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D-Dimere in der internistischen Notfalldiagnostik


Abgottspon, Désirée. D-Dimere in der internistischen Notfalldiagnostik. 2016, University of Zurich, Faculty of Medicine.

Abstract

Einleitung: D-Dimere sind Degradationsprodukte des quervernetzten Fibrins und tre-ten während der Fibrinolyse vermehrt im Blut auf. Eine Erhöhung der D-Dimere im Blut ist Zeichen einer Gerinnungsaktivierung, da Blutgerinnung und Fibrinolyse im Gleichgewicht stehen. Die Bestimmung der D-Dimere spielt in der internistischen Not-falldiagnostik bei Verdacht auf eine venöse Thromboembolie neben bildgebenden Me-thoden seit Jahren eine wichtige Rolle. Aufgrund der geringen Spezifität eines patho-logischen D-Dimer-Testergebnisses sowie einer mit dem Alter zunehmenden Konzent-ration wurde der praktische klinische Nutzen des D-Dimer-Tests immer wieder kontro-vers diskutiert. Inzwischen gibt es jedoch einschlägige Leitlinien für den Einsatz des D-Dimer-Tests, gegebenenfalls mit einem alters-adjustierten Schwellenwert. Diese Ar-beit analysiert retrospektiv den Einsatz des D-Dimer-Tests in der internistischen Not-fallstation des Universitätsspitals Zürich.
Methoden: Deskriptive statistische Analyse aller D-Dimer-Testergebnisse, die im Jahr 2013 auf der internistischen Notfalleinheit des Universitätsspitals Zürich erhoben wur-den. Die Daten wurden in anonymisierter Form als Excel-Sheet vom Hämostaselabor des Universitätsspitals Zürich zur Verfügung gestellt.
Ergebnisse: Im Jahr 2013 wurden 2397 D-Dimer-Messungen vom internistischen Not-fall des Universitätsspitals Zürich veranlasst. Die mediane Konzentration der D-Dimere im Blut steigt mit zunehmendem Alter an: Bis zum Alter von 50 Jahren nimmt die Kon-zentration relativ konstant zu, ab 50 Jahren ist eine deutliche Zunahme ersichtlich. Insgesamt lagen 48.5% der Testergebnisse im Normbereich und 51.5% der Ergebnisse ausserhalb des Normbereichs. Bei den Patienten über 50 Jahren waren bei Einsatz des üblichen Cut-off-Wertes von <0.5 mg/l 33.3% der Ergebnisse normal und 66.7% pathologisch. Bei Verwendung des alters-adjustierten Cut-offs (Alter x 10 = ‚Cut-off-D-Dimer-Konzentration’ im µg/l) lagen 48.1% der Resultate im Normbereich und 51.9% waren pathologisch erhöht.
Schlussfolgerungen: Mit zunehmendem Alter steigt die D-Dimer-Konzentration im Blut an. Dieser Effekt tritt besonders bei Personen ab 50 Jahren auf und steht im Ein-klang mit der Literatur. Die vorliegenden Befunde unterstützen den Vorschlag, ab dem 50. Lebensjahr einen alters-adjustierten Cut-off-Wert für den klinischen Einsatz des D-Dimer-Tests zu wählen.

Abstract

Einleitung: D-Dimere sind Degradationsprodukte des quervernetzten Fibrins und tre-ten während der Fibrinolyse vermehrt im Blut auf. Eine Erhöhung der D-Dimere im Blut ist Zeichen einer Gerinnungsaktivierung, da Blutgerinnung und Fibrinolyse im Gleichgewicht stehen. Die Bestimmung der D-Dimere spielt in der internistischen Not-falldiagnostik bei Verdacht auf eine venöse Thromboembolie neben bildgebenden Me-thoden seit Jahren eine wichtige Rolle. Aufgrund der geringen Spezifität eines patho-logischen D-Dimer-Testergebnisses sowie einer mit dem Alter zunehmenden Konzent-ration wurde der praktische klinische Nutzen des D-Dimer-Tests immer wieder kontro-vers diskutiert. Inzwischen gibt es jedoch einschlägige Leitlinien für den Einsatz des D-Dimer-Tests, gegebenenfalls mit einem alters-adjustierten Schwellenwert. Diese Ar-beit analysiert retrospektiv den Einsatz des D-Dimer-Tests in der internistischen Not-fallstation des Universitätsspitals Zürich.
Methoden: Deskriptive statistische Analyse aller D-Dimer-Testergebnisse, die im Jahr 2013 auf der internistischen Notfalleinheit des Universitätsspitals Zürich erhoben wur-den. Die Daten wurden in anonymisierter Form als Excel-Sheet vom Hämostaselabor des Universitätsspitals Zürich zur Verfügung gestellt.
Ergebnisse: Im Jahr 2013 wurden 2397 D-Dimer-Messungen vom internistischen Not-fall des Universitätsspitals Zürich veranlasst. Die mediane Konzentration der D-Dimere im Blut steigt mit zunehmendem Alter an: Bis zum Alter von 50 Jahren nimmt die Kon-zentration relativ konstant zu, ab 50 Jahren ist eine deutliche Zunahme ersichtlich. Insgesamt lagen 48.5% der Testergebnisse im Normbereich und 51.5% der Ergebnisse ausserhalb des Normbereichs. Bei den Patienten über 50 Jahren waren bei Einsatz des üblichen Cut-off-Wertes von <0.5 mg/l 33.3% der Ergebnisse normal und 66.7% pathologisch. Bei Verwendung des alters-adjustierten Cut-offs (Alter x 10 = ‚Cut-off-D-Dimer-Konzentration’ im µg/l) lagen 48.1% der Resultate im Normbereich und 51.9% waren pathologisch erhöht.
Schlussfolgerungen: Mit zunehmendem Alter steigt die D-Dimer-Konzentration im Blut an. Dieser Effekt tritt besonders bei Personen ab 50 Jahren auf und steht im Ein-klang mit der Literatur. Die vorliegenden Befunde unterstützen den Vorschlag, ab dem 50. Lebensjahr einen alters-adjustierten Cut-off-Wert für den klinischen Einsatz des D-Dimer-Tests zu wählen.

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Item Type:Master's Thesis
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Clinic and Policlinic for Internal Medicine
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2016
Deposited On:25 Jan 2018 09:45
Last Modified:02 Feb 2018 12:35
Number of Pages:29
OA Status:Green

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