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Zur Überlegenheit von Selbstregulation über Selbstkontrolle in Psychotherapie und psychosomatischer Rehabilitation


Forstmeier, Simon; Rüddel, Heinz (2005). Zur Überlegenheit von Selbstregulation über Selbstkontrolle in Psychotherapie und psychosomatischer Rehabilitation. Verhaltenstherapie, 15(3):158-166.

Abstract

Hintergrund: Selbstkontrolle ist ein in der Verhaltenstherapie weit verbreitetes Konzept, die Effektivität der Techniken der Selbstkontrolle ist gut belegt. In der Volitionsforschung wird der Selbstkontrolle als der selbstdisziplinierenden Volitionsform die Selbstregulation als die selbstintegrierende Volitionsform gegenübergestellt. In dieser Studie sollen diese Volitionsformen hinsichtlich Gefühlswahrnehmung, Affektivität, psychischen und körperlichen Beschwerden (Komorbidität) sowie Therapieerfolg überprüft werden. Patienten und Methode: Bei 1018 Patienten einer psychosomatischen Fachklinik wurden zu Beginn der Rehabilitation der volitionale Stil sowie psychische und körperliche Beschwerden erhoben, bei 242 Patienten zusätzlich Variablen der Gefühlswahrnehmung und der Affektivität. Die Beschwerden wurden auch nach der Rehabilitation erfasst. Alle Patienten wurden in eine von vier Subgruppen des volitionalen Stils eingeteilt: selbstregulierend, selbstkontrollierend, lageorientiert, handlungsorientiert. Der «volitionale Stil» wurde als 4-stufiger Faktor in 1-faktoriellen Varianzanalysen verwendet und Mittelwertsvergleiche zwischen selbstregulierenden und selbstkontrollierenden Patienten wurden angeschlossen. Ergebnisse: Selbstregulierende Patienten haben signifikant weniger Schwierigkeiten bei der Identifikation von Gefühlen, weisen mehr positive und weniger negative Emotionen auf und sind weniger depressiv und symptombelastet. Sie erreichen zudem einen signifikant besseren Rehabilitationserfolg hinsichtlich Depressivität, Erschöpfung und körperlichem Beschwerdedruck. Keine Unterschiede zwischen Selbstregulation und Selbstkontrolle finden sich hinsichtlich des extern orientierten Denkstils und der körperlichen Beschwerden zu Beginn der Therapie. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse zeigen sehr deutlich die negativen Konsequenzen chronischer Selbstkontrolle und die Überlegenheit von Selbstregulation. Selbstkontrolle ist nur so lange adaptiv, wie sie als Verhaltensoption verfügbar ist und nur vorübergehend eingesetzt wird. Langfristig ist Selbstregulation gesünder und daher prinzipiell der Selbstkontrolle vorzuziehen.

Abstract

Hintergrund: Selbstkontrolle ist ein in der Verhaltenstherapie weit verbreitetes Konzept, die Effektivität der Techniken der Selbstkontrolle ist gut belegt. In der Volitionsforschung wird der Selbstkontrolle als der selbstdisziplinierenden Volitionsform die Selbstregulation als die selbstintegrierende Volitionsform gegenübergestellt. In dieser Studie sollen diese Volitionsformen hinsichtlich Gefühlswahrnehmung, Affektivität, psychischen und körperlichen Beschwerden (Komorbidität) sowie Therapieerfolg überprüft werden. Patienten und Methode: Bei 1018 Patienten einer psychosomatischen Fachklinik wurden zu Beginn der Rehabilitation der volitionale Stil sowie psychische und körperliche Beschwerden erhoben, bei 242 Patienten zusätzlich Variablen der Gefühlswahrnehmung und der Affektivität. Die Beschwerden wurden auch nach der Rehabilitation erfasst. Alle Patienten wurden in eine von vier Subgruppen des volitionalen Stils eingeteilt: selbstregulierend, selbstkontrollierend, lageorientiert, handlungsorientiert. Der «volitionale Stil» wurde als 4-stufiger Faktor in 1-faktoriellen Varianzanalysen verwendet und Mittelwertsvergleiche zwischen selbstregulierenden und selbstkontrollierenden Patienten wurden angeschlossen. Ergebnisse: Selbstregulierende Patienten haben signifikant weniger Schwierigkeiten bei der Identifikation von Gefühlen, weisen mehr positive und weniger negative Emotionen auf und sind weniger depressiv und symptombelastet. Sie erreichen zudem einen signifikant besseren Rehabilitationserfolg hinsichtlich Depressivität, Erschöpfung und körperlichem Beschwerdedruck. Keine Unterschiede zwischen Selbstregulation und Selbstkontrolle finden sich hinsichtlich des extern orientierten Denkstils und der körperlichen Beschwerden zu Beginn der Therapie. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse zeigen sehr deutlich die negativen Konsequenzen chronischer Selbstkontrolle und die Überlegenheit von Selbstregulation. Selbstkontrolle ist nur so lange adaptiv, wie sie als Verhaltensoption verfügbar ist und nur vorübergehend eingesetzt wird. Langfristig ist Selbstregulation gesünder und daher prinzipiell der Selbstkontrolle vorzuziehen.

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Psychology
Dewey Decimal Classification:150 Psychology
Language:German
Date:2005
Deposited On:25 Jul 2014 12:03
Last Modified:08 Dec 2017 06:40
Publisher:Karger
ISSN:1016-6262
Publisher DOI:https://doi.org/10.1159/000087450

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