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Belastungsfaktoren während Schwangerschaft und Konsequenzen für das Geburtsergebnis


La Marca-Ghaemmaghami, Pearl; Uggowitzer, Franziska; Weymerskirch, Nadine; Ehlert, Ulrike (2013). Belastungsfaktoren während Schwangerschaft und Konsequenzen für das Geburtsergebnis. Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin, 34(Suppl.1):94.

Abstract

Übermässiger Stress während der Schwangerschaft ist mit einer ungünstigen fetalen Entwicklung assoziiert. Welches Schwangerschaftstrimester besonders vulnerabel für diesen negativen Effekt ist, ist noch ungeklärt.
Ziel der vorliegenden Studie bestand darin, das Ausmass unterschiedlicher Belastungsfaktoren (generell, schwangerschaftsspezifisch, partnerschaftlich, beruflich) über die drei Schwangerschaftstrimester hinweg querschnittlich zu untersuchen. In einem weiteren Schritt wurde überprüft, ob sich diese Faktoren auf die Schwangerschaftsdauer oder den Ponderal-Index des Neugeborenen (als Mass für das Körpergewicht im Verhältnis zur Körpergrösse) auswirken. Ferner interessierte, ob positive alltägliche Ereignisse einen stressschützenden Effekt ausüben und in welchem Trimenon dies besonders stark ausgeprägt sein würde.
Zur Untersuchung dieser Forschungsfragen wurde im deutschsprachigen Raum eine Online-Studie durchgeführt und 490 Frauen mit einer komplikationslosen Schwangerschaft rekrutiert (Alter: Median = 31 Jahre; Maximum-Minimum = 18-45 Jahre). Pränatale Belastungsfaktoren und positive Alltagsereignisse wurden mit Hilfe des Zürcher Inventars zur psychosozialen Befindlichkeit in der Schwangerschaft (Bratsikas et al., submitted) erfasst. Für die zweite Erhebung nach der Geburt konnten bislang 179 Frauen gewonnen werden.
Die Ergebnisse weisen auf eine erhöhte Ausprägung von generellem, schwangerschaftsspezifischem und berufsbezogenem Stress im ersten Trimester hin. Keine signifikanten Unterschiede wurden für Partnerschaftsstress oder positive Alltagsereignisse über die drei Trimester hinweg gefunden. Die vorläufigen Resultate der Längsschnittuntersuchung konnten vorerst nur für das zweite und dritte Trimester analysiert werden und ergaben, dass partnerschaftliche Belastungen im dritten Trimenon mit einer kürzeren Schwangerschaftsdauer assoziiert sind, während partnerschaftliche Belastungen im zweiten Trimenon mit einem geringeren Ponderal-Index einhergehen.
Das erste Trimester scheint für schwangere Frauen eine besonders belastende Phase zu sein. Partnerschaftliche Stressoren hingegen könnten ein Risikofaktor für den Schwangerschaftsverlauf und die Entwicklung des Feten darstellen. Möglicherweise beeinflusst Partnerschaftsstress das Geburtsergebniss im zweiten und dritten Trimester über unterschiedliche Wirkmechanismen. Die Resultate betonen die Notwendigkeit, während der Schwangerschaft psychotherapeutische Unterstützung für Paare anzubieten.

Abstract

Übermässiger Stress während der Schwangerschaft ist mit einer ungünstigen fetalen Entwicklung assoziiert. Welches Schwangerschaftstrimester besonders vulnerabel für diesen negativen Effekt ist, ist noch ungeklärt.
Ziel der vorliegenden Studie bestand darin, das Ausmass unterschiedlicher Belastungsfaktoren (generell, schwangerschaftsspezifisch, partnerschaftlich, beruflich) über die drei Schwangerschaftstrimester hinweg querschnittlich zu untersuchen. In einem weiteren Schritt wurde überprüft, ob sich diese Faktoren auf die Schwangerschaftsdauer oder den Ponderal-Index des Neugeborenen (als Mass für das Körpergewicht im Verhältnis zur Körpergrösse) auswirken. Ferner interessierte, ob positive alltägliche Ereignisse einen stressschützenden Effekt ausüben und in welchem Trimenon dies besonders stark ausgeprägt sein würde.
Zur Untersuchung dieser Forschungsfragen wurde im deutschsprachigen Raum eine Online-Studie durchgeführt und 490 Frauen mit einer komplikationslosen Schwangerschaft rekrutiert (Alter: Median = 31 Jahre; Maximum-Minimum = 18-45 Jahre). Pränatale Belastungsfaktoren und positive Alltagsereignisse wurden mit Hilfe des Zürcher Inventars zur psychosozialen Befindlichkeit in der Schwangerschaft (Bratsikas et al., submitted) erfasst. Für die zweite Erhebung nach der Geburt konnten bislang 179 Frauen gewonnen werden.
Die Ergebnisse weisen auf eine erhöhte Ausprägung von generellem, schwangerschaftsspezifischem und berufsbezogenem Stress im ersten Trimester hin. Keine signifikanten Unterschiede wurden für Partnerschaftsstress oder positive Alltagsereignisse über die drei Trimester hinweg gefunden. Die vorläufigen Resultate der Längsschnittuntersuchung konnten vorerst nur für das zweite und dritte Trimester analysiert werden und ergaben, dass partnerschaftliche Belastungen im dritten Trimenon mit einer kürzeren Schwangerschaftsdauer assoziiert sind, während partnerschaftliche Belastungen im zweiten Trimenon mit einem geringeren Ponderal-Index einhergehen.
Das erste Trimester scheint für schwangere Frauen eine besonders belastende Phase zu sein. Partnerschaftliche Stressoren hingegen könnten ein Risikofaktor für den Schwangerschaftsverlauf und die Entwicklung des Feten darstellen. Möglicherweise beeinflusst Partnerschaftsstress das Geburtsergebniss im zweiten und dritten Trimester über unterschiedliche Wirkmechanismen. Die Resultate betonen die Notwendigkeit, während der Schwangerschaft psychotherapeutische Unterstützung für Paare anzubieten.

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Additional indexing

Item Type:Journal Article, not refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Psychology
Dewey Decimal Classification:150 Psychology
Uncontrolled Keywords:Psychotherapeutisches Zentrum des Psychologischen Instituts UZH
Date:2013
Deposited On:23 May 2014 14:37
Last Modified:05 Apr 2016 17:53
Publisher:Mackinger-Verlag
ISSN:1013-1973

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