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The role of dysfunctional international organizations in world politics: the case of the United Nations Office on Drugs and Crime


Schneider, Christian. The role of dysfunctional international organizations in world politics: the case of the United Nations Office on Drugs and Crime. 2012, University of Zurich, Faculty of Arts.

Abstract

Dysfunctional international organizations are anomalies in world politics. Neither rationalist nor constructivist attempts to explain their existence, persistence and growth have provided viable results, so far. However, beyond enhancing efficiency and effectiveness of international cooperation, less obvious functions of international organizations exist. Drawing on a primarily realist perspective, this study argues that states can use international organizations to obscure unwillingness to cooperate or solving common problems and diffuse responsibility or shift blame when commonly agreed upon solution do not work out as expected. In such situations, dysfunctions of international organizations might even be welcomed by states, because they provide obvious reasons for failure and make blame-shifting strategies more credible. This argument is exemplified in the case of the United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC) – a dysfunctional yet growing international organization. The case study argues that states have only a limited interest in cooperating on drug control matters at the international level. Co-existence rather than cooperation is the major aim states pursue. Because states do not want to leave the achieved state of co-existence, they are not interested in a strong and functioning international organization in the field. The growth of the organization can be almost exclusively attributed to the technical assistance projects of the UNODC. However, a closer look at a recent high-profile assistance project shows that even in the operative realm states are not interested in the success of the organizations. Much more, they use the UNODCs technical capabilities to obscure their unwillingness to cooperate substantially on drug control matters when their interests are only marginally affected. The study concludes that in the case of the UNODC blame-shifting by states is one of the main reasons for the UNODC’s budget growth despite its dysfunctions. Although it remains unclear to what extent this insight can be generalized to all dysfunctional international organizations, the mechanisms identified seem to provide viable explanations for other dysfunctional organizations operating under similar circumstances. Wie lässt sich die Existenz und das Wachstum dysfunktionaler internationaler Organisationen erklären? Rationalistische und konstruktivistische Theorien der internationalen Beziehungen – die beiden dominierenden Ansätze in Bezug auf diese Frage – haben bisher keine überzeugende Antwort auf diese Frage geliefert. Diese Arbeit entwickelt bestehende Erklärungen für die Existenz und das Wachstum dysfunktionaler internationaler Organisationen weiter, indem sie der Theoriediskussion eine realistische Perspektive hinzufügt. In dieser Perspektive werden insbesondere die Beziehungen zwischen Staaten und internationalen Organisationen unter der Annahme beleuchtet, dass internationale Organisationen neben den offensichtlich funktionalen Vorteilen für Staaten auch weitere Vorteile haben können. Diese Vorteil spielen insbesondere dann eine Rolle, wenn Staaten nicht oder nur bedingt gewillt sind, internationale Kooperation einzugehen, um transnationale Probleme zu lösen. In solchen Fällen könnte die Dysfunktion internationaler Organisationen für Staaten von Interesse sein, weil sie offensichtliche Gründe für die schwache Performanz staatlichen Handelns liefert. Die Arbeit geht diesen theoretischen Überlegungen am Fallbeispiel des Büros für Drogen- und Kriminalitätsbekämpfung der Vereinten Nationen (UNODC) nach. Obwohl diese Organisation als dysfunktional bezeichnet werden kann, ist ihr Budget in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Die Fallstudie argumentiert, dass von staatlicher Seite ein Desinteresse an extensiver internationaler Kooperation in Drogensachen besteht und dass Staaten in der internationalen Drogenpolitik in vielen Hinsichten auf einen Zustand der Ko-Existenz anstatt der Kooperation hinarbeiten. Dies hat profunde Auswirkungen für das UNODC sowohl Hinsicht auf die normative als auch die operative Rolle der Organisation. In beiden Betätigungsfeldern zeigt sich, dass Staaten die Organisation und ihre Dysfunktionen nutzen, um fehlendes Engagement in Drogensachen zu verschleiern und die Verantwortung für fehlende Problemlösung der Organisation zu übertragen. Als Schlussfolgerung aus der Fallstudie lässt sich feststellen, dass das Übertragen von Verantwortung für Staaten eine wichtige Funktion internationaler Organisationen darstellt, welche diese auch erfüllen, wenn sie andere Funktionen nicht wahrnehmen können. Dysfunktion hat in diesem Sinne ihre eigene Funktion für Staaten. Dieses Resultat scheint sich auf eine Reihe anderer internationaler Organisationen übertragen zu lassen.

Abstract

Dysfunctional international organizations are anomalies in world politics. Neither rationalist nor constructivist attempts to explain their existence, persistence and growth have provided viable results, so far. However, beyond enhancing efficiency and effectiveness of international cooperation, less obvious functions of international organizations exist. Drawing on a primarily realist perspective, this study argues that states can use international organizations to obscure unwillingness to cooperate or solving common problems and diffuse responsibility or shift blame when commonly agreed upon solution do not work out as expected. In such situations, dysfunctions of international organizations might even be welcomed by states, because they provide obvious reasons for failure and make blame-shifting strategies more credible. This argument is exemplified in the case of the United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC) – a dysfunctional yet growing international organization. The case study argues that states have only a limited interest in cooperating on drug control matters at the international level. Co-existence rather than cooperation is the major aim states pursue. Because states do not want to leave the achieved state of co-existence, they are not interested in a strong and functioning international organization in the field. The growth of the organization can be almost exclusively attributed to the technical assistance projects of the UNODC. However, a closer look at a recent high-profile assistance project shows that even in the operative realm states are not interested in the success of the organizations. Much more, they use the UNODCs technical capabilities to obscure their unwillingness to cooperate substantially on drug control matters when their interests are only marginally affected. The study concludes that in the case of the UNODC blame-shifting by states is one of the main reasons for the UNODC’s budget growth despite its dysfunctions. Although it remains unclear to what extent this insight can be generalized to all dysfunctional international organizations, the mechanisms identified seem to provide viable explanations for other dysfunctional organizations operating under similar circumstances. Wie lässt sich die Existenz und das Wachstum dysfunktionaler internationaler Organisationen erklären? Rationalistische und konstruktivistische Theorien der internationalen Beziehungen – die beiden dominierenden Ansätze in Bezug auf diese Frage – haben bisher keine überzeugende Antwort auf diese Frage geliefert. Diese Arbeit entwickelt bestehende Erklärungen für die Existenz und das Wachstum dysfunktionaler internationaler Organisationen weiter, indem sie der Theoriediskussion eine realistische Perspektive hinzufügt. In dieser Perspektive werden insbesondere die Beziehungen zwischen Staaten und internationalen Organisationen unter der Annahme beleuchtet, dass internationale Organisationen neben den offensichtlich funktionalen Vorteilen für Staaten auch weitere Vorteile haben können. Diese Vorteil spielen insbesondere dann eine Rolle, wenn Staaten nicht oder nur bedingt gewillt sind, internationale Kooperation einzugehen, um transnationale Probleme zu lösen. In solchen Fällen könnte die Dysfunktion internationaler Organisationen für Staaten von Interesse sein, weil sie offensichtliche Gründe für die schwache Performanz staatlichen Handelns liefert. Die Arbeit geht diesen theoretischen Überlegungen am Fallbeispiel des Büros für Drogen- und Kriminalitätsbekämpfung der Vereinten Nationen (UNODC) nach. Obwohl diese Organisation als dysfunktional bezeichnet werden kann, ist ihr Budget in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Die Fallstudie argumentiert, dass von staatlicher Seite ein Desinteresse an extensiver internationaler Kooperation in Drogensachen besteht und dass Staaten in der internationalen Drogenpolitik in vielen Hinsichten auf einen Zustand der Ko-Existenz anstatt der Kooperation hinarbeiten. Dies hat profunde Auswirkungen für das UNODC sowohl Hinsicht auf die normative als auch die operative Rolle der Organisation. In beiden Betätigungsfeldern zeigt sich, dass Staaten die Organisation und ihre Dysfunktionen nutzen, um fehlendes Engagement in Drogensachen zu verschleiern und die Verantwortung für fehlende Problemlösung der Organisation zu übertragen. Als Schlussfolgerung aus der Fallstudie lässt sich feststellen, dass das Übertragen von Verantwortung für Staaten eine wichtige Funktion internationaler Organisationen darstellt, welche diese auch erfüllen, wenn sie andere Funktionen nicht wahrnehmen können. Dysfunktion hat in diesem Sinne ihre eigene Funktion für Staaten. Dieses Resultat scheint sich auf eine Reihe anderer internationaler Organisationen übertragen zu lassen.

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Item Type:Dissertation
Referees:Ruloff Dieter, Dingwerth Klaus
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Political Science
Dewey Decimal Classification:320 Political science
Language:English
Date:2012
Deposited On:05 Jun 2013 12:22
Last Modified:05 Apr 2016 16:48
Number of Pages:175

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Language: English
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