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Regionalisierung und die Methode der Bildanalyse


Müller, Urs; Backhaus, Norman (2006). Regionalisierung und die Methode der Bildanalyse. In: Backhaus, Norman; Müller-Böker, Ulrike. Gesellschaft und Raum: Konzepte und Kategorien. Zürich: Geographisches Institut Universität Zürich, 30-50.

Abstract

Bilder haben im Alltag eine immer grösser werdende Bedeutung und in der Wissenschaft ist von einem visual turn die Rede, dem es Rechnung zu tragen gilt. Um den Einfluss von Bildern erforschen zu können, gilt es zunächst den Bildbegriff zu differenzieren. Direkten Einfluss auf bspw. die Aneignung des Raumes nehmen ‘Bilder im Kopf’, man denke an die Wahl von Ferienzielen oder an regionalpolitische Entscheide. Solche mentale Bilder lassen sich aber methodisch nicht direkt erfassen, weshalb der Rückgriff auf durch sie beeinflusste und sie beeinflussende materielle – sprachliche und visuelle – Bilder nötig ist. Für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit visuellen Bildern ist zentral, dass die Wirkung von Bildern, d.h. ihre Bedeutung bzw. ihr Sinn, entscheidend von der kontextuellen Einbettung abhängt. Auf Seiten der Bildproduktion nimmt die Verankerung eines Bildes durch z.B. die Bildlegende oder den Ort, an dem das Bild erscheint, grossen Einfluss auf die Deutung des Bildes. Auf der Seite der Bildrezeption kann die Bildwirkung nicht losgelöst von sozio-historisch bedingten Erfahrungen und Interessen der Bildbetrachtenden verstanden werden, die als soziale Bilder bezeichnet werden können. Deswegen geht die Bildanalyse in mehreren Schritten vor. In diesem Beitrag konzentrieren wir uns auf die Analyse der Bilder an sich, ohne auf verschiedene Rezeptionsweisen oder Absichten der Bildproduzenten einzugehen. Thematisch orientiert sich die Bildanalyse an der Raumaneignung, die auf Bildern sichtbar ist bzw. von ihnen suggeriert wird und dies am Beispiel der Grossschutzgebiete ‘Biosphäre Entlebuch’ und ‘Weltnaturerbe Jungfrau-Aletsch- Bietschhorn’.
Die Analyse von Einzelbildern wird zum Schluss zu einer Gesamtübersicht der Art der Raumaneignung aggregiert, was quasi zu einer erweiterten ‘Arealstatistik’ führt, die nicht auf den Realraum, sondern auf seine bildliche Repräsentation in den analysierten Publikationen bezogen ist.

Images have an increasing importance in our every-day life. In science, we talk about a visual turn that has to be accounted for. In order to be able to analyse the influence of images, the term ‘image’ requires explanation. ‘Images in the mind’ have a direct influence on the appropriation of space, e.g. in the choice of holiday destinations or political decisions about regional development. However, we cannot analyse such mental images directly. Therefore, material – verbal and visual – images have to be analysed first. The fact that the effect of images (i.e. their meaning or sense) depends strongly on their context is crucial for the scientific analysis of images. On the one hand, images are embedded in their context (e.g. by the caption, or where they are located), which has great influence on their interpretation. On the other hand, the effect of an image cannot be understood independently of the viewer’s socio-historical experiences and interests, which can be regarded as social images. Therefore, image analyses follow several steps. In this article, we concentrate on the analysis of material images, without going into different ways of image reception or production. Our analysis focuses on the topic of appropriation of space, which is visible in or suggested by images from the case studies ‘Entlebuch Biosphere Reservation’ and ‘Jungfrau- Aletsch-Bietschhorn World Heritage Site’. Finally, the analysis of single images will be aggregated into a summary of spatial appropriation. Thus, a different kind of ‘areal statistics’, not based on real space but on its visual interpretation, will be produced.

Abstract

Bilder haben im Alltag eine immer grösser werdende Bedeutung und in der Wissenschaft ist von einem visual turn die Rede, dem es Rechnung zu tragen gilt. Um den Einfluss von Bildern erforschen zu können, gilt es zunächst den Bildbegriff zu differenzieren. Direkten Einfluss auf bspw. die Aneignung des Raumes nehmen ‘Bilder im Kopf’, man denke an die Wahl von Ferienzielen oder an regionalpolitische Entscheide. Solche mentale Bilder lassen sich aber methodisch nicht direkt erfassen, weshalb der Rückgriff auf durch sie beeinflusste und sie beeinflussende materielle – sprachliche und visuelle – Bilder nötig ist. Für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit visuellen Bildern ist zentral, dass die Wirkung von Bildern, d.h. ihre Bedeutung bzw. ihr Sinn, entscheidend von der kontextuellen Einbettung abhängt. Auf Seiten der Bildproduktion nimmt die Verankerung eines Bildes durch z.B. die Bildlegende oder den Ort, an dem das Bild erscheint, grossen Einfluss auf die Deutung des Bildes. Auf der Seite der Bildrezeption kann die Bildwirkung nicht losgelöst von sozio-historisch bedingten Erfahrungen und Interessen der Bildbetrachtenden verstanden werden, die als soziale Bilder bezeichnet werden können. Deswegen geht die Bildanalyse in mehreren Schritten vor. In diesem Beitrag konzentrieren wir uns auf die Analyse der Bilder an sich, ohne auf verschiedene Rezeptionsweisen oder Absichten der Bildproduzenten einzugehen. Thematisch orientiert sich die Bildanalyse an der Raumaneignung, die auf Bildern sichtbar ist bzw. von ihnen suggeriert wird und dies am Beispiel der Grossschutzgebiete ‘Biosphäre Entlebuch’ und ‘Weltnaturerbe Jungfrau-Aletsch- Bietschhorn’.
Die Analyse von Einzelbildern wird zum Schluss zu einer Gesamtübersicht der Art der Raumaneignung aggregiert, was quasi zu einer erweiterten ‘Arealstatistik’ führt, die nicht auf den Realraum, sondern auf seine bildliche Repräsentation in den analysierten Publikationen bezogen ist.

Images have an increasing importance in our every-day life. In science, we talk about a visual turn that has to be accounted for. In order to be able to analyse the influence of images, the term ‘image’ requires explanation. ‘Images in the mind’ have a direct influence on the appropriation of space, e.g. in the choice of holiday destinations or political decisions about regional development. However, we cannot analyse such mental images directly. Therefore, material – verbal and visual – images have to be analysed first. The fact that the effect of images (i.e. their meaning or sense) depends strongly on their context is crucial for the scientific analysis of images. On the one hand, images are embedded in their context (e.g. by the caption, or where they are located), which has great influence on their interpretation. On the other hand, the effect of an image cannot be understood independently of the viewer’s socio-historical experiences and interests, which can be regarded as social images. Therefore, image analyses follow several steps. In this article, we concentrate on the analysis of material images, without going into different ways of image reception or production. Our analysis focuses on the topic of appropriation of space, which is visible in or suggested by images from the case studies ‘Entlebuch Biosphere Reservation’ and ‘Jungfrau- Aletsch-Bietschhorn World Heritage Site’. Finally, the analysis of single images will be aggregated into a summary of spatial appropriation. Thus, a different kind of ‘areal statistics’, not based on real space but on its visual interpretation, will be produced.

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Item Type:Book Section, refereed, original work
Communities & Collections:07 Faculty of Science > Institute of Geography
Dewey Decimal Classification:910 Geography & travel
Language:German
Date:2006
Deposited On:27 Mar 2013 16:46
Last Modified:07 Dec 2017 20:53
Publisher:Geographisches Institut Universität Zürich
Series Name:Schriftenreihe Humangeographie
Number:22
ISBN:3-906302-05-9
Related URLs:http://www.geo.uzh.ch/de/lehrstuehle-und-abteilungen/humangeographie/forschung/publikationen/ (Publisher)

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