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Sinnhaftigkeit und Bedeutsamkeit : Wesen und Determinanten eudaimonischen Unterhaltungserlebens


Hofer, Matthias. Sinnhaftigkeit und Bedeutsamkeit : Wesen und Determinanten eudaimonischen Unterhaltungserlebens. 2013, University of Zurich, Faculty of Arts.

Abstract

Ausgangspunkt der vorliegenden kumulativen Dissertation war, eine Erklärung dafür zu finden, warum Rezipienten bei der Rezeption eines traurigen und belastenden fiktionalen Medieninhalts, der zudem noch negativ endet, trotz der erlebten Traurigkeit ein positives Rezeptionserleben haben können. Die erste Studie (Studie I) nimmt sich dieser Frage an und rekurriert dabei auf eine appraisaltheoretische Modellierung der sog. Valenztransformation, also der Umwandlung negativ valenzierter Traurigkeit in positiv valenziertes Rezeptionserleben. In der zweiten dissertationsrelevanten Studie wird eine alternative Unterhaltungskonzeption – Appreciation – berücksichtigt, die auf aristotelischen Ideen basiert. Es wird vor dem Hintergrund der Terror Management Theory argumentiert, dass diese Bedeutsamkeit auch im Zuge der Rezeption eines tragischen Medieninhalts, der sich allerdings nicht nur durch seine Tragik, sondern vielmehr dadurch auszeichnet, dass Charaktere dargestellt werden, die hohem Masse nach moralischen Normen und Werten handeln und dem/der Rezipient/in aufzeigen können, wie ein sinnhaftes und bedeutsames Leben aussehen kann, gefunden werden kann. Moralische Kriterien, nach denen in Studie I die eigene Traurigkeit bewertet wurde, sind demnach auch auf Seiten der abhängigen Variable von Bedeutung. Die dritte Studie (Studie III) setzt ebenfalls bei der abhängigen Variable an. Konkret wurde das Ziel verfolgt, konzeptuelle Unschärfen des Appreciationbegriffs inhaltlich zu konkretisieren. Basierend auf Forschungen zu psychologischem oder eudaimonischem Wohlbefinden wurde ein theoretisches Modell des sog. eudaimonischen Unterhaltungserlebens entwickelt – ein mehrdimensionales Konstrukt, bestehend aus den Dimensionen Verbundenheit, Aktivierung zentraler Werte, Kompetenz/persönliches Wachstum, Sinn im Leben/Selbst-Akzeptanz und Autonomie. In zwei Studien (Studie III.1 und Studie III.2) konnte die Struktur eudaimonischen Unterhaltungserlebens faktoranalytisch validiert werden. Studie IV geht einen Schritt weiter, indem sie bei Rezipientenmerkmalen ansetzt und das Alter als Moderator eudaimonischen Unterhaltungserlebens untersucht. Vor dem Hintergrund entwicklungspsychologischer Theorien wird argumentiert, dass ältere Menschen entsprechend ihrem Streben nach Sinnhaftigkeit und Bedeutsamkeit auch ein höheres Ausmass an eudaimonischer Unterhaltung erleben als jüngere Menschen.

Abstract

Ausgangspunkt der vorliegenden kumulativen Dissertation war, eine Erklärung dafür zu finden, warum Rezipienten bei der Rezeption eines traurigen und belastenden fiktionalen Medieninhalts, der zudem noch negativ endet, trotz der erlebten Traurigkeit ein positives Rezeptionserleben haben können. Die erste Studie (Studie I) nimmt sich dieser Frage an und rekurriert dabei auf eine appraisaltheoretische Modellierung der sog. Valenztransformation, also der Umwandlung negativ valenzierter Traurigkeit in positiv valenziertes Rezeptionserleben. In der zweiten dissertationsrelevanten Studie wird eine alternative Unterhaltungskonzeption – Appreciation – berücksichtigt, die auf aristotelischen Ideen basiert. Es wird vor dem Hintergrund der Terror Management Theory argumentiert, dass diese Bedeutsamkeit auch im Zuge der Rezeption eines tragischen Medieninhalts, der sich allerdings nicht nur durch seine Tragik, sondern vielmehr dadurch auszeichnet, dass Charaktere dargestellt werden, die hohem Masse nach moralischen Normen und Werten handeln und dem/der Rezipient/in aufzeigen können, wie ein sinnhaftes und bedeutsames Leben aussehen kann, gefunden werden kann. Moralische Kriterien, nach denen in Studie I die eigene Traurigkeit bewertet wurde, sind demnach auch auf Seiten der abhängigen Variable von Bedeutung. Die dritte Studie (Studie III) setzt ebenfalls bei der abhängigen Variable an. Konkret wurde das Ziel verfolgt, konzeptuelle Unschärfen des Appreciationbegriffs inhaltlich zu konkretisieren. Basierend auf Forschungen zu psychologischem oder eudaimonischem Wohlbefinden wurde ein theoretisches Modell des sog. eudaimonischen Unterhaltungserlebens entwickelt – ein mehrdimensionales Konstrukt, bestehend aus den Dimensionen Verbundenheit, Aktivierung zentraler Werte, Kompetenz/persönliches Wachstum, Sinn im Leben/Selbst-Akzeptanz und Autonomie. In zwei Studien (Studie III.1 und Studie III.2) konnte die Struktur eudaimonischen Unterhaltungserlebens faktoranalytisch validiert werden. Studie IV geht einen Schritt weiter, indem sie bei Rezipientenmerkmalen ansetzt und das Alter als Moderator eudaimonischen Unterhaltungserlebens untersucht. Vor dem Hintergrund entwicklungspsychologischer Theorien wird argumentiert, dass ältere Menschen entsprechend ihrem Streben nach Sinnhaftigkeit und Bedeutsamkeit auch ein höheres Ausmass an eudaimonischer Unterhaltung erleben als jüngere Menschen.

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Item Type:Dissertation
Referees:Wirth Werner, Fahr Andreas
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Mass Communication and Media Research
Dewey Decimal Classification:700 Arts
Language:English, German
Date:2013
Deposited On:11 Feb 2014 15:51
Last Modified:08 Dec 2017 02:42
Number of Pages:139

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