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Untersuchungen über Lahmheits-Scoring und Auswirkungen von peripartaler Lahmheit auf Milchleistungs- und Fruchtbarkeitsparameter


Degen Aguayo Aparicio, Cynthia. Untersuchungen über Lahmheits-Scoring und Auswirkungen von peripartaler Lahmheit auf Milchleistungs- und Fruchtbarkeitsparameter. 2016, University of Zurich, Vetsuisse Faculty.

Abstract

In der vorliegenden Arbeit wurden die Auswirkungen von Lahmheiten zum Zeitpunkt des Trockenstellens auf die Milch- und Fruchtbarkeitsleistungen der folgenden Laktation untersucht. Zudem wurde die Korrelation eines Lahmheit- Scoring-Systems (nach DEFRA) mit klinischen Befunden von Klauenläsionen beurteilt. Das Lahmheitsscoring und eine Gangbeurteilung fanden in der ersten Woche nach Kalbung sowie zwei Monate nach Kalbung statt. Jeder lahmen Kuh wurde jeweils eine nicht lahme Kontrollkuh gleicher Rasse und vom gleichen Betrieb gegenübergestellt, um Betriebseinflüsse möglichst zu eliminieren. Die Milch- und Fruchtbarkeitsleistungen der folgenden Laktation wurden mit denen der vorherigen Laktation verglichen. Die meisten Lahmheiten traten an der Hintergliedmasse auf und waren am häufigsten bedingt durch Dermatitis digitalis (Mortellaro), Limax und Rusterholzsches Sohlengeschwür. Die mittlere Lahmheitsdauer nach Behandlung betrug 26 Tage (Median 16 Tage) und war bei Hornläsionen deutlich länger als bei Hautläsionen (inkl. Zwischenklauenspalt). Die meisten Rezidive betrafen den Zwischenklauenbereich. Lahmheitsfreie Kontrolltiere waren häufig von Ballenhornfäule und Dermatitis digitalis betroffen. Für Läsionen im Zwischenklauenbereich erwies sich das gängige Lahmheits-Scoring-System als sensitiv. Eine höhere Laktationsnummer korrelierte mit Lahmheit, mit Hautläsionen und mit Hornläsionen. Kontrolltiere wiesen in den beiden verglichenen Laktationen deutlich höhere Milchleistungen auf als Tiere mit Lahmheit trotz adäquater Behandlung. Tiere mit Hornläsionen befanden sich bezüglich Milchleistung in der ersten Laktation leichtgradig unter und in der zweiten Laktation auf gleichem Niveau wie die gesunden Tiere, zeigten in beiden Laktationen aber deutlich höhere Milchleistungen als Tiere mit Hautläsionen. Zudem war die Milchleistungszunahme der verglichenen Laktationen bei den Hornläsionen grösser als bei den Hautläsionen. Tiere mit länger dauernder Lahmheit (≥ 30 Tage) erreichten in der ersten Laktation eine leichtgradig tiefere und in der zweiten Laktation eine ähnliche Milchleistung wie gesunde Tiere, aber in beiden Laktationen lagen sie deutlich höher als Tiere mit kürzerer Lahmheitsdauer. Das genetisch verankerte Milchleistungspotential scheint den grösseren Einfluss auf die Milchleistung zu haben als eine Lahmheit. In der vorliegenden Studie hatte eine behandelte Lahmheit keinen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit.

The purpose of this study was to investigate the influence of lameness at the moment of drying-off on milk yield and fertility performance of the following lactation. Additionally, correlation between a common lameness scoring system (DEFRA) and clinical findings was evaluated. Lameness scoring took place within the first week after parturition, as well as two months after parturition. In order to eliminate influences of the farm, each lame cow was compared with a non-lame cow from the same farm and of the same breed. Milk yield and fertility performances of the following lactation were compared with the precedent lactation. Lameness occured most commonly on hind limbs and were mainly caused by dermatitis digitalis, interdigital hyperplasia and sole ulcers. Mean lameness duration was 26 days (median 16) and was considerably longer in horn lesions compared with skin (incl. interdigital) lesions. Most recrudescences occurred in the form of interdigital lesions. Non-lame controls often showed heel horn erosions and digital dermatitis. For lesions in the interdigital region common lameness scoring proved to be sensitive. Higher lactation number correlated with lameness, skin lesion and horn lesion. Despite appropriate therapy in lame cows, control cows reached clearly higher milk yields in both lactations. Cows with horn lesions reached slightly lower milk yields in the precedent lactation and equal milk yields in the following lactation compared to non-lame cows. Cows with horn lesions showed clearly higher milk yields in both lactations than cows with skin lesions. Additionally, increase in milk yield in compared lactations was higher in cows with horn lesions than skin lesions. Cows with long-lasting lameness (≥ 30 days) reached slightly lower milk yields in the precedent lactation and equal milk yields in the following lactation compared to non-lame cows. Cows with long-lasting lameness showed clearly higher milk yields in both lactations than cows with short-lasting lameness. Genetic endowments for milk yield seem to have a more important influence on milk yield than lameness. In this study lameness that was treated did not have any negative influence on fertility.

Abstract

In der vorliegenden Arbeit wurden die Auswirkungen von Lahmheiten zum Zeitpunkt des Trockenstellens auf die Milch- und Fruchtbarkeitsleistungen der folgenden Laktation untersucht. Zudem wurde die Korrelation eines Lahmheit- Scoring-Systems (nach DEFRA) mit klinischen Befunden von Klauenläsionen beurteilt. Das Lahmheitsscoring und eine Gangbeurteilung fanden in der ersten Woche nach Kalbung sowie zwei Monate nach Kalbung statt. Jeder lahmen Kuh wurde jeweils eine nicht lahme Kontrollkuh gleicher Rasse und vom gleichen Betrieb gegenübergestellt, um Betriebseinflüsse möglichst zu eliminieren. Die Milch- und Fruchtbarkeitsleistungen der folgenden Laktation wurden mit denen der vorherigen Laktation verglichen. Die meisten Lahmheiten traten an der Hintergliedmasse auf und waren am häufigsten bedingt durch Dermatitis digitalis (Mortellaro), Limax und Rusterholzsches Sohlengeschwür. Die mittlere Lahmheitsdauer nach Behandlung betrug 26 Tage (Median 16 Tage) und war bei Hornläsionen deutlich länger als bei Hautläsionen (inkl. Zwischenklauenspalt). Die meisten Rezidive betrafen den Zwischenklauenbereich. Lahmheitsfreie Kontrolltiere waren häufig von Ballenhornfäule und Dermatitis digitalis betroffen. Für Läsionen im Zwischenklauenbereich erwies sich das gängige Lahmheits-Scoring-System als sensitiv. Eine höhere Laktationsnummer korrelierte mit Lahmheit, mit Hautläsionen und mit Hornläsionen. Kontrolltiere wiesen in den beiden verglichenen Laktationen deutlich höhere Milchleistungen auf als Tiere mit Lahmheit trotz adäquater Behandlung. Tiere mit Hornläsionen befanden sich bezüglich Milchleistung in der ersten Laktation leichtgradig unter und in der zweiten Laktation auf gleichem Niveau wie die gesunden Tiere, zeigten in beiden Laktationen aber deutlich höhere Milchleistungen als Tiere mit Hautläsionen. Zudem war die Milchleistungszunahme der verglichenen Laktationen bei den Hornläsionen grösser als bei den Hautläsionen. Tiere mit länger dauernder Lahmheit (≥ 30 Tage) erreichten in der ersten Laktation eine leichtgradig tiefere und in der zweiten Laktation eine ähnliche Milchleistung wie gesunde Tiere, aber in beiden Laktationen lagen sie deutlich höher als Tiere mit kürzerer Lahmheitsdauer. Das genetisch verankerte Milchleistungspotential scheint den grösseren Einfluss auf die Milchleistung zu haben als eine Lahmheit. In der vorliegenden Studie hatte eine behandelte Lahmheit keinen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit.

The purpose of this study was to investigate the influence of lameness at the moment of drying-off on milk yield and fertility performance of the following lactation. Additionally, correlation between a common lameness scoring system (DEFRA) and clinical findings was evaluated. Lameness scoring took place within the first week after parturition, as well as two months after parturition. In order to eliminate influences of the farm, each lame cow was compared with a non-lame cow from the same farm and of the same breed. Milk yield and fertility performances of the following lactation were compared with the precedent lactation. Lameness occured most commonly on hind limbs and were mainly caused by dermatitis digitalis, interdigital hyperplasia and sole ulcers. Mean lameness duration was 26 days (median 16) and was considerably longer in horn lesions compared with skin (incl. interdigital) lesions. Most recrudescences occurred in the form of interdigital lesions. Non-lame controls often showed heel horn erosions and digital dermatitis. For lesions in the interdigital region common lameness scoring proved to be sensitive. Higher lactation number correlated with lameness, skin lesion and horn lesion. Despite appropriate therapy in lame cows, control cows reached clearly higher milk yields in both lactations. Cows with horn lesions reached slightly lower milk yields in the precedent lactation and equal milk yields in the following lactation compared to non-lame cows. Cows with horn lesions showed clearly higher milk yields in both lactations than cows with skin lesions. Additionally, increase in milk yield in compared lactations was higher in cows with horn lesions than skin lesions. Cows with long-lasting lameness (≥ 30 days) reached slightly lower milk yields in the precedent lactation and equal milk yields in the following lactation compared to non-lame cows. Cows with long-lasting lameness showed clearly higher milk yields in both lactations than cows with short-lasting lameness. Genetic endowments for milk yield seem to have a more important influence on milk yield than lameness. In this study lameness that was treated did not have any negative influence on fertility.

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Item Type:Dissertation (monographical)
Referees:Hässig Michael, Nuss Karl
Communities & Collections:05 Vetsuisse Faculty > Veterinary Clinic > Department of Farm Animals
UZH Dissertations
Dewey Decimal Classification:630 Agriculture
Language:German
Place of Publication:Zürich
Date:2016
Deposited On:16 Jan 2017 12:14
Last Modified:05 Mar 2020 16:20
Number of Pages:96
OA Status:Green
Related URLs:https://www.recherche-portal.ch/permalink/f/5u2s2l/ebi01_prod010778906 (Library Catalogue)

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