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Entwicklung eines deutschsprachigen Messinstrumentes für 'Elektosmog-Beschwerden'


Frick, Ulrich; Mayer, M; Hauser, S; Binder, H; Rosner, R; Eichhammer, P (2006). Entwicklung eines deutschsprachigen Messinstrumentes für 'Elektosmog-Beschwerden'. Umweltmedizin in Forschung und Praxis, 11(2):103-113.

Abstract

An einer repräsentativen Stichprobe (n = 758) der Bevölkerung Regensburgs (Alter 18-64 Jahre) wurde detailliert die 4-Wochen-Prävalenz einer Liste von 36 Beschwerden erhoben, die in der Literatur in einem möglichen Zusammenhang mit der Exposition an elektromagnetische Felder genannt waren. 19 dieser Symptome zeigten eine Prävalenz von mehr als 25% Betroffener. Am häufigsten waren Mattigkeit (67,5%), Tagesmüdigkeit (63,5%), Kopfschmerzen (56,3%) und Konzentrationsprobleme (54,9%). Die Beschwerden ließen sich trotz der extremen Heterogenität (betroffene Organsysteme, Art der Beschwerden) sehr gut auf eine gemeinsame, kontinuierliche latente Variable abbilden. Ein spezifisches Muster von Symptomen im Sinne eines Syndromes von Elektrosensibilität bei einer kleinen Personengruppe ließ sich nicht nachweisen. Die Bedingungen sowohl für eine Rasch-Skala (dichotomisierte Items) wie für das Partial-Credit Modell (ordinale Antworten) können als erfüllt gelten. Die inhaltliche Bedeutung dieser latenten Dimension körperbezogener Beschwerden wurde als Zustand der "Demoralisation" im Sinne von Frank gedeutet. Personen, die über EMF-bezogene Beschwerden klagen, oder die ihre Beschwerden auf EMF attribuieren, sollten wegen der weiten Verbreitung dieser Symptome unbedingt differenzialdiagnostisch von "demoralisierten" Personen unterschieden werden.

Abstract

An einer repräsentativen Stichprobe (n = 758) der Bevölkerung Regensburgs (Alter 18-64 Jahre) wurde detailliert die 4-Wochen-Prävalenz einer Liste von 36 Beschwerden erhoben, die in der Literatur in einem möglichen Zusammenhang mit der Exposition an elektromagnetische Felder genannt waren. 19 dieser Symptome zeigten eine Prävalenz von mehr als 25% Betroffener. Am häufigsten waren Mattigkeit (67,5%), Tagesmüdigkeit (63,5%), Kopfschmerzen (56,3%) und Konzentrationsprobleme (54,9%). Die Beschwerden ließen sich trotz der extremen Heterogenität (betroffene Organsysteme, Art der Beschwerden) sehr gut auf eine gemeinsame, kontinuierliche latente Variable abbilden. Ein spezifisches Muster von Symptomen im Sinne eines Syndromes von Elektrosensibilität bei einer kleinen Personengruppe ließ sich nicht nachweisen. Die Bedingungen sowohl für eine Rasch-Skala (dichotomisierte Items) wie für das Partial-Credit Modell (ordinale Antworten) können als erfüllt gelten. Die inhaltliche Bedeutung dieser latenten Dimension körperbezogener Beschwerden wurde als Zustand der "Demoralisation" im Sinne von Frank gedeutet. Personen, die über EMF-bezogene Beschwerden klagen, oder die ihre Beschwerden auf EMF attribuieren, sollten wegen der weiten Verbreitung dieser Symptome unbedingt differenzialdiagnostisch von "demoralisierten" Personen unterschieden werden.

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Additional indexing

Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > Swiss Research Institute for Public Health and Addiction
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2006
Deposited On:20 May 2014 11:40
Last Modified:08 Dec 2017 05:28
Publisher:Ecomed Medizin
ISSN:1430-8681
Official URL:http://www.ecomed-medizin.de/sj/ufp/abstract/ArtikelId/8320

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