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Prävalenz von Diagnosen und Beschwerden aus Arzt- und Patientensicht – eine Querschnittsstudie unter multimorbiden Patienten und deren Hausärzten in der Schweiz


Grundmann, Daniela. Prävalenz von Diagnosen und Beschwerden aus Arzt- und Patientensicht – eine Querschnittsstudie unter multimorbiden Patienten und deren Hausärzten in der Schweiz. 2017, University of Zurich, Faculty of Medicine.

Abstract

Wissenschaftliche Fragestellung: Die Alterung der Bevölkerung ist mit einer Zunahme von Patienten mit multiplen chronischen Erkrankungen (Multimorbidität) verbunden. Die Behandlung der Multimorbidität resultiert häufig in der Einnahme mehrerer Medikamente (Polypharmazie). Die Betreuung dieser komplexen Patienten erfordert eine Priorisierung der Erkrankungen sowohl durch den Patienten als auch durch den Arzt und bedarf einer Diskussion zur Findung gemeinsamer Behandlungsziele. Prävalenzstudien, welche die Häufigkeit der relevantesten Diagnosen und Beschwerden aus Arzt- und Patientensicht zeigen, sind im hausärztlichen Setting bisher rar.
Ziel der vorliegenden Arbeit war die erstmalige Darstellung der Prävalenzen von nach Relevanz priorisierten Diagnosen und Beschwerden aus Arzt- und Patientensicht bei polypharmazierten Patienten im schweizerischen Hausarztsetting. Zusätzlich wurde die Übereinstimmung (Konkordanz) von Diagnosen und Beschwerden aus ärztlicher Sicht mit der Hauptbeschwerde aus Patientensicht untersucht.
Methodik: Für die hier vorliegende Querschnittsstudie wurden Daten der Erstkonsultation einer aktuell noch laufenden, randomisiert-kontrollierten Studie untersucht. Hierzu wurden soziodemographische als auch klinische Daten von Patienten und deren Hausärzte erhoben. Ärzte führten eine Priorisierung der aus ihrer Sicht relevantesten Diagnosen und Beschwerden, Patienten eine Priorisierung der für sie am relevantesten Beschwerden in der Reihenfolge 1 bis 4 durch. Die Konkordanz der Diagnosen und Beschwerden aus Arztsicht wurde je nach Grad der Übereinstimmung mit der Hauptbeschwerde des Patienten in volle, moderate, niedrige und fehlende Konkordanz eingeteilt. Charakteristika der Hausärzte und Patienten wurden mittels deskriptiver Statistik analysiert. Differenzen zwischen Kontroll- und Interventionsgruppe wurde mittels t-Test oder Chi-Quadrat-Test auf Signifikanz untersucht.
Resultate: Insgesamt konnten 46 Hausärzte und 334 Patienten (Durchschnittsalter 76.18 (SD 8.45), 46% männlich, 52% mit Angehörigen zuhause lebend) in die Studie eingeschlossen werden. Die Patienten nahmen durchschnittlich 7.8 (SD 2.5) Medikamente ein. Zwischen den erhobenen Charakteristika der Kontroll- und der Interventionsgruppe zeigten sich keine signifikanten Unterschiede. Die am häufigsten 5
genannten Hauptdiagnosen betrafen das kardiovaskuläre n=132 (39.5%) und das metabolische/ endokrine System n=54 (16%) sowie in n=40 (12%) den Bewegungsapparat. Dyslipidämien wurden bei einem Patienten (n=1; 0,3%), Karzinome bei 12 Patienten (n=12; 3.6%) als relevanteste Diagnose genannt. Die häufigsten von Patienten genannten Hauptbeschwerden betrafen den Bewegungsapparat n=132 (41.1%), waren allgemeiner und unspezifischer Natur n=74 (23%), oder betrafen das respiratorische System n=31 (9.6%). Unabhängig vom Organsystem waren Schmerzen die am häufigsten genannten Hauptbeschwerden. Die häufigsten Medikamente waren im kardiovaskulären -, neurologisch-analgetischen - sowie Blutgerinnungssystem wirksam. Medikamente für Dyslipidämien wurden in n=195 (58.7%) verordnet. Beschwerden aus ärztlicher Sicht zeigten in 78.9% eine Konkordanz mit der Hauptbeschwerde der Patienten. In 54.2% bestand zwischen ärztlicher Diagnose und Hauptbeschwerde der Patienten eine Konkordanz.
Schlussfolgerung: In dieser Studie konnte der Einfluss der Priorisierung von Diagnosen und Beschwerden auf deren Prävalenz gezeigt werden. So war die Prävalenz der Diagnose Dyslipidämie deutlich tiefer und die von Karzinomen höher als bisherige Studien zeigten. Schmerzen als am häufigsten genannte Hauptbeschwerde sollte im Alltag ein höherer Stellenwert zugedacht werden. Obwohl ein Grossteil der Hausärzte (78.9%) die Hauptbeschwerden ihrer Patienten wahrnimmt, besteht hier Potential für eine weitere Verbesserung. Ziel sollte es sein, über eine bessere Wahrnehmung der Patientenbeschwerden eine höhere Qualität in der Betreuung dieser multimorbiden Patientengruppe zu erreichen.

Abstract

Wissenschaftliche Fragestellung: Die Alterung der Bevölkerung ist mit einer Zunahme von Patienten mit multiplen chronischen Erkrankungen (Multimorbidität) verbunden. Die Behandlung der Multimorbidität resultiert häufig in der Einnahme mehrerer Medikamente (Polypharmazie). Die Betreuung dieser komplexen Patienten erfordert eine Priorisierung der Erkrankungen sowohl durch den Patienten als auch durch den Arzt und bedarf einer Diskussion zur Findung gemeinsamer Behandlungsziele. Prävalenzstudien, welche die Häufigkeit der relevantesten Diagnosen und Beschwerden aus Arzt- und Patientensicht zeigen, sind im hausärztlichen Setting bisher rar.
Ziel der vorliegenden Arbeit war die erstmalige Darstellung der Prävalenzen von nach Relevanz priorisierten Diagnosen und Beschwerden aus Arzt- und Patientensicht bei polypharmazierten Patienten im schweizerischen Hausarztsetting. Zusätzlich wurde die Übereinstimmung (Konkordanz) von Diagnosen und Beschwerden aus ärztlicher Sicht mit der Hauptbeschwerde aus Patientensicht untersucht.
Methodik: Für die hier vorliegende Querschnittsstudie wurden Daten der Erstkonsultation einer aktuell noch laufenden, randomisiert-kontrollierten Studie untersucht. Hierzu wurden soziodemographische als auch klinische Daten von Patienten und deren Hausärzte erhoben. Ärzte führten eine Priorisierung der aus ihrer Sicht relevantesten Diagnosen und Beschwerden, Patienten eine Priorisierung der für sie am relevantesten Beschwerden in der Reihenfolge 1 bis 4 durch. Die Konkordanz der Diagnosen und Beschwerden aus Arztsicht wurde je nach Grad der Übereinstimmung mit der Hauptbeschwerde des Patienten in volle, moderate, niedrige und fehlende Konkordanz eingeteilt. Charakteristika der Hausärzte und Patienten wurden mittels deskriptiver Statistik analysiert. Differenzen zwischen Kontroll- und Interventionsgruppe wurde mittels t-Test oder Chi-Quadrat-Test auf Signifikanz untersucht.
Resultate: Insgesamt konnten 46 Hausärzte und 334 Patienten (Durchschnittsalter 76.18 (SD 8.45), 46% männlich, 52% mit Angehörigen zuhause lebend) in die Studie eingeschlossen werden. Die Patienten nahmen durchschnittlich 7.8 (SD 2.5) Medikamente ein. Zwischen den erhobenen Charakteristika der Kontroll- und der Interventionsgruppe zeigten sich keine signifikanten Unterschiede. Die am häufigsten 5
genannten Hauptdiagnosen betrafen das kardiovaskuläre n=132 (39.5%) und das metabolische/ endokrine System n=54 (16%) sowie in n=40 (12%) den Bewegungsapparat. Dyslipidämien wurden bei einem Patienten (n=1; 0,3%), Karzinome bei 12 Patienten (n=12; 3.6%) als relevanteste Diagnose genannt. Die häufigsten von Patienten genannten Hauptbeschwerden betrafen den Bewegungsapparat n=132 (41.1%), waren allgemeiner und unspezifischer Natur n=74 (23%), oder betrafen das respiratorische System n=31 (9.6%). Unabhängig vom Organsystem waren Schmerzen die am häufigsten genannten Hauptbeschwerden. Die häufigsten Medikamente waren im kardiovaskulären -, neurologisch-analgetischen - sowie Blutgerinnungssystem wirksam. Medikamente für Dyslipidämien wurden in n=195 (58.7%) verordnet. Beschwerden aus ärztlicher Sicht zeigten in 78.9% eine Konkordanz mit der Hauptbeschwerde der Patienten. In 54.2% bestand zwischen ärztlicher Diagnose und Hauptbeschwerde der Patienten eine Konkordanz.
Schlussfolgerung: In dieser Studie konnte der Einfluss der Priorisierung von Diagnosen und Beschwerden auf deren Prävalenz gezeigt werden. So war die Prävalenz der Diagnose Dyslipidämie deutlich tiefer und die von Karzinomen höher als bisherige Studien zeigten. Schmerzen als am häufigsten genannte Hauptbeschwerde sollte im Alltag ein höherer Stellenwert zugedacht werden. Obwohl ein Grossteil der Hausärzte (78.9%) die Hauptbeschwerden ihrer Patienten wahrnimmt, besteht hier Potential für eine weitere Verbesserung. Ziel sollte es sein, über eine bessere Wahrnehmung der Patientenbeschwerden eine höhere Qualität in der Betreuung dieser multimorbiden Patientengruppe zu erreichen.

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Item Type:Dissertation
Referees:Senn Oliver, Zechmann Stefan, Neuner-Jehle Stefan
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Institute of General Practice
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2017
Deposited On:25 Jan 2018 12:02
Last Modified:19 Mar 2018 10:08
OA Status:Green

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