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Sexuelle Straftaten von Minderjährigen: Die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung im Kanton Zürich


Aebi, Marcel; Bessler, Cornelia (2012). Sexuelle Straftaten von Minderjährigen: Die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung im Kanton Zürich. Schweizerische Zeitschrift für Kriminologie, 2012(1):17-28.

Abstract

Die in den letzten zehn Jahren zunehmende Anzahl von Jugendstrafurteilen in Sachen Verstösse gegen die sexuelle Integrität zeigen die Notwendigkeit auf, wissenschaftlich fundierte Empfehlungen betreffend des Umgangs mit den minderjährigen Jugendlichen, welche ein Sexualdelikt begangen haben, geben zu können. In der Zürcher Studie wurden alle Urteile von Delikten gegen die sexuelle Integrität, welche von Minderjährigen zwischen 2000 und 2008 im Kanton Zürich verübt wurden, untersucht. Es wurde eine systematische Analyse der Strafakten durchgeführt.
Die wichtigsten Erkenntnisse der Untersuchung sind: Die Ursachen und Formen von sexuellen Übergriffen durch Jugendliche sind sehr unterschiedlich. Die wichtigsten Risikofaktoren für sexuelles Fehlverhalten sind soziale Reifungsdefizite, familiäre Probleme und antisoziale Einstellungen der Jugendlichen in ihrer Adoleszenzentwicklung. Im Weiteren zeigt sich, dass von Jugendlichen, welche wegen Sexualdelikten verurteilt wurden, ein eher geringes Risiko ausgeht, dass sie erneut ein sexuelles Delikt verüben. Hingegen wurde ein deutlich höheres Risiko für zukünftige Delikte, im nicht sexuellen Bereich gefunden. Schliesslich hat sich der Umgang mit minderjährigen Straftätern in den letzten Jahren professionalisiert.
Für die forensischen Abklärungen von Minderjährigen, die ein Sexualdelikt begangen hatten, braucht es eine standardisierte Herangehensweise. Insbesondere sollten die jugendlichen Täter vor dem Hintergrund ihres jeweiligen Entwicklungsalters, ihrer kulturellen Herkunft und den aktuellen Entwicklungsaufgaben, denen sie sich zu stellen haben, beurteilt werden. Eine Weiterentwicklung von standardisierten Risikobeurteilungsinstrumenten zur Beurteilung der Gefahr von weiteren sexuellen, aber auch nicht sexuellen Delikten ist notwendig. Weiter ist die Entwicklung und der Einsatz von Präventionsprogrammen zur Aufklärung betreffend der Gesetzgebung und zur Sensibilisierung bezüglich Formen von sexueller Gewalt bei männlichen Jugendlichen angezeigt.

Abstract

Die in den letzten zehn Jahren zunehmende Anzahl von Jugendstrafurteilen in Sachen Verstösse gegen die sexuelle Integrität zeigen die Notwendigkeit auf, wissenschaftlich fundierte Empfehlungen betreffend des Umgangs mit den minderjährigen Jugendlichen, welche ein Sexualdelikt begangen haben, geben zu können. In der Zürcher Studie wurden alle Urteile von Delikten gegen die sexuelle Integrität, welche von Minderjährigen zwischen 2000 und 2008 im Kanton Zürich verübt wurden, untersucht. Es wurde eine systematische Analyse der Strafakten durchgeführt.
Die wichtigsten Erkenntnisse der Untersuchung sind: Die Ursachen und Formen von sexuellen Übergriffen durch Jugendliche sind sehr unterschiedlich. Die wichtigsten Risikofaktoren für sexuelles Fehlverhalten sind soziale Reifungsdefizite, familiäre Probleme und antisoziale Einstellungen der Jugendlichen in ihrer Adoleszenzentwicklung. Im Weiteren zeigt sich, dass von Jugendlichen, welche wegen Sexualdelikten verurteilt wurden, ein eher geringes Risiko ausgeht, dass sie erneut ein sexuelles Delikt verüben. Hingegen wurde ein deutlich höheres Risiko für zukünftige Delikte, im nicht sexuellen Bereich gefunden. Schliesslich hat sich der Umgang mit minderjährigen Straftätern in den letzten Jahren professionalisiert.
Für die forensischen Abklärungen von Minderjährigen, die ein Sexualdelikt begangen hatten, braucht es eine standardisierte Herangehensweise. Insbesondere sollten die jugendlichen Täter vor dem Hintergrund ihres jeweiligen Entwicklungsalters, ihrer kulturellen Herkunft und den aktuellen Entwicklungsaufgaben, denen sie sich zu stellen haben, beurteilt werden. Eine Weiterentwicklung von standardisierten Risikobeurteilungsinstrumenten zur Beurteilung der Gefahr von weiteren sexuellen, aber auch nicht sexuellen Delikten ist notwendig. Weiter ist die Entwicklung und der Einsatz von Präventionsprogrammen zur Aufklärung betreffend der Gesetzgebung und zur Sensibilisierung bezüglich Formen von sexueller Gewalt bei männlichen Jugendlichen angezeigt.

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Additional indexing

Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > Psychiatric University Hospital Zurich > Center for Child and Adolescent Psychiatry
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Uncontrolled Keywords:Sexualdelinquenz, minderjährige Sexualstraftäter, Jugendkriminalität, Legalprognose, Rückfälligkeit, Begutachtung
Language:German
Date:2012
Deposited On:28 Feb 2013 12:45
Last Modified:24 Nov 2017 10:10
Publisher:Stämpfli
ISSN:1660-2501
Related URLs:http://www.szk.recht.ch/ (Publisher)

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