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10 Jahre Women's Health Initiative (WHI): Was haben wir gelernt?


Birkhäuser, M; Hadji, P; Imthurn, B (2013). 10 Jahre Women's Health Initiative (WHI): Was haben wir gelernt? Journal für Gynäkologische Endokrinologie, 7(4):7-20.

Abstract

Die im Jahre 2002 erschienene erste Publikation von Daten aus der WHI-Studie hat zu einer unbegründeten Angst vor der postmenopausalen ERT/HRT geführt. Die seither gerade auch aus der WHI veröffentlichte neuere Evidenz zur ERT/ HRT zeigt dagegen, dass bei frühem Beginn nach der Menopause der Nutzen einer ERT/HRT klar die allfälligen Risiken überwiegt. Es ist unbestritten, dass die ERT/HRT die wirksamste Methode zur Behandlung von klimakterischen Beschwerden bleibt. Zudem ist innerhalb des so genannten „günstigen Fensters“ (Beginn der Hormongabe innert der ersten 10 Jahre nach der Menopause oder vor dem Alter von 60 Jahren) eine ERT/HRT die Methode der Wahl zur primären Osteoporoseprävention. Innerhalb dieser Altersgruppe sind die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität ebenso wie die totale Mortalität bei Frauen unter einer Östrogengabe signifikant geringer als bei nichtsubstituierten Frauen. Unter Östrogenen allein ist das Brustkrebsrisiko in der WHI-Studie im Vergleich zu Placebo bis zu einer medianen Beobachtungsdauer von 11,8 Jahren auch bei Frauen mit einem BMI < 25 reduziert, in der Nurses’ Health Study steigt es bis zu einer Einnahmedauer von 19,9 Jahren nicht an. Auch unter kombinierter Östrogen-Gestagen-Gabe erhöht sich in der WHI-Studie das Mammakarzinom-Risiko bis zu einer Einnahmedauer von 5,6 Jahren nicht. Danach besteht gemäß der WHI-Studie ein Trend zu einer Risikozunahme (< 1,0 per 1000 Frauen pro Einnahmejahr). SERMs eignen sich vor allem zum Einsatz bei asymptomatischen Frauen mit erhöhtem vertebralem Fraktur- und vermehrtem Brustkrebsrisiko. Nach verschiedenen Daten könnten die einzelnen Gestagene ein unterschiedliches Risikoprofil besitzen. Auch die dänische DOPS-Studie kommt nach 10 Jahren einer randomisierten Behandlung mit ERT/HRT zum Schluss, dass Frauen mit frühem Beginn der Hormoneinnahme nach der Menopause ein signifikant reduziertes Risiko für Mortalität, Herztod oder Myokardinfarkt besitzen, ohne dass die erkennbaren Risiken für Krebs, VTE oder CVI ansteigen. Ab 1–2 Jahren nach der Menopause kann auch Tibolon verwendet werden. Unter transdermaler Östrogengabe ist im Gegensatz zur peroralen Einnahme kein Anstieg des venösen thromboembolischen (VTE) Risikos zu erwarten, das Risiko für zerebrovaskuläre Insulte (CVI) ist gering oder nicht vorhanden. Da therapiebedürftige klimakterische Symptome über Jahre auftreten können, gibt es keine fixe obere Grenze der Einnahmedauer, wobei die Indikation für eine ERT oder HRT (inklusive SERM) regelmäßig reevaluiert werden soll. Dabei ist die niedrigste noch wirksame Hormondosierung zu verwenden und insbesondere bei Risikopatientinnen für VTE und CVI das Östrogen transdermal zu verabreichen.

Abstract

Die im Jahre 2002 erschienene erste Publikation von Daten aus der WHI-Studie hat zu einer unbegründeten Angst vor der postmenopausalen ERT/HRT geführt. Die seither gerade auch aus der WHI veröffentlichte neuere Evidenz zur ERT/ HRT zeigt dagegen, dass bei frühem Beginn nach der Menopause der Nutzen einer ERT/HRT klar die allfälligen Risiken überwiegt. Es ist unbestritten, dass die ERT/HRT die wirksamste Methode zur Behandlung von klimakterischen Beschwerden bleibt. Zudem ist innerhalb des so genannten „günstigen Fensters“ (Beginn der Hormongabe innert der ersten 10 Jahre nach der Menopause oder vor dem Alter von 60 Jahren) eine ERT/HRT die Methode der Wahl zur primären Osteoporoseprävention. Innerhalb dieser Altersgruppe sind die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität ebenso wie die totale Mortalität bei Frauen unter einer Östrogengabe signifikant geringer als bei nichtsubstituierten Frauen. Unter Östrogenen allein ist das Brustkrebsrisiko in der WHI-Studie im Vergleich zu Placebo bis zu einer medianen Beobachtungsdauer von 11,8 Jahren auch bei Frauen mit einem BMI < 25 reduziert, in der Nurses’ Health Study steigt es bis zu einer Einnahmedauer von 19,9 Jahren nicht an. Auch unter kombinierter Östrogen-Gestagen-Gabe erhöht sich in der WHI-Studie das Mammakarzinom-Risiko bis zu einer Einnahmedauer von 5,6 Jahren nicht. Danach besteht gemäß der WHI-Studie ein Trend zu einer Risikozunahme (< 1,0 per 1000 Frauen pro Einnahmejahr). SERMs eignen sich vor allem zum Einsatz bei asymptomatischen Frauen mit erhöhtem vertebralem Fraktur- und vermehrtem Brustkrebsrisiko. Nach verschiedenen Daten könnten die einzelnen Gestagene ein unterschiedliches Risikoprofil besitzen. Auch die dänische DOPS-Studie kommt nach 10 Jahren einer randomisierten Behandlung mit ERT/HRT zum Schluss, dass Frauen mit frühem Beginn der Hormoneinnahme nach der Menopause ein signifikant reduziertes Risiko für Mortalität, Herztod oder Myokardinfarkt besitzen, ohne dass die erkennbaren Risiken für Krebs, VTE oder CVI ansteigen. Ab 1–2 Jahren nach der Menopause kann auch Tibolon verwendet werden. Unter transdermaler Östrogengabe ist im Gegensatz zur peroralen Einnahme kein Anstieg des venösen thromboembolischen (VTE) Risikos zu erwarten, das Risiko für zerebrovaskuläre Insulte (CVI) ist gering oder nicht vorhanden. Da therapiebedürftige klimakterische Symptome über Jahre auftreten können, gibt es keine fixe obere Grenze der Einnahmedauer, wobei die Indikation für eine ERT oder HRT (inklusive SERM) regelmäßig reevaluiert werden soll. Dabei ist die niedrigste noch wirksame Hormondosierung zu verwenden und insbesondere bei Risikopatientinnen für VTE und CVI das Östrogen transdermal zu verabreichen.

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Item Type:Journal Article, refereed, further contribution
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Clinic for Reproductive Endocrinology
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:English
Date:2013
Deposited On:27 Jan 2014 09:45
Last Modified:05 Apr 2016 17:32
Publisher:Krause & Pachernegg GmbH
ISSN:1995-6924
Official URL:http://www.kup.at/journals/praxisrelevanz/11934.html

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