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Analgetikaverschreibung bei multimorbiden internistischen Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen im stationären Setting des Universitätsspitals Zürich


Weinmann, Simon. Analgetikaverschreibung bei multimorbiden internistischen Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen im stationären Setting des Universitätsspitals Zürich. 2018, University of Zurich, Faculty of Medicine.

Abstract

Hintergrund. Diese Arbeit analysiert die Verschreibungen der Analgetika bei stationären multimorbiden chronischen Schmerzpatienten der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin (KIM) des Universitätsspitals Zürich (USZ). Multimorbide stationäre Patienten stellen in der KIM die Mehrheit dar. Chronische Schmerzdiagnosen sind in dieser Population häufig. Die pharmakologische Therapie dieser Schmerzen ist komplex und birgt die Gefahr von potentiellen Drug-Drug- oder Drug-Disease-Interactions. Eindeutige Guidelines zur Behandlung dieser Schmerzen fehlen, wobei das WHO-Schema weiterhin Gültigkeit zu besitzen scheint. Es wurde untersucht, welche Analgetika eingesetzt wurden, ob sie nach dem WHO-Schema verschrieben wurden und wie häufig es bei Verschreibungen von Nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) zu möglichen Interaktionen mit Acetylsalicylsäure oder ausgesuchten Diagnosen kam. Methodik. Vorliegende Arbeit ist eine retrospektive Kohortenstudie. Untersucht wurden 431 Fälle von hospitalisierten Patienten der KIM, welche die Kriterien Multimorbidität, chronische Schmerzen, medikamentöse Analgesie und Austritt im Jahr 2011 aus dem USZ erfüllten. Es wurden aus dem digitalen Klinikinformationssystem (KISIM) alle Schmerzmittelverschreibungen dieser Fälle gezählt. Dabei wurden die Tage gezählt, an welchen die Schmerzmedikamente fix oder allenfalls in Reserve verschrieben wurden. Zudem wurde analysiert, wie häufig das WHO-Schema missachtet wurde und in wie vielen Fällen mögliche Interaktionen von NSAR mit Acetylsalicylsäure oder ausgesuchten Diagnosen bestand. Resultate. Paracetamol war das am meisten verschriebene Analgetikum, welches in 87.2% aller Fälle verschrieben wurde, gefolgt von Metamizol mit 68.9% und Morphin mit 40.3%. Opioide wurden bei 71.5% aller Fälle eingesetzt. Gesamthaft wurden bei 98.8% aller Fälle Analgetika der Stufe 1 eingesetzt, bei 33.6% Analgetika der Stufe 2 und 55.5% Analgetika der Stufe 3. Das WHO-Schema wurde bei 69.1% der Fälle eingehalten. NSAR wurden bei 15.8% der Fälle eingesetzt; dabei kam es bei 64.7% zu potentiellen Drug-Drug- oder Drug- Disease-Interactions. Interpretation. Chronische Schmerzen wurden bei multimorbiden Patienten im stationären Setting primär mit den Stufe 1- Analgetika Paracetamol und Metamizol behandelt. Opioide wurden ebenfalls hochfrequent eingesetzt. Weitgehend verzichtet wurde auf NSAR, welche gerade bei multimorbiden Patienten ungünstige Interaktionen aufweisen können. Das WHO Schema wurde weitgehend eingehalten; Opioid-Kombinationen waren vorwiegend in der Reserve zu beobachten. Die Literaturrecherche zeigte, dass gerade auf dem Gebiet der Schmerztherapie bei multimorbiden Patienten Forschungsbedarf besteht.

Abstract

Hintergrund. Diese Arbeit analysiert die Verschreibungen der Analgetika bei stationären multimorbiden chronischen Schmerzpatienten der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin (KIM) des Universitätsspitals Zürich (USZ). Multimorbide stationäre Patienten stellen in der KIM die Mehrheit dar. Chronische Schmerzdiagnosen sind in dieser Population häufig. Die pharmakologische Therapie dieser Schmerzen ist komplex und birgt die Gefahr von potentiellen Drug-Drug- oder Drug-Disease-Interactions. Eindeutige Guidelines zur Behandlung dieser Schmerzen fehlen, wobei das WHO-Schema weiterhin Gültigkeit zu besitzen scheint. Es wurde untersucht, welche Analgetika eingesetzt wurden, ob sie nach dem WHO-Schema verschrieben wurden und wie häufig es bei Verschreibungen von Nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) zu möglichen Interaktionen mit Acetylsalicylsäure oder ausgesuchten Diagnosen kam. Methodik. Vorliegende Arbeit ist eine retrospektive Kohortenstudie. Untersucht wurden 431 Fälle von hospitalisierten Patienten der KIM, welche die Kriterien Multimorbidität, chronische Schmerzen, medikamentöse Analgesie und Austritt im Jahr 2011 aus dem USZ erfüllten. Es wurden aus dem digitalen Klinikinformationssystem (KISIM) alle Schmerzmittelverschreibungen dieser Fälle gezählt. Dabei wurden die Tage gezählt, an welchen die Schmerzmedikamente fix oder allenfalls in Reserve verschrieben wurden. Zudem wurde analysiert, wie häufig das WHO-Schema missachtet wurde und in wie vielen Fällen mögliche Interaktionen von NSAR mit Acetylsalicylsäure oder ausgesuchten Diagnosen bestand. Resultate. Paracetamol war das am meisten verschriebene Analgetikum, welches in 87.2% aller Fälle verschrieben wurde, gefolgt von Metamizol mit 68.9% und Morphin mit 40.3%. Opioide wurden bei 71.5% aller Fälle eingesetzt. Gesamthaft wurden bei 98.8% aller Fälle Analgetika der Stufe 1 eingesetzt, bei 33.6% Analgetika der Stufe 2 und 55.5% Analgetika der Stufe 3. Das WHO-Schema wurde bei 69.1% der Fälle eingehalten. NSAR wurden bei 15.8% der Fälle eingesetzt; dabei kam es bei 64.7% zu potentiellen Drug-Drug- oder Drug- Disease-Interactions. Interpretation. Chronische Schmerzen wurden bei multimorbiden Patienten im stationären Setting primär mit den Stufe 1- Analgetika Paracetamol und Metamizol behandelt. Opioide wurden ebenfalls hochfrequent eingesetzt. Weitgehend verzichtet wurde auf NSAR, welche gerade bei multimorbiden Patienten ungünstige Interaktionen aufweisen können. Das WHO Schema wurde weitgehend eingehalten; Opioid-Kombinationen waren vorwiegend in der Reserve zu beobachten. Die Literaturrecherche zeigte, dass gerade auf dem Gebiet der Schmerztherapie bei multimorbiden Patienten Forschungsbedarf besteht.

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Item Type:Dissertation (monographical)
Referees:Zimmerli Lukas, Battegay Edouard
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Clinic and Policlinic for Internal Medicine
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2018
Deposited On:19 Sep 2018 12:58
Last Modified:24 Sep 2019 23:37
Number of Pages:37
OA Status:Green

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