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Der Stellenwert der Radiotherapie in der Behandlung von HIV-assoziierten Lyhmphomen


Dolder, M. Der Stellenwert der Radiotherapie in der Behandlung von HIV-assoziierten Lyhmphomen. 2008, University of Zurich, Faculty of Medicine.

Abstract

Fragestellung Die Einführung der kombinierten antiretroviralen Therapie (HAART) zur Behandlung der Human Immunodeficiency Virus Infektion (HIV) brachte einen grossen Fortschritt für die Behandlung der AIDS-assoziierten Non-Hodgkin-Lympome (ARL, NHL) und erlaubte den Einsatz von standardisierten Chemotherapien mit kurativem Ansatz. Der Stellenwert der Radiotherapie (RT) in der Behandlung des ARL bleibt aber schlecht definiert. In dieser Arbeit wurde der Einfluss der RT auf Tumorkontrolle und Überleben bei Patienten mit ARL am Universitätsspital Zürich untersucht. Methodik Von 1995 bis 2004 wurden alle 24 Patienten, die wegen einem ARL in der Klinik und Poliklinik der Radio-Onkologie des Universitätsspitals Zürich mit einer RT behandelt wurden in Bezug auf das Behandlungsergebnis analysiert. Mögliche Risikofaktoren, wie das Vorhandensein einer HAART, die immunologischen Parameter (CD-4-Zellen, Viruslast), das Stadium des NHL (Ann-Arbor-Stadium und Tumorlokalisation) wurden in Bezug auf den Behandlungserfolg mit RT untersucht. Der Effekt der RT wurde in Abhängigkeit der Tumorlokalisation [primäres ZNS-Lymphom: PCNSL vs Non- PCNSL], der Ansprechrate bezüglich vorgängiger Chemotherapie [komplette Remission (CR), partielles Ansprechen (PR) und progrediente Erkrankung (PD)], der RT-Dosis und RT–Fraktionierung untersucht. Die durchschnittliche initiale RT-Dosis wurde nach Normalisierung auf die biologische Equivalenzdosis (BED) ermittelt. Zur statistischen Analyse wurde eine Cox-Regression multivariate Analyse verwendet. Resultate Das Gesamtüberleben war nach einem Jahr 65% und nach 5 Jahren 35%. Die durchschnittliche BED betrug 32 Gy pro Patient [7.8 – 47.2 Gy]. Die applizierte RTDosis hatte einen signifikanten Einfluss auf das Gesamtüberleben (univariaten Analyse, p = 0.04). Die Höhe der applizierten RT-Dosis wurde nicht durch die Lokalisation, bzw. die ZNS-Manifestation beeinflusst (Mann-Whitney-U-Test p = 0.24). In der schrittweisen multivariaten Analyse mit Berücksichtigung der signifikanten Beeinflussungsgrössen (Viruslast, HAART, Staging, ZNS und RT-Dosis) auf das Überleben stellen sich das Staging wie auch die RT-Dosis als signifikante Parameter heraus (p = 0.014, resp. p = 0.01). Das Ansprechen der Erkrankung auf die Chemotherapie blieb potentiell prädiktiv für das Ansprechen mit RT (Chi-square p = 0,07). Hingegen war eine Kontrolle des ARL nach suboptimalem Ansprechen auf die Chemotherapie (PD oder PR) in 11 von 15 Fällen (73%) möglich. In der Log-rankÜberlebensanalyse und der Analyse nach Cox waren neben der RT-Dosis eine HAART (p = 0.03), eine tiefe Viruslast (p = 0.02), ein lokalisiertes Stadium [Ann-Arbor-Staging I/II (p = 0.01)] und Lymphom ohne ZNS-Manifestation (p = 0.05) mit längerem Überleben assoziiert. In der Subgruppe der PCNSL ergab sich ein Gesamtüberleben von 27% nach 1 Jahr. Die Ansprechsrate der PCNSL betrug 64% im Sinne einer CR, beziehungsweise 36% im Sinne einer PR. Eine Verbesserung der neurologischen Symptomatik ergab sich bei 72,5% der Patienten. Schlussfolgerungen Die antiretrovirale Behandlung der HIV-Erkrankung und Kontrolle der viralen Aktivität stellen einen Eckpfeiler der Therapie des ARL dar. In der vorliegenden Serie zeigte die RT in der Behandlung von ARL eine hohe Ansprechrate. Die RT kann im Sinne eines multimodalen Therapiekonzeptes zur langfristigen Kontrolle des ARL beitragen. Eine BED von >30 Gy BED scheint mit besserem Überleben assoziiert zu sein und eine Dosis unter 15 x 2 Gy nach Induktionstherapie mit Zytostatika kann nicht empfohlen werden. Bei ZNS-Lymphomen erlaubt die palliative RT und eine gute Symptomkontrolle.

Abstract

Fragestellung Die Einführung der kombinierten antiretroviralen Therapie (HAART) zur Behandlung der Human Immunodeficiency Virus Infektion (HIV) brachte einen grossen Fortschritt für die Behandlung der AIDS-assoziierten Non-Hodgkin-Lympome (ARL, NHL) und erlaubte den Einsatz von standardisierten Chemotherapien mit kurativem Ansatz. Der Stellenwert der Radiotherapie (RT) in der Behandlung des ARL bleibt aber schlecht definiert. In dieser Arbeit wurde der Einfluss der RT auf Tumorkontrolle und Überleben bei Patienten mit ARL am Universitätsspital Zürich untersucht. Methodik Von 1995 bis 2004 wurden alle 24 Patienten, die wegen einem ARL in der Klinik und Poliklinik der Radio-Onkologie des Universitätsspitals Zürich mit einer RT behandelt wurden in Bezug auf das Behandlungsergebnis analysiert. Mögliche Risikofaktoren, wie das Vorhandensein einer HAART, die immunologischen Parameter (CD-4-Zellen, Viruslast), das Stadium des NHL (Ann-Arbor-Stadium und Tumorlokalisation) wurden in Bezug auf den Behandlungserfolg mit RT untersucht. Der Effekt der RT wurde in Abhängigkeit der Tumorlokalisation [primäres ZNS-Lymphom: PCNSL vs Non- PCNSL], der Ansprechrate bezüglich vorgängiger Chemotherapie [komplette Remission (CR), partielles Ansprechen (PR) und progrediente Erkrankung (PD)], der RT-Dosis und RT–Fraktionierung untersucht. Die durchschnittliche initiale RT-Dosis wurde nach Normalisierung auf die biologische Equivalenzdosis (BED) ermittelt. Zur statistischen Analyse wurde eine Cox-Regression multivariate Analyse verwendet. Resultate Das Gesamtüberleben war nach einem Jahr 65% und nach 5 Jahren 35%. Die durchschnittliche BED betrug 32 Gy pro Patient [7.8 – 47.2 Gy]. Die applizierte RTDosis hatte einen signifikanten Einfluss auf das Gesamtüberleben (univariaten Analyse, p = 0.04). Die Höhe der applizierten RT-Dosis wurde nicht durch die Lokalisation, bzw. die ZNS-Manifestation beeinflusst (Mann-Whitney-U-Test p = 0.24). In der schrittweisen multivariaten Analyse mit Berücksichtigung der signifikanten Beeinflussungsgrössen (Viruslast, HAART, Staging, ZNS und RT-Dosis) auf das Überleben stellen sich das Staging wie auch die RT-Dosis als signifikante Parameter heraus (p = 0.014, resp. p = 0.01). Das Ansprechen der Erkrankung auf die Chemotherapie blieb potentiell prädiktiv für das Ansprechen mit RT (Chi-square p = 0,07). Hingegen war eine Kontrolle des ARL nach suboptimalem Ansprechen auf die Chemotherapie (PD oder PR) in 11 von 15 Fällen (73%) möglich. In der Log-rankÜberlebensanalyse und der Analyse nach Cox waren neben der RT-Dosis eine HAART (p = 0.03), eine tiefe Viruslast (p = 0.02), ein lokalisiertes Stadium [Ann-Arbor-Staging I/II (p = 0.01)] und Lymphom ohne ZNS-Manifestation (p = 0.05) mit längerem Überleben assoziiert. In der Subgruppe der PCNSL ergab sich ein Gesamtüberleben von 27% nach 1 Jahr. Die Ansprechsrate der PCNSL betrug 64% im Sinne einer CR, beziehungsweise 36% im Sinne einer PR. Eine Verbesserung der neurologischen Symptomatik ergab sich bei 72,5% der Patienten. Schlussfolgerungen Die antiretrovirale Behandlung der HIV-Erkrankung und Kontrolle der viralen Aktivität stellen einen Eckpfeiler der Therapie des ARL dar. In der vorliegenden Serie zeigte die RT in der Behandlung von ARL eine hohe Ansprechrate. Die RT kann im Sinne eines multimodalen Therapiekonzeptes zur langfristigen Kontrolle des ARL beitragen. Eine BED von >30 Gy BED scheint mit besserem Überleben assoziiert zu sein und eine Dosis unter 15 x 2 Gy nach Induktionstherapie mit Zytostatika kann nicht empfohlen werden. Bei ZNS-Lymphomen erlaubt die palliative RT und eine gute Symptomkontrolle.

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Item Type:Dissertation
Referees:Lütolf U M
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Clinic for Radiation Oncology
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2008
Deposited On:08 Jan 2009 09:02
Last Modified:05 Apr 2016 12:48

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