Header

UZH-Logo

Maintenance Infos

Graubünden und der Heimatschutz: von der Erfindung der Heimat zur Erhaltung des Dorfes Guarda


Bundi, Simon (2012). Graubünden und der Heimatschutz: von der Erfindung der Heimat zur Erhaltung des Dorfes Guarda. Chur: Desertina.

Abstract

Die Kritik an der Moderne hat viele Gesichter. Eines davon ist der Heimatschutz, der als Institution in Graubünden seit 1905 gegen die neuen Architekturformen des 19. Jahrhunderts, gegen die Veränderung der Landschaft durch Kraftwerke, Hotelbauten und Bergbahnen sowie gegen den Verlust der Volkskultur kämpfte.
Zur selben Zeit wurde sogar die «rätoromanische Renaissance» zu einer eigentlichen Heimatbewegung. Doch wie kam in der Schweiz und in Graubünden überhaupt die Vorstellung auf, man müsse die Kultur der Alten aktiv fördern und die Natur schützen? Wer waren die Heimatschützer, und wie sahen sie die Bewohner dieser Heimat? Wie funktionierten Heimatschutz und Heimatstil damals in der Praxis? Diese Diskursgeschichte versucht als erste, dieses Phänomen in Graubünden bis 1945 umfassend darzustellen und zu erläutern. Es geht dabei nicht nur darum aufzuzeigen, dass der Heimatschutz in ein ganzes Ensemble ähnlicher Diskurse eingebunden war, sondern auch um Probleme der Macht bei der Erfindung einer neuen Sicht auf die Heimat.

Die Frage, ob Heimatschutz in Graubünden mit politischer oder nationaler Identität zu tun hatte, durchzieht die ganze Untersuchung. Am brisantesten wird sie angesichts der Kriegsgefahr Ende der 1930er-Jahre. Die Erhaltung des Schellen-Ursli-Dorfes Guarda 1939-1945 war damals ein Vorzeigeprojekt des Heimatschutzes. An Guarda erweist es sich am konkreten Einzelfall, ob es mit den grossen Ideen von Geistiger Landesverteidigung und nationaler Kulturwahrung wirklich so weit her war, wie es das Schweizer Geschichtsbild bisweilen vorgibt.

Abstract

Die Kritik an der Moderne hat viele Gesichter. Eines davon ist der Heimatschutz, der als Institution in Graubünden seit 1905 gegen die neuen Architekturformen des 19. Jahrhunderts, gegen die Veränderung der Landschaft durch Kraftwerke, Hotelbauten und Bergbahnen sowie gegen den Verlust der Volkskultur kämpfte.
Zur selben Zeit wurde sogar die «rätoromanische Renaissance» zu einer eigentlichen Heimatbewegung. Doch wie kam in der Schweiz und in Graubünden überhaupt die Vorstellung auf, man müsse die Kultur der Alten aktiv fördern und die Natur schützen? Wer waren die Heimatschützer, und wie sahen sie die Bewohner dieser Heimat? Wie funktionierten Heimatschutz und Heimatstil damals in der Praxis? Diese Diskursgeschichte versucht als erste, dieses Phänomen in Graubünden bis 1945 umfassend darzustellen und zu erläutern. Es geht dabei nicht nur darum aufzuzeigen, dass der Heimatschutz in ein ganzes Ensemble ähnlicher Diskurse eingebunden war, sondern auch um Probleme der Macht bei der Erfindung einer neuen Sicht auf die Heimat.

Die Frage, ob Heimatschutz in Graubünden mit politischer oder nationaler Identität zu tun hatte, durchzieht die ganze Untersuchung. Am brisantesten wird sie angesichts der Kriegsgefahr Ende der 1930er-Jahre. Die Erhaltung des Schellen-Ursli-Dorfes Guarda 1939-1945 war damals ein Vorzeigeprojekt des Heimatschutzes. An Guarda erweist es sich am konkreten Einzelfall, ob es mit den grossen Ideen von Geistiger Landesverteidigung und nationaler Kulturwahrung wirklich so weit her war, wie es das Schweizer Geschichtsbild bisweilen vorgibt.

Statistics

Altmetrics

Additional indexing

Item Type:Monograph
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of History
Dewey Decimal Classification:900 History
Language:German
Date:2012
Deposited On:04 Sep 2013 09:25
Last Modified:05 Apr 2016 16:57
Publisher:Desertina
Series Name:Quellen und Forschungen zur Bündner Geschichte
Volume:26
Number of Pages:202
ISBN: 978-3-85637-418-1
Additional Information:Liz.-arbeit Univ. Zürich, 2011
Related URLs:http://opac.nebis.ch/F/?local_base=NEBIS&CON_LNG=GER&func=find-b&find_code=SYS&request=007305197

Download

Full text not available from this repository.

TrendTerms

TrendTerms displays relevant terms of the abstract of this publication and related documents on a map. The terms and their relations were extracted from ZORA using word statistics. Their timelines are taken from ZORA as well. The bubble size of a term is proportional to the number of documents where the term occurs. Red, orange, yellow and green colors are used for terms that occur in the current document; red indicates high interlinkedness of a term with other terms, orange, yellow and green decreasing interlinkedness. Blue is used for terms that have a relation with the terms in this document, but occur in other documents.
You can navigate and zoom the map. Mouse-hovering a term displays its timeline, clicking it yields the associated documents.

Author Collaborations