Header

UZH-Logo

Maintenance Infos

Im Alter eine Sehbehinderung erfahren – oder mit einer Sehbehinderung das Alter erfahren. Lebensqualität und Lebensbedingungen von älteren Menschen mit einer Sehbehinderung


Seifert, Alexander; Schelling, Hans Rudolf (2014). Im Alter eine Sehbehinderung erfahren – oder mit einer Sehbehinderung das Alter erfahren. Lebensqualität und Lebensbedingungen von älteren Menschen mit einer Sehbehinderung. Zürich: Zentrum für Gerontolgie, Universität Zürich.

Abstract

Mit Zunahme des Anteils älterer Menschen in der Bevölkerung wird auch in Zukunft die Zahl der älteren Personen ansteigen, die im Alter an einer Sehbeeinträchtigung leiden. Das Krankheitsbild der Altersblindheit bzw. Sehbehinderung im Alter wird in den nächsten Jahren nicht nur medizinisch, sondern auch gesellschaftlich an Bedeutung gewinnen. Daher ist es wichtig, wissenschaftlich strukturiert zu fragen, wie die Lebenssituation der älteren Menschen mit einer sich erst im Alter manifestierenden Sehbeeinträchtigung ist und wie sehr (bzw. ob überhaupt) die Sehbeeinträchtigung Einfluss auf die subjektive Einschätzung der Lebensqualität nimmt.

Ziel des qualitativ angelegten Forschungsprojekts war es, Informationen über die Lebensqualität und Lebensbedingungen älterer Menschen mit einer Sehbehinderung, direkt von diesen Personen, zu erheben. Zielgruppe der Befragung sind Personen ab 65 Jahren, die an einer alterskorrelierten schwe-ren Sehbeeinträchtigung leiden. Es wurden insgesamt 22 ältere Personen telefonisch befragt. Dabei wurden einerseits 10 Personen befragt, welche bereits vor der Pensionierung an einer Sehbehinderung leiden, andererseits 12 Personen, welche erst nach der Pensionierung einen starken Sehverlust erlitten. Daneben wurden innerhalb einer Expertenrunde 14 Expertinnen und Experten befragt.

Aus den Erkenntnissen der Literaturarbeit, der qualitativen Befragung betroffener Personen und den Gesprächen mit den Expertinnen und Experten kann festgestellt werden, dass „Sehbehinderung im Alter“ ein grosses Thema mit geringer Schweizer Forschungsexpertise ist, welches für die Betroffenen selber mit tagtäglichen Einschränkungen und Neubewertungen der eigenen Lebensqualität verbunden ist und gesellschaftlich im Kontext der demographischen Veränderungen an Relevanz gewinnen wird.

Es konnten Zusammenhänge zwischen Sehbehinderung und psychologischen Wohlbefinden, subjek-tiver Lebensqualität, der individuellen Verhaltenskompetenz sowie der objektiven Lebensbedingungen aufgezeigt werden. Die Sehbehinderung im Alter beeinflusst den Tagesablauf und das alltägliche Verhalten und Bewerten der eigenen Selbständigkeit und Autonomie und damit der eigenen Lebensqualität. Die Befragung zeigte auch, dass diese Zusammenhänge sehr unterschiedlich in Form und Intensität ausfallen können. Die Bewertung der Einflussgrösse der Sehbehinderung auf die subjektive Lebensqualität lässt sich in einer Matrix aus vier Ressourcen-Dimensionen (Zeit, Person, Lebenssituation, Umwelt) darstellen.
Die beiden untersuchten Gruppen unterscheiden sich dahingehend, dass Personen, welche bereits vor dem AHV-Alter sehbehindert waren, meist ein besseres auf die Behinderung bezogenes Ressour-cennetzwerk aufweisen, meist bereits den Akzeptanz-, Anpassungs- und Selbstwahrnehmungsprozess durchlaufen haben und selbstverständlicher, weil bereits frühzeitig gelernt, mit Bewältigungs-strategien und Hilfsmitteln umgehen. Ältere Menschen, welche erst im Rentenalter die Sehbeeinträchtigung erleben, müssen sich das Ressourcennetzwerk aufbauen und Hilfsmittel nun im Alter mühsam neu erlernen. Dennoch haben auch Frühsehbehinderte mit den altersbedingten Einschränkungen zu leben und müssen diese tagtäglich bewältigen.

Die qualitative Befragung hat erste Fragen klären können, aber viele auch nur angeschnitten. Für die Vertiefung der bisherigen Erkenntnisse, eine Sensibilisierung der Schweizer Forschungslandschaft, eine Wahrnehmung des Themas in der Öffentlichkeit und um der Praxis brauchbare Empfehlungen zur Verfügung zu stellen, ist es wichtig, die angeschobene Forschung fortzuführen.

Abstract

Mit Zunahme des Anteils älterer Menschen in der Bevölkerung wird auch in Zukunft die Zahl der älteren Personen ansteigen, die im Alter an einer Sehbeeinträchtigung leiden. Das Krankheitsbild der Altersblindheit bzw. Sehbehinderung im Alter wird in den nächsten Jahren nicht nur medizinisch, sondern auch gesellschaftlich an Bedeutung gewinnen. Daher ist es wichtig, wissenschaftlich strukturiert zu fragen, wie die Lebenssituation der älteren Menschen mit einer sich erst im Alter manifestierenden Sehbeeinträchtigung ist und wie sehr (bzw. ob überhaupt) die Sehbeeinträchtigung Einfluss auf die subjektive Einschätzung der Lebensqualität nimmt.

Ziel des qualitativ angelegten Forschungsprojekts war es, Informationen über die Lebensqualität und Lebensbedingungen älterer Menschen mit einer Sehbehinderung, direkt von diesen Personen, zu erheben. Zielgruppe der Befragung sind Personen ab 65 Jahren, die an einer alterskorrelierten schwe-ren Sehbeeinträchtigung leiden. Es wurden insgesamt 22 ältere Personen telefonisch befragt. Dabei wurden einerseits 10 Personen befragt, welche bereits vor der Pensionierung an einer Sehbehinderung leiden, andererseits 12 Personen, welche erst nach der Pensionierung einen starken Sehverlust erlitten. Daneben wurden innerhalb einer Expertenrunde 14 Expertinnen und Experten befragt.

Aus den Erkenntnissen der Literaturarbeit, der qualitativen Befragung betroffener Personen und den Gesprächen mit den Expertinnen und Experten kann festgestellt werden, dass „Sehbehinderung im Alter“ ein grosses Thema mit geringer Schweizer Forschungsexpertise ist, welches für die Betroffenen selber mit tagtäglichen Einschränkungen und Neubewertungen der eigenen Lebensqualität verbunden ist und gesellschaftlich im Kontext der demographischen Veränderungen an Relevanz gewinnen wird.

Es konnten Zusammenhänge zwischen Sehbehinderung und psychologischen Wohlbefinden, subjek-tiver Lebensqualität, der individuellen Verhaltenskompetenz sowie der objektiven Lebensbedingungen aufgezeigt werden. Die Sehbehinderung im Alter beeinflusst den Tagesablauf und das alltägliche Verhalten und Bewerten der eigenen Selbständigkeit und Autonomie und damit der eigenen Lebensqualität. Die Befragung zeigte auch, dass diese Zusammenhänge sehr unterschiedlich in Form und Intensität ausfallen können. Die Bewertung der Einflussgrösse der Sehbehinderung auf die subjektive Lebensqualität lässt sich in einer Matrix aus vier Ressourcen-Dimensionen (Zeit, Person, Lebenssituation, Umwelt) darstellen.
Die beiden untersuchten Gruppen unterscheiden sich dahingehend, dass Personen, welche bereits vor dem AHV-Alter sehbehindert waren, meist ein besseres auf die Behinderung bezogenes Ressour-cennetzwerk aufweisen, meist bereits den Akzeptanz-, Anpassungs- und Selbstwahrnehmungsprozess durchlaufen haben und selbstverständlicher, weil bereits frühzeitig gelernt, mit Bewältigungs-strategien und Hilfsmitteln umgehen. Ältere Menschen, welche erst im Rentenalter die Sehbeeinträchtigung erleben, müssen sich das Ressourcennetzwerk aufbauen und Hilfsmittel nun im Alter mühsam neu erlernen. Dennoch haben auch Frühsehbehinderte mit den altersbedingten Einschränkungen zu leben und müssen diese tagtäglich bewältigen.

Die qualitative Befragung hat erste Fragen klären können, aber viele auch nur angeschnitten. Für die Vertiefung der bisherigen Erkenntnisse, eine Sensibilisierung der Schweizer Forschungslandschaft, eine Wahrnehmung des Themas in der Öffentlichkeit und um der Praxis brauchbare Empfehlungen zur Verfügung zu stellen, ist es wichtig, die angeschobene Forschung fortzuführen.

Statistics

Downloads

42 downloads since deposited on 17 Apr 2014
14 downloads since 12 months
Detailed statistics

Additional indexing

Item Type:Published Research Report
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Center for Gerontology
Dewey Decimal Classification:300 Social sciences, sociology & anthropology
Uncontrolled Keywords:Sehbehinderung, visual imparment, old age, Sehbeeinträchtigung, Alter
Language:German
Date:March 2014
Deposited On:17 Apr 2014 07:17
Last Modified:06 Apr 2017 18:51
Publisher:Zentrum für Gerontolgie, Universität Zürich
Number of Pages:50
Funders:SZB
Additional Information:Abschlussbericht zum Vorprojekt „Sehbehinderung im Alter“
Free access at:Official URL. An embargo period may apply.
Official URL:http://www.zfg.uzh.ch/projekt/sehenalter2013/Im_Alter_eine_SB_erfahren-ZfG-SZB-2014-3.pdf
Related URLs:http://www.zfg.uzh.ch/projekt/sehenalter2013.html

Download

Preview Icon on Download
Preview
Content: Published Version
Filetype: PDF
Size: 1MB