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Geisterfahrer der Gesellschaft: Psychoanalytische Therapie im Gefängnis


Haas, Henriette (1995). Geisterfahrer der Gesellschaft: Psychoanalytische Therapie im Gefängnis. Intra Psychologie und Gesellschaft, 6(25):61-66.

Abstract

Psychotherapie in Institutionen muss mit vielen Abweichungen vom optimalen psychoanalytischen Setting leben. Uebermässige Macht der Therapeuten schadet dem kreativen Assoziations- und Introspektionsprozess des Patienten. Drei Ziele an den Schutzbefohlenen sind in jeder medizinischen und psychosozialen Einrichtung mehr oder weniger vertreten. Diese können, wenn sie zu einseitig oder übertrieben durchgesetzt werden, störende Eigendynamiken entfalten. Die Ziele sind: 1. den Klienten in seinem Status quo zu verstehen, 2. den Klienten zu verändern und 3. die Organisation zu verbessern. Zur Parodie verkommen, wird das Verstehen des Status quo eine unkontrollierte Regressionsförderung. Ein zwanghaftes Aendernwollen bekommt einen aggressiven, sadistischen Zug und die Verbesserung der Organisation kann zu einem Verwaltungswasserkopf degenerieren. Rauchfleisch (1981) empfiehlt bei der Behandlung dissozialer Patienten ein bifokales Vorgehen. Dazu gehört neben der psychoanalytischen Abstinenzregel der Einsatz von Parametern, deren Einfluss aber auch mitgedeutet werden muss.

Abstract

Psychotherapie in Institutionen muss mit vielen Abweichungen vom optimalen psychoanalytischen Setting leben. Uebermässige Macht der Therapeuten schadet dem kreativen Assoziations- und Introspektionsprozess des Patienten. Drei Ziele an den Schutzbefohlenen sind in jeder medizinischen und psychosozialen Einrichtung mehr oder weniger vertreten. Diese können, wenn sie zu einseitig oder übertrieben durchgesetzt werden, störende Eigendynamiken entfalten. Die Ziele sind: 1. den Klienten in seinem Status quo zu verstehen, 2. den Klienten zu verändern und 3. die Organisation zu verbessern. Zur Parodie verkommen, wird das Verstehen des Status quo eine unkontrollierte Regressionsförderung. Ein zwanghaftes Aendernwollen bekommt einen aggressiven, sadistischen Zug und die Verbesserung der Organisation kann zu einem Verwaltungswasserkopf degenerieren. Rauchfleisch (1981) empfiehlt bei der Behandlung dissozialer Patienten ein bifokales Vorgehen. Dazu gehört neben der psychoanalytischen Abstinenzregel der Einsatz von Parametern, deren Einfluss aber auch mitgedeutet werden muss.

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Item Type:Journal Article, not refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Psychology
Dewey Decimal Classification:150 Psychology
Language:German
Date:1995
Deposited On:01 Jul 2014 14:37
Last Modified:05 Apr 2016 17:56
Publisher:Verlag Matzner & Looser
Related URLs:http://www.psychologie.uzh.ch/institut/angehoerige/dozierende/haas.html (Author)
http://www.henriette-haas.com/biblio.en.html (Author)

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