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Abgrund der Oberfläche. The Real Eighties – Amerikanisches Kino 1980-1989


Binotto, Johannes (2013). Abgrund der Oberfläche. The Real Eighties – Amerikanisches Kino 1980-1989. Filmbulletin: Zeitschrift für Film und Kino, (4.13):12-21.

Abstract

«If you want to know all about Andy Warhol, just look at the surface of my paintings and films and me, and there I am. There's nothing behind it.» Mit diesen berühmten Worten brachte der amerikanische Künstler Andy Warhol schon in den Sechziger Jahren sein künstlerisches Selbstverständnis auf den Punkt. Unbeabsichtigt und prophetisch formulierte er damit auch das Credo jenes Jahrzehnts, in dem Wahrhol endgültig zum Kunst-Unternehmer und seine Bilder zum ubiquitären Innendekorationsstück werden sollten. Die von Andy Warhol zeitlebens zelebrierte Obsession für das Oberflächliche, für den äusserlichen Look und die Erscheinung, für den Stil ohne Tiefe – das ist es auch, weswegen die 1980er Jahre und deren Lifestyle bis heute unter Verdacht stehen.
Tatsächlich aber verbirgt sich in Wahrhols Diktum eine subtile Pointe, die sich zeigt, je nachdem, wie man den Satz „There‘s nothing behind it“ betont. Denn die Behauptung, dass hinter den Oberflächen weiter nichts stecke, lässt sich auch so lesen, dass hier nicht nichts, sondern vielmehr das Nichts an sich, die pure Negativität stecke.
Entsprechend wäre auch für die Kultur und insbesondere das US-Kino der Achtzigerjahre eine ähnliche Verteidigung angebracht. Was, wenn sich auch hier gerade im obsessiven Zelebrieren von Oberflächen eigentlich ein schauriger Abgrund öffnet, wie bei Warhol?

Abstract

«If you want to know all about Andy Warhol, just look at the surface of my paintings and films and me, and there I am. There's nothing behind it.» Mit diesen berühmten Worten brachte der amerikanische Künstler Andy Warhol schon in den Sechziger Jahren sein künstlerisches Selbstverständnis auf den Punkt. Unbeabsichtigt und prophetisch formulierte er damit auch das Credo jenes Jahrzehnts, in dem Wahrhol endgültig zum Kunst-Unternehmer und seine Bilder zum ubiquitären Innendekorationsstück werden sollten. Die von Andy Warhol zeitlebens zelebrierte Obsession für das Oberflächliche, für den äusserlichen Look und die Erscheinung, für den Stil ohne Tiefe – das ist es auch, weswegen die 1980er Jahre und deren Lifestyle bis heute unter Verdacht stehen.
Tatsächlich aber verbirgt sich in Wahrhols Diktum eine subtile Pointe, die sich zeigt, je nachdem, wie man den Satz „There‘s nothing behind it“ betont. Denn die Behauptung, dass hinter den Oberflächen weiter nichts stecke, lässt sich auch so lesen, dass hier nicht nichts, sondern vielmehr das Nichts an sich, die pure Negativität stecke.
Entsprechend wäre auch für die Kultur und insbesondere das US-Kino der Achtzigerjahre eine ähnliche Verteidigung angebracht. Was, wenn sich auch hier gerade im obsessiven Zelebrieren von Oberflächen eigentlich ein schauriger Abgrund öffnet, wie bei Warhol?

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Item Type:Journal Article, not refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > English Department
Dewey Decimal Classification:820 English & Old English literatures
Language:German
Date:June 2013
Deposited On:03 Sep 2013 13:29
Last Modified:09 Dec 2017 10:15
Publisher:Filmbulletin
ISSN:0257-7852
Official URL:http://www.filmbulletin.ch/HP/331ih.php

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