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Vergleich zweier Lokalanästhesietechniken für die Laparotomie beim Rind


Nuss, Karl; Eiberle, B J; Sauter-Louis, C (2012). Vergleich zweier Lokalanästhesietechniken für die Laparotomie beim Rind. Tierärztliche Praxis, 40 (3):141-149.

Abstract

Gegenstand und Ziel: Vergleich zweier Lokalanästhesietechniken zur Laparotomie in der Flanke beim Rind hinsichtlich Durchführbarkeit und Wirksamkeit.
Material und Methodik: Bei je 50 Rinderpatienten wurde eine modifizierte Schnittlinien-Infiltration (MSI) oder eine proximale Paravertebralanästhesie (PPVA) mit 2%igem Procain durchgeführt. Indikationen waren Labmagen- und Blinddarmverlagerungen, Rumenotomien und diagnostische Laparotomien. Registriert wurden Durchführbarkeit der Anästhesietechnik, Reaktionen auf das Setzen der Lokalanästhesie und benötigte Menge des Lokalanästhetikums. Bei der Operation wurden die Reaktionen auf die Durchtrennung der einzelnen Schichten der Bauchwand, die Reaktionen während der Bauchhöhlenexploration sowie beim Verschluss der Bauchhöhle erfasst.
Ergebnisse: Die Durchführbarkeit der MSI wurde als schwieriger empfunden als die der PPVA (p=0,13), obwohl die durchschnittlich benötigte Zeit (8 Minuten) nicht differierte. Im Mittel wurde für die PPVA signifikant weniger Procainlösung benötigt als für die MSI (144 vs. 195 ml). Beim Vergleich der Techniken hinsichtlich „keine Reaktion“, „unspezifische Reaktion“ und „spezifische Reaktion“ der Patienten ergab sich für die PPVA ein signifikant (p=0,01) besseres Resultat, wenn alle Reaktionen auf die Eröffnung der Bauchhöhle aufsummiert wurden. Die PPVA erwies sich bei der Inzision des äußeren schiefen Bauchmuskels zwar als tendenziell schlechter, schnitt aber bei der Exploration der Bauchhöhle, bei der Naht des äußeren sowie des inneren schiefen Bauchmuskels signifikant (p<0,05) besser ab als die MSI.
Schlussfolgerungen und klinische Relevanz: Beide Anästhesietechniken konnten die Schmerzreaktionen nur bei 49% der Tiere vollständig unterdrücken. Die Schmerzen waren unter PPVA zuverlässiger ausgeschaltet als unter MSI. Eine Nachdosierung von Lokalanästhetikum sollte bei beiden Techniken eingeplant werden. Für die PPVA sollte eine Kombination von Procain und Epinephrin Verwendung finden. Weiterhin erscheint eine leichte Sedation (Xylazin, 0,01mg/kg KM i.v.) der Tiere angebracht. Potentere Lokalanästhetika als Procain 2%, beispielsweise Lidocain, sollten für die Laparotomie beim Rind zugelassen werden.

Abstract

Gegenstand und Ziel: Vergleich zweier Lokalanästhesietechniken zur Laparotomie in der Flanke beim Rind hinsichtlich Durchführbarkeit und Wirksamkeit.
Material und Methodik: Bei je 50 Rinderpatienten wurde eine modifizierte Schnittlinien-Infiltration (MSI) oder eine proximale Paravertebralanästhesie (PPVA) mit 2%igem Procain durchgeführt. Indikationen waren Labmagen- und Blinddarmverlagerungen, Rumenotomien und diagnostische Laparotomien. Registriert wurden Durchführbarkeit der Anästhesietechnik, Reaktionen auf das Setzen der Lokalanästhesie und benötigte Menge des Lokalanästhetikums. Bei der Operation wurden die Reaktionen auf die Durchtrennung der einzelnen Schichten der Bauchwand, die Reaktionen während der Bauchhöhlenexploration sowie beim Verschluss der Bauchhöhle erfasst.
Ergebnisse: Die Durchführbarkeit der MSI wurde als schwieriger empfunden als die der PPVA (p=0,13), obwohl die durchschnittlich benötigte Zeit (8 Minuten) nicht differierte. Im Mittel wurde für die PPVA signifikant weniger Procainlösung benötigt als für die MSI (144 vs. 195 ml). Beim Vergleich der Techniken hinsichtlich „keine Reaktion“, „unspezifische Reaktion“ und „spezifische Reaktion“ der Patienten ergab sich für die PPVA ein signifikant (p=0,01) besseres Resultat, wenn alle Reaktionen auf die Eröffnung der Bauchhöhle aufsummiert wurden. Die PPVA erwies sich bei der Inzision des äußeren schiefen Bauchmuskels zwar als tendenziell schlechter, schnitt aber bei der Exploration der Bauchhöhle, bei der Naht des äußeren sowie des inneren schiefen Bauchmuskels signifikant (p<0,05) besser ab als die MSI.
Schlussfolgerungen und klinische Relevanz: Beide Anästhesietechniken konnten die Schmerzreaktionen nur bei 49% der Tiere vollständig unterdrücken. Die Schmerzen waren unter PPVA zuverlässiger ausgeschaltet als unter MSI. Eine Nachdosierung von Lokalanästhetikum sollte bei beiden Techniken eingeplant werden. Für die PPVA sollte eine Kombination von Procain und Epinephrin Verwendung finden. Weiterhin erscheint eine leichte Sedation (Xylazin, 0,01mg/kg KM i.v.) der Tiere angebracht. Potentere Lokalanästhetika als Procain 2%, beispielsweise Lidocain, sollten für die Laparotomie beim Rind zugelassen werden.

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:05 Vetsuisse Faculty > Veterinary Clinic > Department of Farm Animals
Dewey Decimal Classification:570 Life sciences; biology
630 Agriculture
Language:German
Date:2012
Deposited On:07 Feb 2013 13:18
Last Modified:21 Nov 2017 16:26
Publisher:Schattauer
ISSN:0303-6286
Related URLs:http://tpg.schattauer.de/de/inhalt/archiv/issue/1549/manuscript/17746.html

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