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Die Feinde des Königs in den Pyramidentexten


Meurer, Georg (2002). Die Feinde des Königs in den Pyramidentexten. Freiburg, Switzerland / Göttingen, Germany: Universitätsverlag / Vandenhoeck & Ruprecht.

Abstract

Die Pyramidentexte stellen die früheste Sammlung von Totentexten in Ägypten dar und gelten als das älteste Textcorpus religiösen Inhalts überhaupt. Bisher wurden diese im Alten Reich ausschließlich königlichem Gebrauch vorbehaltenen Texte in den Pyramiden von zehn Königen und Königinnen nachgewiesen. Die mit Pyramidentexten ausgestatteten Grabmäler datieren in einen Zeitraum von etwa 200 Jahren am Ausgang des dritten Jahrtausends v. Chr., in die späte 5. und die 6. Dynastie. Seit ihrer Entdeckung durch Gaston Maspero in den Jahren 1880 bis 1881 ist mehr als ein Jahrhundert vergangen, in dem unzählige Einzeluntersuchungen zu diesem Textcorpus vorgenommen wurde. Dennoch steht bis heute – wie auch für die Sargtexte des Mittleren Reiches und das Totenbuch bzw. die Unterweltsbücher des Neuen Reiches – eine eingehende Untersuchung zu den Feinden und Gefährdungen des Verstorbenen in diesen Texten aus. Die zahlreichen Sprüche der Pyramidentexte dienen dazu, den Weg des verstorbenen Herrschers ins Jenseits zu bereiten, die jenseitige Existenz zu garantieren und den Verstorbenen vor Gefahren und Bedrohungen zu bewahren. In der vorliegenden Studie werden erstmals die in den Pyramidentexten vorliegenden Konzepte der Feindvernichtung für den verstoreben König systematisch untersucht. Es zeigt sich, dass das analysierte Textkorpus unterschiedlichen Konzepten folgt. Eine Gruppe der Pyramidentexte dient dem Schutz des verstorbenen Herrschers auf seinem Weg zu den Sternen bzw. zum Sonnengott am Himmel. Diese Sprüche sollen als potentiell feindlich gesonnenen Gottheiten bzw. Dämonen und ihre Behinderungen auf den Wegen des Verstoreben abwehren. Die zweite Hauptgruppe der relevanten Sprüche beschäftigt sich dagegen ausschließlich mit der Bestrafung bzw. Vernichtung des Gottes Seth im Rahmen des Osiris-Seth-Horus-Mythenkreises, in den der verstorbene Herrscher nach seinem Tod durch die Identifikation mit dem von seinem Bruder Seth ermordeten Osiris einbezogen wurde. Weitere, in sich geschlossene Gruppen von Sprüchen der Pyramidentexte stellen neben den magischen Schlangensprüchen die Sprüche zum Schutz des verstorbenen Königs vor diesseitigen Feinden und die Sprüche zum Schutz der Pyramidenanlage dar. In ihrer Gesamtheit begründen die Pyramidentexten die theologische Konzeption zur Bewahrung von Fortexistenz, Angedenken und Macht des verstorbenen Königs in Ägypten.

Abstract

Die Pyramidentexte stellen die früheste Sammlung von Totentexten in Ägypten dar und gelten als das älteste Textcorpus religiösen Inhalts überhaupt. Bisher wurden diese im Alten Reich ausschließlich königlichem Gebrauch vorbehaltenen Texte in den Pyramiden von zehn Königen und Königinnen nachgewiesen. Die mit Pyramidentexten ausgestatteten Grabmäler datieren in einen Zeitraum von etwa 200 Jahren am Ausgang des dritten Jahrtausends v. Chr., in die späte 5. und die 6. Dynastie. Seit ihrer Entdeckung durch Gaston Maspero in den Jahren 1880 bis 1881 ist mehr als ein Jahrhundert vergangen, in dem unzählige Einzeluntersuchungen zu diesem Textcorpus vorgenommen wurde. Dennoch steht bis heute – wie auch für die Sargtexte des Mittleren Reiches und das Totenbuch bzw. die Unterweltsbücher des Neuen Reiches – eine eingehende Untersuchung zu den Feinden und Gefährdungen des Verstorbenen in diesen Texten aus. Die zahlreichen Sprüche der Pyramidentexte dienen dazu, den Weg des verstorbenen Herrschers ins Jenseits zu bereiten, die jenseitige Existenz zu garantieren und den Verstorbenen vor Gefahren und Bedrohungen zu bewahren. In der vorliegenden Studie werden erstmals die in den Pyramidentexten vorliegenden Konzepte der Feindvernichtung für den verstoreben König systematisch untersucht. Es zeigt sich, dass das analysierte Textkorpus unterschiedlichen Konzepten folgt. Eine Gruppe der Pyramidentexte dient dem Schutz des verstorbenen Herrschers auf seinem Weg zu den Sternen bzw. zum Sonnengott am Himmel. Diese Sprüche sollen als potentiell feindlich gesonnenen Gottheiten bzw. Dämonen und ihre Behinderungen auf den Wegen des Verstoreben abwehren. Die zweite Hauptgruppe der relevanten Sprüche beschäftigt sich dagegen ausschließlich mit der Bestrafung bzw. Vernichtung des Gottes Seth im Rahmen des Osiris-Seth-Horus-Mythenkreises, in den der verstorbene Herrscher nach seinem Tod durch die Identifikation mit dem von seinem Bruder Seth ermordeten Osiris einbezogen wurde. Weitere, in sich geschlossene Gruppen von Sprüchen der Pyramidentexte stellen neben den magischen Schlangensprüchen die Sprüche zum Schutz des verstorbenen Königs vor diesseitigen Feinden und die Sprüche zum Schutz der Pyramidenanlage dar. In ihrer Gesamtheit begründen die Pyramidentexten die theologische Konzeption zur Bewahrung von Fortexistenz, Angedenken und Macht des verstorbenen Königs in Ägypten.

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Item Type:Monograph
Communities & Collections:Special Collections > Orbis Biblicus et Orientalis
Dewey Decimal Classification:200 Religion
290 Other religions
930 History of ancient world (to ca. 499)
Language:German
Date:2002
Deposited On:31 May 2018 08:38
Last Modified:07 Apr 2020 07:09
Publisher:Universitätsverlag / Vandenhoeck & Ruprecht
Series Name:Orbis Biblicus et Orientalis
Volume:189
Number of Pages:404
ISBN:3-7278-1420-9
Additional Information:Digitalisat erstellt durch Florian Lippke, Departement für Biblische Studien, Universität Freiburg Schweiz
OA Status:Green
Related URLs:https://www.zora.uzh.ch/54117/

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