesundheitsversorgung zu revolutionieren. Sie kann diagnostische und therapeutische Optionen ergänzen und kommt der neuen Patientenrolle des informierten Patienten entgegen. Die Telemedizin findet in allen klinischen Fachdisziplinen Eingang und ihre Implementierung schreitet rasch voran.

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Item Type:Habilitation
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Clinic and Policlinic for Internal Medicine
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2009
Deposited On:03 Dec 2012 13:24
Last Modified:05 Apr 2016 16:08

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