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Unterschiedliche Bd-Prävalenzen und -Befallsstärken verschiedener Amphibienarten und Entwicklungsstadien an einem Chytridpilz belasteten Standort in der bayerischen Rhön


Böll, S; Tobler, U; Geiger, C C; Hansbauer, G; Schmidt, B R (2014). Unterschiedliche Bd-Prävalenzen und -Befallsstärken verschiedener Amphibienarten und Entwicklungsstadien an einem Chytridpilz belasteten Standort in der bayerischen Rhön. Zeitschrift für Feldherpetologie, 21(2):183-194.

Abstract

An einem bekannten Batrachochytrium dendrobatidis (Bd)-Standort in der bayerischen Vorrhön (Deutschland) wurden in den Jahren 2009-2014 sämtliche dort vorkommenden Amphibienarten auf Bd untersucht. Bei fünf dieser Arten wurden neben Adulttieren auch Larval- oder Metamorphosestadien in die Untersuchung miteinbezogen. Es zeigten sich große Unterschiede bei den art- und stadienbezogenen Prävalenzen, die Werte von 0 bis 100 % umfassten. Metamorphosierende Lissotriton vulgaris und Ichthyosaura alpestris-Larven und überwinterte Alytes-Quappen wiesen besonders hohe Prävalenzen auf. Vergleicht man die Prävalenzwerte für verschiedene Genome Equivalents (GE)-Nachweisgrenzen innerhalb der Arten oder Stadien, so ergibt sich durch die geringen Befallsstärken der adulten T. cristatus, dass es bei dieser Art bei einem hohen, aber häufig verwendeten Grenzwert von GE ≥ 1 zu einem beträchtlichen Anteil von Falsch-Negativ-Nachweisen kommen würde. Die Befallsstärken der Arten und Stadien korrelierten mit den Prävalenzwerten, lagen aber insgesamt in einem als unkritisch betrachteten, niedrigen bis moderaten Bereich von 10^-2 bis10^2 GE. Alle im Freiland beprobten Tiere machten einen normalen und gesunden Eindruck. In einem seit 2004 laufendem Artenhilfsprogramm für Alytes obstetricans wurden bei dieser besonders Bd-anfälligen Art keine Populationseinbrüche beobachtet.

Abstract

An einem bekannten Batrachochytrium dendrobatidis (Bd)-Standort in der bayerischen Vorrhön (Deutschland) wurden in den Jahren 2009-2014 sämtliche dort vorkommenden Amphibienarten auf Bd untersucht. Bei fünf dieser Arten wurden neben Adulttieren auch Larval- oder Metamorphosestadien in die Untersuchung miteinbezogen. Es zeigten sich große Unterschiede bei den art- und stadienbezogenen Prävalenzen, die Werte von 0 bis 100 % umfassten. Metamorphosierende Lissotriton vulgaris und Ichthyosaura alpestris-Larven und überwinterte Alytes-Quappen wiesen besonders hohe Prävalenzen auf. Vergleicht man die Prävalenzwerte für verschiedene Genome Equivalents (GE)-Nachweisgrenzen innerhalb der Arten oder Stadien, so ergibt sich durch die geringen Befallsstärken der adulten T. cristatus, dass es bei dieser Art bei einem hohen, aber häufig verwendeten Grenzwert von GE ≥ 1 zu einem beträchtlichen Anteil von Falsch-Negativ-Nachweisen kommen würde. Die Befallsstärken der Arten und Stadien korrelierten mit den Prävalenzwerten, lagen aber insgesamt in einem als unkritisch betrachteten, niedrigen bis moderaten Bereich von 10^-2 bis10^2 GE. Alle im Freiland beprobten Tiere machten einen normalen und gesunden Eindruck. In einem seit 2004 laufendem Artenhilfsprogramm für Alytes obstetricans wurden bei dieser besonders Bd-anfälligen Art keine Populationseinbrüche beobachtet.

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:07 Faculty of Science > Institute of Evolutionary Biology and Environmental Studies
Dewey Decimal Classification:570 Life sciences; biology
590 Animals (Zoology)
Uncontrolled Keywords:amphibian, chytridiomycosis
Language:German
Date:October 2014
Deposited On:17 Oct 2014 10:39
Last Modified:05 Apr 2016 18:24
Publisher:Laurenti-Verlag
ISSN:0946-7998
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