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Partizipation von Kindern : zwischen Selbst- und Fremdbestimmung


Rieker, Peter (2017). Partizipation von Kindern : zwischen Selbst- und Fremdbestimmung. Verhandlungen der Kongresse der Deutschen Gesellschaft fuer Soziologie, 38:online.

Abstract

In Hinblick auf die Partizipation am sozialen Leben sind Kinder eine besonders vulnerable Gruppe, da sie Erwachsenen rechtlich nicht gleichgestellt sind, häufig keine Lobby haben und auch in Hinblick auf kommunikative Techniken und soziale Erfahrungen, benachteiligt sind, wenn es darum geht, die eigene Beteiligung sowie die eigenen Interessen sicherzustellen. Um Kindern eine angemessene Beteiligung zu sichern, gilt daher häufig die Unterstützung und Begleitung durch Erwachsene als unverzichtbare Voraussetzung. Auf diese Weise entsteht allerdings eine grundsätzlich voraussetzungsvolle Situation, schließlich haben die begleitenden Erwachsenen eigene, mitunter von denen der Kinder abweichende, Interessen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie Kinder ihre Situation und die Begleitung durch Erwachsene wahrnehmen, welche biografischen Ressourcen hier relevant werden und welche sozialen Praktiken sich in diesen Situationen herausbilden.
Diese Fragen sollen im vorliegenden Beitrag mit Bezug auf eine Untersuchung zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz erörtert werden, für die neben den Sichtweisen von Kindern, die von Eltern sowie pädagogischen Fachkräften aus schulischen und außerschulischen Handlungsfeldern einbezogen wurden; hinzu kamen teilnehmenden Beobachtungen bei schulischen und außerschulischen Partizipationsanlässen. Auf dieser Grundlage können die Sichtweisen der Akteure rekonstruiert, miteinander verglichen und mit Beobachtungen kontrastiert werden.
In Hinblick auf die Begleitung durch Erwachsene zeigt sich bei den Kindern einerseits ein feines Gespür für Machtungleichgewichte sowie für die Vorstrukturierung und mitunter auch Bevormundung durch Erwachsene, die von ihnen andererseits aber auch als hilfreich und in biographischer Perspektive als entwicklungsförderlich erlebt werden. Durch die Analyse eines Falls, in dem die Bevormundung durch Erwachsene eher als Problem verstanden wird, geraten biographische Erfahrungen in den Blick, die für das Erleben von Partizipation relevant sind. Diese Befunde sollen zunächst dargestellt und dann in Hinblick auf ihre Implikationen für die Partizipation von Kindern in biografischer Perspektive diskutiert werden.

Abstract

In Hinblick auf die Partizipation am sozialen Leben sind Kinder eine besonders vulnerable Gruppe, da sie Erwachsenen rechtlich nicht gleichgestellt sind, häufig keine Lobby haben und auch in Hinblick auf kommunikative Techniken und soziale Erfahrungen, benachteiligt sind, wenn es darum geht, die eigene Beteiligung sowie die eigenen Interessen sicherzustellen. Um Kindern eine angemessene Beteiligung zu sichern, gilt daher häufig die Unterstützung und Begleitung durch Erwachsene als unverzichtbare Voraussetzung. Auf diese Weise entsteht allerdings eine grundsätzlich voraussetzungsvolle Situation, schließlich haben die begleitenden Erwachsenen eigene, mitunter von denen der Kinder abweichende, Interessen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie Kinder ihre Situation und die Begleitung durch Erwachsene wahrnehmen, welche biografischen Ressourcen hier relevant werden und welche sozialen Praktiken sich in diesen Situationen herausbilden.
Diese Fragen sollen im vorliegenden Beitrag mit Bezug auf eine Untersuchung zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz erörtert werden, für die neben den Sichtweisen von Kindern, die von Eltern sowie pädagogischen Fachkräften aus schulischen und außerschulischen Handlungsfeldern einbezogen wurden; hinzu kamen teilnehmenden Beobachtungen bei schulischen und außerschulischen Partizipationsanlässen. Auf dieser Grundlage können die Sichtweisen der Akteure rekonstruiert, miteinander verglichen und mit Beobachtungen kontrastiert werden.
In Hinblick auf die Begleitung durch Erwachsene zeigt sich bei den Kindern einerseits ein feines Gespür für Machtungleichgewichte sowie für die Vorstrukturierung und mitunter auch Bevormundung durch Erwachsene, die von ihnen andererseits aber auch als hilfreich und in biographischer Perspektive als entwicklungsförderlich erlebt werden. Durch die Analyse eines Falls, in dem die Bevormundung durch Erwachsene eher als Problem verstanden wird, geraten biographische Erfahrungen in den Blick, die für das Erleben von Partizipation relevant sind. Diese Befunde sollen zunächst dargestellt und dann in Hinblick auf ihre Implikationen für die Partizipation von Kindern in biografischer Perspektive diskutiert werden.

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Additional indexing

Item Type:Journal Article, not_refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Education
Dewey Decimal Classification:370 Education
Language:German
Date:2017
Deposited On:29 Jan 2018 13:13
Last Modified:30 May 2018 15:44
Publisher:Deutsche Gesellschaft fuer Soziologie
ISSN:2367-4504
OA Status:Closed
Free access at:Official URL. An embargo period may apply.
Official URL:http://publikationen.soziologie.de/index.php/kongressband_2016/article/view/371

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