Header

UZH-Logo

Maintenance Infos

Die anthropologische Wende - Le tournant anthropologique


Die anthropologische Wende - Le tournant anthropologique. Edited by: Hügli, Anton; Horn, Anita; Kottmann, Astrid; Steiner, Christian; Tietz, Sarah; Wüstholz, Florian; Wunder, André (2013). Basel: Schwabe.

Abstract

Paradigmatisch für die moderne philosophische Anthropologie sind, zumindest im deutschsprachigen Raum, noch immer die Werke von Max Scheler, Helmuth Plessner und Arnold Gehlen aus den 1920er Jahren – aber auch die mit ihnen verbundenen Folgelasten: (1) Voraussetzung für den Versuch einer Wesensbestimmung des Menschen ist die Annahme anthropologischer Konstanten, d.h. die Ansicht, dass sich allgemeine Eigenschaften, Verhaltens- und Erfahrensweisen bestimmen lassen, die allen Menschen als Menschen zukommen. Angesichts der Tatsache, dass der Mensch immer nur in bestimmter historischer und kultureller Gestalt erscheint, selbst schon eine fragwürdige anthropologische These. (2) Auf der einen Seite erhebt die Anthropologie den Anspruch, philosophische Fundamentalwissenschaft schlechthin zu sein (und als solche die Grundlage abzugeben für alle Wissenschaften vom Menschen), andererseits ist sie auf die Vorgabe einzelwissenschaftlicher Untersuchungen, etwa der Biologie, Ethologie, Psychologie und Soziologie, angewiesen und verhält sich zu diesen im Grunde nur «reaktiv» und «verarbeitend» (Habermas). Je nach Bezugswissenschaft ändert sich die Ausrichtung der philosophischen Anthropologie. Doch wie lassen sich ihre Konzeptionen methodisch rechtfertigen? Und inwiefern können sie als genuin philosophisch gelten?

Im Zuge der gegenwärtigen Konjunktur naturalistischer Strömungen stellen sich diese Fragen erneut, verschärft noch durch die Entstehung neuer Disziplinen wie etwa der ‹Philosophie des Geistes›, der Neurowissenschaften, der Verhaltensforschung und der Erforschung der Künstlichen Intelligenz. Die aufkommenden ‹Enhancement-Techniken› drohen die individuellen und gattungsspezifischen Grenzen zu sprengen: die menschliche Natur gehört nun selbst zum Bereich des vom Menschen Veränderbaren. Was diese neue Situation für uns Menschen und unser Selbstverständnis bedeutet, ist denn auch – neben den unter den neuen Auspizien sich stellenden Fragen nach der natürlichen Bestimmung des Menschen im Lichte heutiger einzelwissenschaftlicher Erkenntnisse und insbesondere im Tier-Mensch-Vergleich – eines der Hauptthemen dieses Bandes.

Abstract

Paradigmatisch für die moderne philosophische Anthropologie sind, zumindest im deutschsprachigen Raum, noch immer die Werke von Max Scheler, Helmuth Plessner und Arnold Gehlen aus den 1920er Jahren – aber auch die mit ihnen verbundenen Folgelasten: (1) Voraussetzung für den Versuch einer Wesensbestimmung des Menschen ist die Annahme anthropologischer Konstanten, d.h. die Ansicht, dass sich allgemeine Eigenschaften, Verhaltens- und Erfahrensweisen bestimmen lassen, die allen Menschen als Menschen zukommen. Angesichts der Tatsache, dass der Mensch immer nur in bestimmter historischer und kultureller Gestalt erscheint, selbst schon eine fragwürdige anthropologische These. (2) Auf der einen Seite erhebt die Anthropologie den Anspruch, philosophische Fundamentalwissenschaft schlechthin zu sein (und als solche die Grundlage abzugeben für alle Wissenschaften vom Menschen), andererseits ist sie auf die Vorgabe einzelwissenschaftlicher Untersuchungen, etwa der Biologie, Ethologie, Psychologie und Soziologie, angewiesen und verhält sich zu diesen im Grunde nur «reaktiv» und «verarbeitend» (Habermas). Je nach Bezugswissenschaft ändert sich die Ausrichtung der philosophischen Anthropologie. Doch wie lassen sich ihre Konzeptionen methodisch rechtfertigen? Und inwiefern können sie als genuin philosophisch gelten?

Im Zuge der gegenwärtigen Konjunktur naturalistischer Strömungen stellen sich diese Fragen erneut, verschärft noch durch die Entstehung neuer Disziplinen wie etwa der ‹Philosophie des Geistes›, der Neurowissenschaften, der Verhaltensforschung und der Erforschung der Künstlichen Intelligenz. Die aufkommenden ‹Enhancement-Techniken› drohen die individuellen und gattungsspezifischen Grenzen zu sprengen: die menschliche Natur gehört nun selbst zum Bereich des vom Menschen Veränderbaren. Was diese neue Situation für uns Menschen und unser Selbstverständnis bedeutet, ist denn auch – neben den unter den neuen Auspizien sich stellenden Fragen nach der natürlichen Bestimmung des Menschen im Lichte heutiger einzelwissenschaftlicher Erkenntnisse und insbesondere im Tier-Mensch-Vergleich – eines der Hauptthemen dieses Bandes.

Statistics

Altmetrics

Additional indexing

Item Type:Edited Scientific Work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Philosophy
01 Faculty of Theology > Center for Ethics
Dewey Decimal Classification:100 Philosophy
170 Ethics
Language:German
Date:2013
Deposited On:10 Oct 2013 11:33
Last Modified:05 Apr 2016 17:01
Publisher:Schwabe
Series Name:Studia philosophica (StPh)
ISSN:0081-6825
ISBN:978-3-7965-2932-0
Related URLs:http://www.schwabe.ch/schwabe-verlag/buecher/buchdetails/die-anthropologische-wende-le-tournant-anthropologique-5182/?cHash=d4ddb8dbcf543f2c6fa56d9d156001b9

Download

Full text not available from this repository.

TrendTerms

TrendTerms displays relevant terms of the abstract of this publication and related documents on a map. The terms and their relations were extracted from ZORA using word statistics. Their timelines are taken from ZORA as well. The bubble size of a term is proportional to the number of documents where the term occurs. Red, orange, yellow and green colors are used for terms that occur in the current document; red indicates high interlinkedness of a term with other terms, orange, yellow and green decreasing interlinkedness. Blue is used for terms that have a relation with the terms in this document, but occur in other documents.
You can navigate and zoom the map. Mouse-hovering a term displays its timeline, clicking it yields the associated documents.

Author Collaborations