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Zivilisationskritik und Kulturpessimismus im Ammenprolog von Euripides' Medea


Bär, Silvio (2012). Zivilisationskritik und Kulturpessimismus im Ammenprolog von Euripides' Medea. Gymnasium: Zeitschrift für Kultur der Antike und Humanistische Bildung, 119(2):215-233.

Abstract

Die Eingangsworte der euripideischen Medea gehören zu den berühmtesten Passagen unter den erhaltenen attischen Tragödien. Dramaturgisch geschickt gewählt zur Exposition einer Extremsituation durch eine zwar involvierte, doch auf einer tieferen sozialen Stufe stehenden Nebenfigur, scheint der Medea-Prolog wenig Raum für Neudeutungen zuzulassen. Gleichwohl ist einigen in den ersten Versen (1–11) evozierten Assoziationen bislang zu wenig Beachtung geschenkt worden: Indem Medeas Amme das Drama mit einer Verwünschung der Argonautenfahrt und der Argo, ja der Schifffahrt ganz allgemein eröffnet, wird eine kulturpessimistische, zivilisationskritische Sicht der menschlichen Entwicklung gezeichnet, die den zu Euripides’ Zeit populären aszendenten Entwicklungstheorien der Sophistik entgegensteht. Die im Prolog aufgerufenen Denkmuster und die damit einhergehende Weltsicht lassen sich für eine Gesamtdeutung des Dramas insofern fruchtbar machen, als das Drama als Warnung am Vorabend des Peloponnesischen Krieges verstanden werden kann.

Abstract

Die Eingangsworte der euripideischen Medea gehören zu den berühmtesten Passagen unter den erhaltenen attischen Tragödien. Dramaturgisch geschickt gewählt zur Exposition einer Extremsituation durch eine zwar involvierte, doch auf einer tieferen sozialen Stufe stehenden Nebenfigur, scheint der Medea-Prolog wenig Raum für Neudeutungen zuzulassen. Gleichwohl ist einigen in den ersten Versen (1–11) evozierten Assoziationen bislang zu wenig Beachtung geschenkt worden: Indem Medeas Amme das Drama mit einer Verwünschung der Argonautenfahrt und der Argo, ja der Schifffahrt ganz allgemein eröffnet, wird eine kulturpessimistische, zivilisationskritische Sicht der menschlichen Entwicklung gezeichnet, die den zu Euripides’ Zeit populären aszendenten Entwicklungstheorien der Sophistik entgegensteht. Die im Prolog aufgerufenen Denkmuster und die damit einhergehende Weltsicht lassen sich für eine Gesamtdeutung des Dramas insofern fruchtbar machen, als das Drama als Warnung am Vorabend des Peloponnesischen Krieges verstanden werden kann.

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Department of Greek and Latin Philology
Dewey Decimal Classification:470 Latin & Italic languages
480 Classical & modern Greek languages
Language:German
Date:2012
Deposited On:14 Jan 2013 13:08
Last Modified:07 Dec 2017 17:48
Publisher:Winter
ISSN:0342-5231
Official URL:http://www.winter-verlag.de/de/detail/t3699203/Baer_Zivilisationskritik_und_Kulturpessimismus_im_Ammen/
Related URLs:http://www.gymnasium.hu-berlin.de/gym_119.html

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