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Raum als Kontingenzformel der Geographie. Zu den Ausdifferenzierungsbesonderheiten und -schwierigkeiten einer Disziplin


Goeke, Pascal; Moser, Evelyn (2011). Raum als Kontingenzformel der Geographie. Zu den Ausdifferenzierungsbesonderheiten und -schwierigkeiten einer Disziplin. Soziale Systeme, 17(2):234-254.

Abstract

Die (Human-)Geographie ist eine bemerkenswerte Disziplin. Or- ganisatorisch ist sie relativ gut etabliert, doch ihre Forschungsbeiträge spielen in der Wissenschaft eine untergeordnete Rolle. Diese Leistungs- und Erfolgsdifferenz legt grundsätzlich eine stärkere Differenzierung zwischen dem Forschungsfeld einer Disziplin und ihrer Etablierung als Fach nahe. Vor dem Hintergrund dieser Unterscheidung kann erstens verdeutlicht werden, dass es der Geographie auf der Grundlage ihrer Kontingenzformel Raum nicht gelungen ist, ihre Gegenstandsorientierung durch eine distinkte forschungsfeldkonstituierende Problemstellung zu ersetzen. Diese Schwierigkeit lässt sich aus systemtheoretischer Perspektive auf die Dualität von Raum als Medium und Materie sowie auf das Primat funktionaler Differenzierung und den damit verbundenen thematischen Zuständigkeiten sozialwissenschaftlicher Disziplinen in der modernen Gesellschaft zurückführen. Ausgehend von der Annahme der steten Relevanz von Raum erscheint die Geographie stattdessen als Disziplin multipler Orientierung. Ihre dennoch erfolgreiche Etablierung als Fach, so die zweite These, fußt auf außerwissenschaftlichen Anlehnungskontexten (hauptsächlich Bildung), über die gesellschaftliche Legitimität hergestellt wird.

Abstract

Die (Human-)Geographie ist eine bemerkenswerte Disziplin. Or- ganisatorisch ist sie relativ gut etabliert, doch ihre Forschungsbeiträge spielen in der Wissenschaft eine untergeordnete Rolle. Diese Leistungs- und Erfolgsdifferenz legt grundsätzlich eine stärkere Differenzierung zwischen dem Forschungsfeld einer Disziplin und ihrer Etablierung als Fach nahe. Vor dem Hintergrund dieser Unterscheidung kann erstens verdeutlicht werden, dass es der Geographie auf der Grundlage ihrer Kontingenzformel Raum nicht gelungen ist, ihre Gegenstandsorientierung durch eine distinkte forschungsfeldkonstituierende Problemstellung zu ersetzen. Diese Schwierigkeit lässt sich aus systemtheoretischer Perspektive auf die Dualität von Raum als Medium und Materie sowie auf das Primat funktionaler Differenzierung und den damit verbundenen thematischen Zuständigkeiten sozialwissenschaftlicher Disziplinen in der modernen Gesellschaft zurückführen. Ausgehend von der Annahme der steten Relevanz von Raum erscheint die Geographie stattdessen als Disziplin multipler Orientierung. Ihre dennoch erfolgreiche Etablierung als Fach, so die zweite These, fußt auf außerwissenschaftlichen Anlehnungskontexten (hauptsächlich Bildung), über die gesellschaftliche Legitimität hergestellt wird.

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:07 Faculty of Science > Institute of Geography
Dewey Decimal Classification:910 Geography & travel
Language:German
Date:2011
Deposited On:21 Feb 2013 09:34
Last Modified:07 Dec 2017 19:50
Publisher:Lucius and Lucius Verlagsgesellschaft
ISSN:0948-423X
Official URL:http://www.wiso-net.de/genios1.pdf?START=0A1&ANR=1373052&DBN=ZGEN&ZNR=1&ZHW=-4&WID=22722-9400243-30229_2

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