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Mach einen Stuhl! Der neue Geist des Kapitalismus und die Kunst der Verweigerung


Krasznahorkai, Kata (2016). Mach einen Stuhl! Der neue Geist des Kapitalismus und die Kunst der Verweigerung. Kritische Berichte, 3(44):34-43.

Abstract

Seit den 1980er Jahren werden die Arbeits-, Lebens- und Produktionsweisen von Künstlern verstärkt auf das Rollenverhalten von Managern projiziert, die den neuen Geist des Kapitalismus maßgeblich gestalten und prägen. Die Figur des flexiblen Künstlers, der sich in offene Prozesse wagt, ohne deren genauen Verlauf vorhersagen zu können, der risikofreudig, mit hoher Mobilität, intuitiv und unhierarchisch agiert und sich gegen die bürgerliche Moral stellt, fungiert nach einer in den Sozialwissenschaften inzwischen kanonisch gewordenen These von Ève Chiapello und Luc Boltanski als neuer Idealtypus des kapitalistischen Arbeiters in führender Position.1 Gleichzeitig werden Künstler immer vernetzter, immer professioneller in ihrer Kommunikation und Produktion und fügen sich in ein System des mobilen, projektbasierten Arbeitens ein. Künstlerische Strategien wie die von Tamás St.Turba und Tehching Hsieh verweigern sich diesem neuen Künstlertypus und üben radikale Kritik an den neuen kapitalistischen Strukturen. Im Fokus des Artikels steht die Frage: Wie verhalten sich diese Strategien zu Chiapellos/Boltanskis These, dass Künstler «gerade in den Dienst jener Kräfte gestellt [werden], deren Zerstörung sie eigentlich beschleunigen wollten»?2

Abstract

Seit den 1980er Jahren werden die Arbeits-, Lebens- und Produktionsweisen von Künstlern verstärkt auf das Rollenverhalten von Managern projiziert, die den neuen Geist des Kapitalismus maßgeblich gestalten und prägen. Die Figur des flexiblen Künstlers, der sich in offene Prozesse wagt, ohne deren genauen Verlauf vorhersagen zu können, der risikofreudig, mit hoher Mobilität, intuitiv und unhierarchisch agiert und sich gegen die bürgerliche Moral stellt, fungiert nach einer in den Sozialwissenschaften inzwischen kanonisch gewordenen These von Ève Chiapello und Luc Boltanski als neuer Idealtypus des kapitalistischen Arbeiters in führender Position.1 Gleichzeitig werden Künstler immer vernetzter, immer professioneller in ihrer Kommunikation und Produktion und fügen sich in ein System des mobilen, projektbasierten Arbeitens ein. Künstlerische Strategien wie die von Tamás St.Turba und Tehching Hsieh verweigern sich diesem neuen Künstlertypus und üben radikale Kritik an den neuen kapitalistischen Strukturen. Im Fokus des Artikels steht die Frage: Wie verhalten sich diese Strategien zu Chiapellos/Boltanskis These, dass Künstler «gerade in den Dienst jener Kräfte gestellt [werden], deren Zerstörung sie eigentlich beschleunigen wollten»?2

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Additional indexing

Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Slavonic Studies
Dewey Decimal Classification:490 Other languages
410 Linguistics
Uncontrolled Keywords:Tehching Hsieh, Kunst und Arbeit, Chiapello/Boltanski, Kunst und Industrie
Language:German
Date:2016
Deposited On:27 Feb 2018 15:40
Last Modified:18 Apr 2018 11:49
Publisher:Jonas Verlag
ISSN:0340-7403
Funders:ERC Research Project Performance Art in Eastern Europe 1950-1990. History and Theory
OA Status:Closed
Free access at:Related URL. An embargo period may apply.
Related URLs:https://www.recherche-portal.ch/ZAD:default_scope:ebi01_prod000992136 (Library Catalogue)
https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/kb (Library Catalogue)

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