Header

UZH-Logo

Maintenance Infos

Prävention von Traumafolgestörungen bei Kindern und Jugendlichen nach Strassenverkehrsunfällen: eine randomisiert-kontrollierte Studie


Zehnder, Daniel. Prävention von Traumafolgestörungen bei Kindern und Jugendlichen nach Strassenverkehrsunfällen: eine randomisiert-kontrollierte Studie. 2008, University of Zurich, Faculty of Arts.

Abstract

Strassenverkehrsunfälle als objektiv und/oder subjektiv bedrohliche Ereignisse erfüllen die Definitionskriterien für ein psychisches Trauma gemäss DSM-IV-TR. Im Kinderbereich gibt es erst wenige empirische Hinweise für ein notfallpsychologisches Vorgehen mit dem Ziel, langfristige Traumafolgestörungen zu verhindern oder zumindest zu vermindern. Das Hauptziel dieser prospektiven Studie bestand in der Überprüfung einer notfallpsychologischen Kurzintervention auf ihren sekundär präventiven Nutzen. 77 im Strassenverkehr verunglückte Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 16 Jahren wurden zu drei Zeitpunkten (10 Tage, 2 Monate und 6 Monate nach dem Unfall) persönlich befragt. Im direkten Anschluss an die Baseline-Erhebung wurden die Studienteilnehmenden randomisiert in eine Interventionsgruppe und in eine Kontrollgruppe eingeteilt. Die Betroffenen der Interventionsgruppe erhielten im Beisein mindestens eines Elternteils eine notfallpsychologische Kurzintervention mit folgenden Elementen: Unfall-Rekonstruktion, Psychoedukation zu möglichen Belastungssymptomen und Bewältigungsstrategien sowie Abgabe einer Informationsbroschüre. Zur Erhebung der psychosozialen Anpassung an das Unfallereignis wurden die Interviews zu akuten und posttraumatischen Belastungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen (IBS-KJ) sowie das Depressionsinventar für Kinder und Jugendliche (DIKJ) und Fragen zu unfallbezogenen Ängsten (Travel Anxiety Scale) eingesetzt. Die Eltern machten Angaben zu Verhaltensauffälligkeiten (CBCL) ihrer Kinder und es wurden verschiedene personen-, unfall- und umfeldspezifische Merkmale erhoben. Zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe konnten sowohl bei der akuten Belastungssymptomatik zu als auch bei der posttraumatischen Belastungssymptomatik keine signifikanten Mit- telwertsunterschiede gefunden werden. Zudem verbesserten sich die posttraumatischen Belastungswerte innerhalb eines halben Jahres bei beiden Gruppen in gleicher Weise. Die depressive und ängstliche Symptomatik sowie die CBCL-Mittelwerte unterschieden sich zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe zu allen drei Messzeitpunkten ebenfalls nicht signifikant, obwohl sich die Effektstärken der Veränderungen in der Interventionsgruppe durchwegs günstiger zeigten als in der Kontrollgruppe. Zudem zeigte sich in Subgruppenauswertungen, dass 7- bis 11-jährige Knaben im Bereich der Depression und der Verhaltensauffälligkeiten von der durchgeführten Intervention profitieren konnten. Insgesamt gesehen wirkte die durchgeführte notfallpsychologische Kurzintervention nicht sekundär präventiv und eignet sich somit nicht für einen routinemässigen Einsatz.

Abstract:
Traffic accidents are objectively and/or subjectively threatening events and fulfil the definition criteria for a traumatic event in accordance with DSM-IV-TR. In the children's area the empirical advice for early psychological interventions that aim to avoid or minimise long-term mental-health problems is limited. The main objective of this prospective study insisted in the examination of an early psychological intervention on its effectiveness. 77 children at the age of 7 to 16 years were interviewed after a road traffic accident at three timepoints (10 days, 2 months and 6 months after the accident). After the baseline-interview, the participants were randomised into an intervention group and a control group. The members of the intervention group received in the presence of at least one parent an early psychological intervention with the following elements: reconstruction of the accident, education to possible stress symptoms and coping strategies as well as delivery of an information brochure. Psy- psychosocial adjustment to the accident was assessed with the IBS-KJ for acute and posttraumatic symptoms, the DIKJ for depressive symptoms, the Travel Anxiety Scale for accident related anxieties and the CBCL for behaviour problems. Furthermore different person-, accident- and environment-related characteristics were collected. No significant mean differences could be found between the intervention group and the control group concerning acute and posttraumatic stress symptoms. Within six months the posttraumatic scores at both groups improved the same way. Depressive symptoms and anxieties, as well as behaviour problems, did not differ significantly between the two groups, although the effect sizes of the changes were in general better in the intervention group than in the control group. Analysis of subgroups showed that 7 to 11-year old boys could profit from the early psychological intervention concerning depressive symptoms and behavioural problems. Altogether the examined early psychological intervention was not effective to prevent mental health problems and can not be advised as a routinely intervention with children after road traffic accidents.

Abstract

Strassenverkehrsunfälle als objektiv und/oder subjektiv bedrohliche Ereignisse erfüllen die Definitionskriterien für ein psychisches Trauma gemäss DSM-IV-TR. Im Kinderbereich gibt es erst wenige empirische Hinweise für ein notfallpsychologisches Vorgehen mit dem Ziel, langfristige Traumafolgestörungen zu verhindern oder zumindest zu vermindern. Das Hauptziel dieser prospektiven Studie bestand in der Überprüfung einer notfallpsychologischen Kurzintervention auf ihren sekundär präventiven Nutzen. 77 im Strassenverkehr verunglückte Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 16 Jahren wurden zu drei Zeitpunkten (10 Tage, 2 Monate und 6 Monate nach dem Unfall) persönlich befragt. Im direkten Anschluss an die Baseline-Erhebung wurden die Studienteilnehmenden randomisiert in eine Interventionsgruppe und in eine Kontrollgruppe eingeteilt. Die Betroffenen der Interventionsgruppe erhielten im Beisein mindestens eines Elternteils eine notfallpsychologische Kurzintervention mit folgenden Elementen: Unfall-Rekonstruktion, Psychoedukation zu möglichen Belastungssymptomen und Bewältigungsstrategien sowie Abgabe einer Informationsbroschüre. Zur Erhebung der psychosozialen Anpassung an das Unfallereignis wurden die Interviews zu akuten und posttraumatischen Belastungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen (IBS-KJ) sowie das Depressionsinventar für Kinder und Jugendliche (DIKJ) und Fragen zu unfallbezogenen Ängsten (Travel Anxiety Scale) eingesetzt. Die Eltern machten Angaben zu Verhaltensauffälligkeiten (CBCL) ihrer Kinder und es wurden verschiedene personen-, unfall- und umfeldspezifische Merkmale erhoben. Zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe konnten sowohl bei der akuten Belastungssymptomatik zu als auch bei der posttraumatischen Belastungssymptomatik keine signifikanten Mit- telwertsunterschiede gefunden werden. Zudem verbesserten sich die posttraumatischen Belastungswerte innerhalb eines halben Jahres bei beiden Gruppen in gleicher Weise. Die depressive und ängstliche Symptomatik sowie die CBCL-Mittelwerte unterschieden sich zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe zu allen drei Messzeitpunkten ebenfalls nicht signifikant, obwohl sich die Effektstärken der Veränderungen in der Interventionsgruppe durchwegs günstiger zeigten als in der Kontrollgruppe. Zudem zeigte sich in Subgruppenauswertungen, dass 7- bis 11-jährige Knaben im Bereich der Depression und der Verhaltensauffälligkeiten von der durchgeführten Intervention profitieren konnten. Insgesamt gesehen wirkte die durchgeführte notfallpsychologische Kurzintervention nicht sekundär präventiv und eignet sich somit nicht für einen routinemässigen Einsatz.

Abstract:
Traffic accidents are objectively and/or subjectively threatening events and fulfil the definition criteria for a traumatic event in accordance with DSM-IV-TR. In the children's area the empirical advice for early psychological interventions that aim to avoid or minimise long-term mental-health problems is limited. The main objective of this prospective study insisted in the examination of an early psychological intervention on its effectiveness. 77 children at the age of 7 to 16 years were interviewed after a road traffic accident at three timepoints (10 days, 2 months and 6 months after the accident). After the baseline-interview, the participants were randomised into an intervention group and a control group. The members of the intervention group received in the presence of at least one parent an early psychological intervention with the following elements: reconstruction of the accident, education to possible stress symptoms and coping strategies as well as delivery of an information brochure. Psy- psychosocial adjustment to the accident was assessed with the IBS-KJ for acute and posttraumatic symptoms, the DIKJ for depressive symptoms, the Travel Anxiety Scale for accident related anxieties and the CBCL for behaviour problems. Furthermore different person-, accident- and environment-related characteristics were collected. No significant mean differences could be found between the intervention group and the control group concerning acute and posttraumatic stress symptoms. Within six months the posttraumatic scores at both groups improved the same way. Depressive symptoms and anxieties, as well as behaviour problems, did not differ significantly between the two groups, although the effect sizes of the changes were in general better in the intervention group than in the control group. Analysis of subgroups showed that 7 to 11-year old boys could profit from the early psychological intervention concerning depressive symptoms and behavioural problems. Altogether the examined early psychological intervention was not effective to prevent mental health problems and can not be advised as a routinely intervention with children after road traffic accidents.

Statistics

Downloads

522 downloads since deposited on 05 Feb 2009
31 downloads since 12 months
Detailed statistics

Additional indexing

Item Type:Dissertation (monographical)
Referees:Landolt Markus, Hornung Rainer
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Psychology
UZH Dissertations
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Place of Publication:Zürich
Date:2008
Deposited On:05 Feb 2009 09:09
Last Modified:18 Sep 2020 09:45
Number of Pages:216
OA Status:Green
Related URLs:https://www.recherche-portal.ch/primo-explore/fulldisplay?docid=ebi01_prod005576784&context=L&vid=ZAD&search_scope=default_scope&tab=default_tab&lang=de_DE (Library Catalogue)

Download

Green Open Access

Download PDF  'Prävention von Traumafolgestörungen bei Kindern und Jugendlichen nach Strassenverkehrsunfällen: eine randomisiert-kontrollierte Studie'.
Preview
Content: Published Version
Filetype: PDF
Size: 3MB