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Volkmar Andreae - Dirigent, Komponist und Visionär: ein Kapitel Zürcher Musikgeschichte


von Orelli, Matthias. Volkmar Andreae - Dirigent, Komponist und Visionär: ein Kapitel Zürcher Musikgeschichte. 2009, University of Zurich, Faculty of Arts.

Abstract

Volkmar Andreaes Verdienste als Leiter und Dirigent der Konzerte des Tonhalle-Orchesters Zürich sind vielseitig. Die vorliegende Studie versucht, dieses Bild weiter zu differenzieren und seine visionären Absichten in den Mittelpunkt zu stellen. Unter seiner Leitung erlebten das Orchester der Tonhalle-Gesellschaft und somit auch das Zürcher Musikleben einen musikalischen Höhenflug, der nicht nur das klassische Repertoire berücksichtigte, sondern sich mit Nachdruck für das zeitgenössische Schaffen einsetzte. Einen Schwerpunkt setzte Andreae dabei auch bei den Schweizer Komponisten (sich selbst eingeschlossen). Die Programmgestaltung konnte sich durch die Anwesenheit ausgewiesener Gastsolisten prächtig entfalten. Auch hier war das persönliche Beziehungsnetz von Andreae von grossem Vorteil, so dass dem Tonhalle-Orchester einzelne Gäste über viele Jahre freundschaftlich verbunden blieben. Das Repertoire von Andreae ist beinahe unüberschaubar, doch erkennt man schon früh musikalische Präferenzen, die der Dirigent in besonderen Konzertreihen oder Zyklen pflegte. Singulär ist die Beziehung zum Oeuvre von Anton Bruckner. Andreaes Interpretationen haben das Bruckner-Bild während seiner Wirkungszeit massgeblich mitgeprägt, und er erzielte damit auch seine grössten Erfolge im Ausland. Die vorliegende Studie basiert auf den beiden Themenkreisen des Dirigenten und Komponisten. Es zeigt sich, dass sich diese beiden Wirkungsgebiete gegenseitig beeinflusst und befruchtet haben, was zu interessanten und nachhaltigen Erkenntnissen führt. Der bereits früher immer wieder beschriebenen Autorität von Andreae begegnen wir auch hier, aber in einem differenzierteren Sinne. Der Komponist wurde bislang unzureichend dokumentiert. Doch erst mit dem Blick auf sein kompositorisches Oeuvre lässt sich der Künstler umfänglich verstehen. In seinen eigenen Kompositionen stellt er unter Beweis, dass er mit dem Werkkanon der abendländischen Musik so vertraut war, dass er seine eigenen Kompositionen in einen direkten Kontext stellen konnte. Die Studie will auch bezüglich der Problemstellungen, mit denen sich Kulturbetriebe des 21. Jahrhunderts konfrontiert sehen, Neugierde wecken und zeigen, dass in Zürich schon früh Visionen umgesetzt wurden, die manchmal gescheitert, manchmal aber sehr erfolgreich verlaufen sind.


Volkmar Andreae’s merits as director and conductor of the Tonhalle Orchestra Zurich are multifaceted. The following paper attempts to further differentiate this image and focus on his visionary objectives. Under his direction, the orchestra of the Tonhalle Society and thus the Zurich music scene experienced a new musical high, incorporating not only the classical repertoire but also highlighting contemporary works and showing particular regard to Swiss composers (himself included). Andreae’s program design unfurled superbly due to the continual presence of distinguished guest soloists. It was also here that Andreae’s personal network of contacts was of great advantage in forging persevering friendships between the Tonhalle Orchestra and individual guests. The repertoire of Andreae is vast, yet one is quick to perceive the musical preferences cultivated by the conductor in certain concert series or cycles, most notable is his relationship with the oeuvre of Anton Bruckner. During his career, Andreae’s interpretations significantly influenced the portrayal of Bruckner and led to his greatest successes abroad. The following paper deals with Volkmar Andreae as both conductor and composer. It becomes clear that these two domains formed a symbiotic relationship working to cause fruition in both and leading to interesting and enduring discoveries. Here again we hit upon the renowned authority of Andreae - but in a sophisticated sense. The composer has been inadequately documented and it is only with a view to his compositional oeuvre that the artist can be comprehensively understood. Through the direct context of his own compositions he demonstrates his familiarity with the occidental canon of musical works. In order to awaken curiosity, the paper will take reference to the problems faced by the 21st-century culture scene and show that visions have been realised in Zurich before – sometimes unsuccessfully sometimes triumphantly.

Abstract

Volkmar Andreaes Verdienste als Leiter und Dirigent der Konzerte des Tonhalle-Orchesters Zürich sind vielseitig. Die vorliegende Studie versucht, dieses Bild weiter zu differenzieren und seine visionären Absichten in den Mittelpunkt zu stellen. Unter seiner Leitung erlebten das Orchester der Tonhalle-Gesellschaft und somit auch das Zürcher Musikleben einen musikalischen Höhenflug, der nicht nur das klassische Repertoire berücksichtigte, sondern sich mit Nachdruck für das zeitgenössische Schaffen einsetzte. Einen Schwerpunkt setzte Andreae dabei auch bei den Schweizer Komponisten (sich selbst eingeschlossen). Die Programmgestaltung konnte sich durch die Anwesenheit ausgewiesener Gastsolisten prächtig entfalten. Auch hier war das persönliche Beziehungsnetz von Andreae von grossem Vorteil, so dass dem Tonhalle-Orchester einzelne Gäste über viele Jahre freundschaftlich verbunden blieben. Das Repertoire von Andreae ist beinahe unüberschaubar, doch erkennt man schon früh musikalische Präferenzen, die der Dirigent in besonderen Konzertreihen oder Zyklen pflegte. Singulär ist die Beziehung zum Oeuvre von Anton Bruckner. Andreaes Interpretationen haben das Bruckner-Bild während seiner Wirkungszeit massgeblich mitgeprägt, und er erzielte damit auch seine grössten Erfolge im Ausland. Die vorliegende Studie basiert auf den beiden Themenkreisen des Dirigenten und Komponisten. Es zeigt sich, dass sich diese beiden Wirkungsgebiete gegenseitig beeinflusst und befruchtet haben, was zu interessanten und nachhaltigen Erkenntnissen führt. Der bereits früher immer wieder beschriebenen Autorität von Andreae begegnen wir auch hier, aber in einem differenzierteren Sinne. Der Komponist wurde bislang unzureichend dokumentiert. Doch erst mit dem Blick auf sein kompositorisches Oeuvre lässt sich der Künstler umfänglich verstehen. In seinen eigenen Kompositionen stellt er unter Beweis, dass er mit dem Werkkanon der abendländischen Musik so vertraut war, dass er seine eigenen Kompositionen in einen direkten Kontext stellen konnte. Die Studie will auch bezüglich der Problemstellungen, mit denen sich Kulturbetriebe des 21. Jahrhunderts konfrontiert sehen, Neugierde wecken und zeigen, dass in Zürich schon früh Visionen umgesetzt wurden, die manchmal gescheitert, manchmal aber sehr erfolgreich verlaufen sind.


Volkmar Andreae’s merits as director and conductor of the Tonhalle Orchestra Zurich are multifaceted. The following paper attempts to further differentiate this image and focus on his visionary objectives. Under his direction, the orchestra of the Tonhalle Society and thus the Zurich music scene experienced a new musical high, incorporating not only the classical repertoire but also highlighting contemporary works and showing particular regard to Swiss composers (himself included). Andreae’s program design unfurled superbly due to the continual presence of distinguished guest soloists. It was also here that Andreae’s personal network of contacts was of great advantage in forging persevering friendships between the Tonhalle Orchestra and individual guests. The repertoire of Andreae is vast, yet one is quick to perceive the musical preferences cultivated by the conductor in certain concert series or cycles, most notable is his relationship with the oeuvre of Anton Bruckner. During his career, Andreae’s interpretations significantly influenced the portrayal of Bruckner and led to his greatest successes abroad. The following paper deals with Volkmar Andreae as both conductor and composer. It becomes clear that these two domains formed a symbiotic relationship working to cause fruition in both and leading to interesting and enduring discoveries. Here again we hit upon the renowned authority of Andreae - but in a sophisticated sense. The composer has been inadequately documented and it is only with a view to his compositional oeuvre that the artist can be comprehensively understood. Through the direct context of his own compositions he demonstrates his familiarity with the occidental canon of musical works. In order to awaken curiosity, the paper will take reference to the problems faced by the 21st-century culture scene and show that visions have been realised in Zurich before – sometimes unsuccessfully sometimes triumphantly.

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Other titles:Volkmar Andreae - Conductor, Composer and Visionary. A Chapter of Zurich Music History
Item Type:Dissertation (monographical)
Referees:Hinrichsen Hans-Joachim, Lütteken Laurenz
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Musicology
UZH Dissertations
Dewey Decimal Classification:780 Music
Uncontrolled Keywords:Andreae, Volkmar. Dirigent, Komponist (1879-1962)
Language:German
Place of Publication:Zürich
Date:2009
Deposited On:04 Feb 2015 15:55
Last Modified:18 Jun 2020 15:47
Number of Pages:323
OA Status:Green
Free access at:Official URL. An embargo period may apply.
Related URLs:https://www.recherche-portal.ch/permalink/f/1h21i27/ebi01_prod005830249 (Library Catalogue)

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Language: German
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