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Grammatica dei dialetti del Maceratese. Fonetica e morfologia


Paciaroni, Tania. Grammatica dei dialetti del Maceratese. Fonetica e morfologia. 2017, University of Zurich, Faculty of Arts.

Abstract

Die vorliegende Habilitationsschrift ist eine Grammatik der bisher noch nicht eingehend erforschten Dialekte der Gegend von Macerata (Mittelitalien). Das Ziel dieser Arbeit ist zweifach: 1. Die Grammatik dieser Gegend anhand neuer Daten aus erster Hand und mit diachroner Perspektive innerhalb des (italo-)romanischen Horizontes zu beschreiben; und 2. die ausgewählten sprachlichen Phänomene aus theoretischer Perspektive zu analysieren, um die Ergebnisse für die internationale Debatte in der romanistischen und allgemeinen Sprachwissenschaft verfügbar zu machen. Die Daten stammen vorwiegend aus eigener Feldforschung mit insgesamt 36 Informanten, außerdem aus der Sichtung der Volksliteratur und eines Korpus historischer Texte. Das abgedeckte Dialektgebiet umfasst mehrere Orte, von denen fünf in dieser Arbeit eine besondere Rolle spielen, da sie die räumliche Verteilung und die parametrische Variation der Phänomene illustrieren: Macerata, Treia, Matelica, San Severino M. und Corridonia. Die behandelten Phänomene gehören vor allem zur Phonetik, Phonologie und Morphologie. Im ersten Teil der Arbeit werden der Vokalismus (Kap. 2), Konsonantismus (Kap. 3) und die Prosodie (Kap. 4) betrachtet. Die folgenden Kapitel gliedern sich nach den einzelnen Wortarten: Substantive (Kap. 5), Adjektive (Kap. 6), Artikel (Kap. 7), Pronomen (Kap. 8), Zahlwörter (Kap. 9), Verben (Kap. 10) und Adverbien (Kap. 11). Drei Anhänge ergänzen die Arbeit. Bei den Vokalen sind drei Besonderheiten hervorzuheben: (i) die Anhebung der betonten Mittelvokale in Wörtern mit den Auslautvokalen -I und U, die heutzutage als morpho-phonologische Regel gilt; (ii) die Opposition im Wortauslaut von fünf unbetonten Vokalen /i, e, a, o, u/ (diese Opposition hat innerhalb der Gegend verschiedene Distribution), und (iii) die in der Gegend nicht einheitliche Vokalharmonie. Bei den Konsonanten wird besonders die allophonische Variation beschrieben, deren Regelmäßigkeit durch den Kontakt mit dem Standard aufgehoben worden ist. Die Interaktion zwischen prosodischen Kategorien und segmentalen Einheiten weist diese Dialekte dem mittel-/süditalienischen Typ zu. Als Beispiel kann die ursprüngliche Geminierung (ital. Raddoppiamento Fonosintattico) gelten, die nur etymologisch bedingt ist: Eine phonologisch begründete Geminierung hat sich durch den Kontakt mit dem Standard rezent entwickelt. Die Kapitel zur Morphologie sind bestrebt, die morphologischen Merkmale zu isolieren und ihr Verhältnis bzw. ihre Unabhängigkeit von phonologischen und morpho-syntaktischen Merkmalen zu betrachten. Im Gegensatz zur Standardsprache sind sowohl Flexionsaffixe als auch Stammwechsel Merkmale des Flexionssystems. Bei den Substantiven findet man in der Pluralbildung und der Entwicklung der Flexionsklassen eine Tendenz zur Korrelation zwischen phonologischen, morphologischen und morpho-syntaktischen Merkmalen. Dies zeigt sich (i) in der Stabilität der Klassen -a/-e und -u/-i, die mit dem Femininum bzw. Maskulinum korreliert sind; (ii) in der Ausdehnung des Pluralsuffixes e von der ersten Flexionsklasse zu den Feminina der dritten, und (iii) besonders in einigen Dialekten, in der Bildung einer Flexionsklasse -o/Ø, die nur Massenneutra beinhaltet, und die sich durch den Ersatz der ursprünglichen Suffixe -u und -e durch -o gebildet hat. Das Genussystem besteht aus vier Merkmalen: Maskulinum, Femininum und zwei Neutra, ein Massenneutrum, das nur aus unzählbaren Substantiven besteht und über eine eigene Form in den kongruierenden Wörtern verfügt, und ein nicht-autonomes Neutrum, das synkretische Formen mit dem Maskulinum im Singular, mit dem Femininum im Plural aufweist. Das Kongruenzparadigma, anhand dessen diese Analyse begründet wird, findet sich überall ab initio in den Artikeln, Demonstrativa und Klitika, in einigen Dialekten auch in den Substantiven, Adjektiven, Partizipien und sogar in den unbestimmten Artikeln. Das Massenneutrum ist lexikalisch produktiv, das nicht-autonome Neutrum hingegen nicht. Im ländlichen Maceratese hat eine morphologische Entwicklung sogar zum Ursprung einer unbestimmten Form des Artikels im Neutrum geführt: z.B. no spòrte ‘INDF.N Sport’ vs nu sgrizzu ‘ein.M.SG Entwurf’ vs na spina ‘ein.F.SG Dorn’. In der Verbmorphologie findet man Evidenz für die panromanische Opposition zwischen der ersten Konjugation und den anderen Konjugationen in der Neutralisierung von Affixdistinktionen und in klassenspezifischen Regularitäten bei der Wahl des Verbstamms. Die Demonstrativpronomina kodieren einen dreifachen personenorientierten Kontrast: Maskulinum Singular quistu/quissu/quillu ‚dieser (nah zum Sprecher)/nah (nah zum Hörer)/jener’. Derselbe Kontrast kommt im Lokativadverb (ècco/èsso/èllo ‚hier/dort’) und im Adverb der Art und Weise (ccuscì/ssuscì/lluscì ‚in dieser/jener Art’) vor. Die vorgelegte Studie unternimmt damit den Versuch einer perspektivisch offenen Gegenstandsbestimmung der italienischen – und letztlich romanischen – Dialektlandschaft, unter Fokussierung auf die typologisch relevanten Phänomene der Variation und der sprachhistorischen Entwicklung.

Abstract

Die vorliegende Habilitationsschrift ist eine Grammatik der bisher noch nicht eingehend erforschten Dialekte der Gegend von Macerata (Mittelitalien). Das Ziel dieser Arbeit ist zweifach: 1. Die Grammatik dieser Gegend anhand neuer Daten aus erster Hand und mit diachroner Perspektive innerhalb des (italo-)romanischen Horizontes zu beschreiben; und 2. die ausgewählten sprachlichen Phänomene aus theoretischer Perspektive zu analysieren, um die Ergebnisse für die internationale Debatte in der romanistischen und allgemeinen Sprachwissenschaft verfügbar zu machen. Die Daten stammen vorwiegend aus eigener Feldforschung mit insgesamt 36 Informanten, außerdem aus der Sichtung der Volksliteratur und eines Korpus historischer Texte. Das abgedeckte Dialektgebiet umfasst mehrere Orte, von denen fünf in dieser Arbeit eine besondere Rolle spielen, da sie die räumliche Verteilung und die parametrische Variation der Phänomene illustrieren: Macerata, Treia, Matelica, San Severino M. und Corridonia. Die behandelten Phänomene gehören vor allem zur Phonetik, Phonologie und Morphologie. Im ersten Teil der Arbeit werden der Vokalismus (Kap. 2), Konsonantismus (Kap. 3) und die Prosodie (Kap. 4) betrachtet. Die folgenden Kapitel gliedern sich nach den einzelnen Wortarten: Substantive (Kap. 5), Adjektive (Kap. 6), Artikel (Kap. 7), Pronomen (Kap. 8), Zahlwörter (Kap. 9), Verben (Kap. 10) und Adverbien (Kap. 11). Drei Anhänge ergänzen die Arbeit. Bei den Vokalen sind drei Besonderheiten hervorzuheben: (i) die Anhebung der betonten Mittelvokale in Wörtern mit den Auslautvokalen -I und U, die heutzutage als morpho-phonologische Regel gilt; (ii) die Opposition im Wortauslaut von fünf unbetonten Vokalen /i, e, a, o, u/ (diese Opposition hat innerhalb der Gegend verschiedene Distribution), und (iii) die in der Gegend nicht einheitliche Vokalharmonie. Bei den Konsonanten wird besonders die allophonische Variation beschrieben, deren Regelmäßigkeit durch den Kontakt mit dem Standard aufgehoben worden ist. Die Interaktion zwischen prosodischen Kategorien und segmentalen Einheiten weist diese Dialekte dem mittel-/süditalienischen Typ zu. Als Beispiel kann die ursprüngliche Geminierung (ital. Raddoppiamento Fonosintattico) gelten, die nur etymologisch bedingt ist: Eine phonologisch begründete Geminierung hat sich durch den Kontakt mit dem Standard rezent entwickelt. Die Kapitel zur Morphologie sind bestrebt, die morphologischen Merkmale zu isolieren und ihr Verhältnis bzw. ihre Unabhängigkeit von phonologischen und morpho-syntaktischen Merkmalen zu betrachten. Im Gegensatz zur Standardsprache sind sowohl Flexionsaffixe als auch Stammwechsel Merkmale des Flexionssystems. Bei den Substantiven findet man in der Pluralbildung und der Entwicklung der Flexionsklassen eine Tendenz zur Korrelation zwischen phonologischen, morphologischen und morpho-syntaktischen Merkmalen. Dies zeigt sich (i) in der Stabilität der Klassen -a/-e und -u/-i, die mit dem Femininum bzw. Maskulinum korreliert sind; (ii) in der Ausdehnung des Pluralsuffixes e von der ersten Flexionsklasse zu den Feminina der dritten, und (iii) besonders in einigen Dialekten, in der Bildung einer Flexionsklasse -o/Ø, die nur Massenneutra beinhaltet, und die sich durch den Ersatz der ursprünglichen Suffixe -u und -e durch -o gebildet hat. Das Genussystem besteht aus vier Merkmalen: Maskulinum, Femininum und zwei Neutra, ein Massenneutrum, das nur aus unzählbaren Substantiven besteht und über eine eigene Form in den kongruierenden Wörtern verfügt, und ein nicht-autonomes Neutrum, das synkretische Formen mit dem Maskulinum im Singular, mit dem Femininum im Plural aufweist. Das Kongruenzparadigma, anhand dessen diese Analyse begründet wird, findet sich überall ab initio in den Artikeln, Demonstrativa und Klitika, in einigen Dialekten auch in den Substantiven, Adjektiven, Partizipien und sogar in den unbestimmten Artikeln. Das Massenneutrum ist lexikalisch produktiv, das nicht-autonome Neutrum hingegen nicht. Im ländlichen Maceratese hat eine morphologische Entwicklung sogar zum Ursprung einer unbestimmten Form des Artikels im Neutrum geführt: z.B. no spòrte ‘INDF.N Sport’ vs nu sgrizzu ‘ein.M.SG Entwurf’ vs na spina ‘ein.F.SG Dorn’. In der Verbmorphologie findet man Evidenz für die panromanische Opposition zwischen der ersten Konjugation und den anderen Konjugationen in der Neutralisierung von Affixdistinktionen und in klassenspezifischen Regularitäten bei der Wahl des Verbstamms. Die Demonstrativpronomina kodieren einen dreifachen personenorientierten Kontrast: Maskulinum Singular quistu/quissu/quillu ‚dieser (nah zum Sprecher)/nah (nah zum Hörer)/jener’. Derselbe Kontrast kommt im Lokativadverb (ècco/èsso/èllo ‚hier/dort’) und im Adverb der Art und Weise (ccuscì/ssuscì/lluscì ‚in dieser/jener Art’) vor. Die vorgelegte Studie unternimmt damit den Versuch einer perspektivisch offenen Gegenstandsbestimmung der italienischen – und letztlich romanischen – Dialektlandschaft, unter Fokussierung auf die typologisch relevanten Phänomene der Variation und der sprachhistorischen Entwicklung.

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Item Type:Habilitation
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Romance Studies
Dewey Decimal Classification:800 Literature, rhetoric & criticism
470 Latin & Italic languages
410 Linguistics
440 French & related languages
460 Spanish & Portuguese languages
450 Italian, Romanian & related languages
Language:Italian
Date:March 2017
Deposited On:15 Feb 2018 10:21
Last Modified:31 Jul 2018 05:03
Number of Pages:0
OA Status:Closed

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